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Familie findet neue Bleibe in Tetekum

Landjugendliche als Putzkolonne

Seppenrade

Mit Putzlappen und Pinseln sind die Seppenrader Landjugendlichen jetzt bei Familie Schulze auf‘m Hofe in Tetekum angerückt: Für vier ukrainische Flüchtlinge haben sie das alte Wohnhaus hergerichtet und saubergemacht. Einige Arbeiten stehen noch aus. Und auch da wollen die Rosendörfler mitanpacken.

Von Michael Beer

Mit Putzlappen und Pinseln: Die Landjugendlichen aus Seppenrade haben das alte Haus der Familie Schulze auf‘m Hofe für vier ukrainische Flüchtlinge hergerichtet und saubergemacht. Foto: Foto: Landjugend

„Als ich die ersten Bilder von den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine sah, habe ich sofort daran gedacht, dass wir die doch sehr gut in unserem alten Haus unterbringen können. Das wird in den letzten fünf Jahren nach dem Bau unseres neuen Hauses als Abstellkammer genutzt“, sagt Irene Schulze auf‘m Hofe, die am Freitag vergangener Woche vier Flüchtlinge – die Oma, deren Tochter sowie deren beiden Kinder im Alter von neun und 17 Jahren – aufgenommen hat.

Der Kontakt wurde von Schwiegersohn Christian hergestellt, dessen Arbeitskollege in Dortmund mit einer Ukrainerin verheiratet ist. Fast eine Woche war die vierköpfige Familie rund 1600 Kilometer aus der östlichen Ukraine nach Lüdinghausen mit dem Auto unterwegs. Der Hof in Tetekum wurde zunächst nicht gefunden. Das Quartett fuhr dann weiter nach Datteln, wo es in einer Gaststätte auf eine Frau aus der Ukraine traf, die es prompt nach Seppenrade begleitete. Diese Frau, wie auch die Familie des Kollegen des Schwiegersohns, haben sofort zugesagt, für Übersetzungen mit Familie Schulze auf‘m Hofe weiter in Kontakt zu bleiben. „Die Flüchtlinge sind völlig fertig bei uns angekommen. Die brauchen erst einmal Ruhe. Die Verwandtschaft war mit ihnen schon mal in der Stadt“, erzählt Herbert Schulze auf’m Hofe.

Herbert Schulze auf’m Hofe

Nun musste die noch voll möblierte Wohnung inklusive der funktionellen Küche in der oberen Etage schnell gesäubert und von viel Unrat geräumt werden. Das war in der noch größeren Erdgeschosswohnung allein nicht zu schaffen. Dort könnten weitere sechs bis sieben Personen untergebracht werden. Ein Anruf bei Ria Offermann brachte schnell Erfolg: Sie setzte sich sofort mit ihren Bekannten aus der Landjugend in Verbindung – und ein Dutzend freiwilliger Helferinnen und Helfer war gefunden. „Alle haben kräftig mit angepackt, jeder hat seine Aufgaben gehabt. Die Bereitschaft war riesengroß. Selbst die Jungen waren mit dem Putzlappen im Einsatz. Während der Aufräumaktion haben einige von uns noch weitere Betten für die Flüchtlinge besorgt. Wir haben viel in Bewegung gesetzt“, berichtet Offermann stolz. „Die Bereitschaft, uns zu helfen, war einfach fantastisch. Die Firma Hagelschuer hat gleich eine neue Toilette eingebaut, Norbert Reckmann sorgte für einen Durchbruch für eine Tür, Baumaterial für diese Tür stiftete die Firma Elbers, und die Firma Krusen stellte uns kostenlos soviel Farbe zur Verfügung, wie wir für den Anstrich im Erdgeschoss benötigen“, zeigt sich Herbert Schulze auf’m Hofe begeistert. Er bedankte sich im Namen seiner Familie und den Ukrainer bei der Landjugend nicht nur mit Würstchen vom Grill und kühlen Getränke gegen den Staub für die Hilfe, sondern lud die Helferschar zusätzlich zu einer Planwagenfahrt ein. Sein Dank geht auch an Ortslandwirt Antonius Vormann und Bürgermeister Ansgar Mertens für deren Unterstützung bei dieser einmaligen Aktion.

Mit den Putz- und Aufräumarbeiten ist die Hilfe der Landjugendlichen nicht zu Ende: Sie erklärten sich bereit, auch die Malerarbeiten zu übernehmen, die am Freitagabend begonnen haben. Bei der Pflasterung der Außenanlage hinter dem Haus, die für die Flüchtlinge vorgesehen ist, wollen die jungen Leute ebenfalls wieder mit anpacken.

Schutzsuchende müssen sich registrieren

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