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Lehrerkonzert des Musikschulkreises Lüdinghausen

Klassik auf höchstem Niveau

Lüdinghausen

Zum Auftakt der Reihe der Lehrerkonzerte des Musikschulkreises Lüdinghausen erklangen musikalische Kostbarkeiten aus der Feder Ludwig van Beethovens. Die Ausführenden präsentierten Musikerlebnisse auf hohem und höchstem Niveau.

Von Axel Engelsund

Der Violinist Alban Pengili und die Pianistin Tamila Guliyeva boten zum Auftakt des Lehrerkonzertes musikalische Kostbarkeiten aus der Feder Ludwig van Beethovens. Foto: Axel Engels

Endlich wieder Musik im Kapitelsaal der Renaissanceburg Lüdinghausen erleben – mit der Resonanz bei den vielen Musikliebhabern kann man nur zufrieden sein. Über so viele Monate musste man auf ein aktives Musikerlebnis verzichten, da wirkte dieses Konzert gleichsam wie ein Start in eine hoffentlich bessere Zeit. Viele Besucher nutzten am Sonntagnachmittag vor dem Konzert erst einmal die Möglichkeit, bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gelände rund um die Burg zu verweilen und die besondere Atmosphäre des Ortes auf sich wirken zu lassen. Matthias Lichtenfeld als neuer Leiter der Musikschule war es eine Freude, die Besucher persönlich begrüßen zu können.

Was den Zuhörern dann geboten wurde, verdient schon Respekt. Zum Auftakt der Reihe der Lehrerkonzerte des Musikschulkreises Lüdinghausen erklangen musikalische Kostbarkeiten aus der Feder Ludwig van Beethovens auf ganz hohem Niveau. Der Violinist Alban Pengili und die Pianistin Tamila Guliyeva hatten wohl ihre eigenen „Lieblingsstücke“ aufs Programm gesetzt. Und diese innere Verbundenheit mit den Werken ließen sie in einem besonders lebendigen Gewand erklingen. Sie begannen mit einer sehr lyrisch-poetisch bestimmten Interpretation der beiden Violinromanzen op. 40 und op. 50. Diese traumhaft schönen für Violine und Orchester geschriebenen Stücke schienen wie für dieses Duo geschrieben. Mit akribisch feiner Spielweise konnte Alban Pengili seine Violine von Joachim Schade über dem facettenreichen Klang des August Förster-Flügels erklingen lassen. Bis ins kleinste Detail stimmte der musikalische Dialog mit der Pianistin Tamilla Guliyeva, die mit sensibler Spielweise dem Orchesterpart eine besondere Tiefe verlieh.

So träumerisch eingestimmt wirkte die als Pathétique bekannte „Klaviersonate Nr. 8 op. 13 c_Moll“ als Kontrast noch intensiver. Ihre ganze Virtuosität konnte Tamilla Guliyeva im ersten Satz einbringen. In der Zeit revolutionärer Umtriebe Napoleons geschrieben sieht die Pianistin dieses Werk vor einem quasi historischen Hintergrund, zeigte ihre Ausdrucksweise eine sehr dramatische Farbe. Im langsamen Satz gelangen ihr wunderbare Momente. Von Lebendigkeit und Spielfreude war das Rondo geprägt.

Nach der Pause erlebte man mit dem „Violinkonzert D-Dur opus 61“ das einzige vollendete Konzert des Komponisten für dieses Instrument. Für einen bedeutenden Saitenkünstler geschrieben stellt es für jeden Musiker eine besondere Herausforderung Art dar. Auf höchstem spieltechnischen Niveau verlangt es gleichzeitig eine ganz differenzierte Gestaltung der jenseits des reinen Notentextes verborgenen emotionalen Aussagen. Tamilla Guliyeva spielte die von Beethoven selbst geschriebene Klavierfassung so ausdrucksstark und differenziert, dass man den Orchesterklang nicht vermisste. Was sie zusammen mit Alban Pengili den begeisterten Zuhörern bot, war Musizieren auf ganz hohem Niveau. Jeder Satz erklang mit eigenem Charakter, wurde das Publikum von dem Duo mitgenommen in die eigene Welt dieses Konzertes. Mit zwei eindrucksvollen Zugaben bedankten sich die Musiker für den stehend dargebrachten Applaus.

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