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Keine Chance gegen Wikipedia

Heimatverein schließt Geschäftsstelle und verkauft Inventar

Lüdinghausen

Alles muss raus . . . Der Heimatverein Lüdinghausen verkauft das Inventar seiner Räumlichkeiten an der Münsterstraße – Gemälde, viele Bücher sowie Tische, Stühle und Geschirr. Denn der Verein zieht aus. Und das nicht ohne Grund.

Von Christian Besse

Bilder vom historischen Lüdinghausen und Geschichtsbücher bietet der Heimatverein – hier die Vorstandsmitglieder Manfred Neuhaus (l.) und Bernard Dinkelborg – zum Verkauf an. Aber auch Tische, Stühle und Geschirr . Foto: Christian Besse

Fast zehn Jahre war der Heimatverein Lüdinghausen an der Münsterstraße ansässig, zum 31. Dezember gibt er seine Räumlichkeiten nun auf. Der Grund: Früher wurde die Miete von Spenden getragen, doch inzwischen muss der Verein selbst vollständig für die Kosten aufkommen. Da der Vorstand nicht mehr bereit ist, die Mitglieder für die Miete aufkommen zu lassen, zieht er die Notbremse.

Dazu kommt, dass die Räumlichkeiten seit Längerem nur noch für die Vorstandssitzungen genutzt wurden. Zu Beginn waren sie noch für Publikumsverkehr geöffnet – freitags während der Marktzeiten. Dann standen die Heimatvereins-Mitglieder bereit, um Wissbegierigen Fragen zur Lüdinghauser Geschichte zu beantworten und Hintergründe zu erläutern. Doch die Resonanz war zu gering, sodass die Anlaufstelle bald auch freitags geschlossen blieb.

Gemälde, Bücher, Möbel

„Es gab kein Interesse. Die Leute holen sich ihr Wissen über Wikipedia“, bedauert Bernard Dinkelborg, Vorstandsmitglied des Heimatvereins. Generell standen er und seine Vereinskollegen aber weiter zur Verfügung: „Wenn jemand angerufen hätte, hätten wir uns gerne mit ihm getroffen und ihm Bilder oder Bücher aus unserem Archiv gezeigt.“ Doch das Telefon sei stumm geblieben.

Profitieren können die Lüdinghauser dennoch noch vom Heimatverein – dessen Mitglieder verkaufen das Inventar der etwa 55 Quadratmeter großen Räumlichkeiten – nach dem Motto „ Alles muss raus“ . Dabei handelt es sich keineswegs um Ramsch, versichern die Akteure. Verkauft werden Gemälde mit Stadtansichten von Lüdinghausen aus längst vergangenen Zeiten und Geschichtsbücher aus der Hinterlassenschaft des langjährigen Vereinsvorsitzenden Georg Inkmann, dazu Tische, Stühle und Geschirr.

Am gestrigen Freitag waren die Räumlichkeiten erstmals zwei Stunden lang für Interessierte zum Verkauf geöffnet, An den beiden nächsten Freitagen (10. und 17. Dezember) wird die Aktion wiederholt, jeweils von 9.30 bis 11.30 Uhr.

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