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Kirche in Pandemie-Zeiten

Keine Kommunion, keine Taufen, keine Trauungen

Lüdinghausen

Die Arbeit der Kirchengemeinden hat sich in Corona-Zeiten verändert. Derzeit finden in der Kirchengemeinde St. Felizitas weder Taufen noch Trauungen statt. Auch die Kommunion-Termine im Mai sind abgesagt.

Peter Werth

Pfarrer Benedikt Elshoff und Pastoralreferentin Ruth Reiners berichten über die Arbeit in der Kirchengemeinde St. Felizitas in Zeiten der Corona-Krise. Foto: Peter Werth

„Wir sind für Sie da“ ist eine schmale Broschüre überschrieben, die die Kirchengemeinde St. Felizitas in Zeiten der Corona-Pandemie einmal wöchentlich herausgibt. Und dieses Versprechen sei durchaus wörtlich zu verstehen, betonen Pfarrer Benedikt Elshoff und Pastoralreferentin Ruth Reiners. Das Gemeindeleben hat sich in der Corona-Krise verändert. „Unsere Arbeitsgrundlage fehlt. Wir arbeiten mit Menschen“, sagt Reiners. Da aber nicht jeder über Internet, E-Mail oder andere digitale Kanäle verfüge, sei diese schlanke Version der Pfarrnachrichten eine Alternative. Das Heft liegt in den Kirchen St. Felizitas und St. Dionysius ebenso aus wie in der Stadtbücherei, die am Dienstag (28. April) wieder öffnet.

Benedikt Elshoff

Die Entscheidung der NRW-Landesregierung von Donnerstagabend, die Kirchen ab dem 1. Mai wieder für Gottesdienste zu öffnen, hat Elshoff überrascht. „Das hat bei mir mehr Fragen als Antworten aufgeworfen. Das ist nicht zu Ende gedacht“, sagt der Geistliche. Er frage sich, ob er jetzt mit dem Zollstock durch die Kirche laufen müsse, um die Abstände für Gottesdienstbesucher auszumessen. Das werde im Kollegenkreis ähnlich kritisch gesehen. Elshoff will die Frage einer möglichen Öffnung der Kirchen St. Felizitas und St. Dionysius für Gottesdienste zunächst im Pfarreiteam und im Pfarreirat besprechen. Dort müsse die Entscheidung gefällt werden. Er selbst halte dies für „verfrüht“.

Aktuell finden in der Kirchengemeinde keine Trauungen und keine Taufen statt. Auch die Termine für die Kommunionsfeiern – 10. und 17. Mai in Lüdinghausen sowie 17. und 21. Mai in Seppenrade – sind aus dem Kalender gestrichen. „Wir haben bewusst keine Ersatztermine festgelegt“, sagt Elshoff. Schließlich könne niemand verlässliche Angaben machen, wann sich die Situation grundlegend ändere. Betroffen davon sind etwa 140 Kinder mit ihren Familien. „Wir möchten allen Familien eine Feier ermöglichen, an der die gewünschten Personen teilnehmen können und zu der die Kinder gut vorbereitet und eingestimmt sind“, beschreibt Reiners den Hintergrund der Entscheidung. An den Daten für die Firmung der jugendlichen Gemeindemitglieder werde bislang nicht gerüttelt.

Derzeit werden Gottesdienste in St. Felizitas – ohne Besucher versteht sich – ins Internet gestellt oder ge­streamt. Das solle auch weiter geschehen, selbst wenn die Kirchen in begrenztem Umfang wieder geöffnet würden, betont Elshoff. Die Resonanz auf dieses Angebot sei auch über Lüdinghausen hinaus groß. Montags und freitags werde die Messe aus der Kapelle des St.-Antonius-Klosters übertragen.

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