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Sünderin oder Heilige?

Maria Magdalenas Ruf ist denkbar widersprüchlich – Frauen der Kirche wollen das ändern

Lüdinghausen

Als Papst Franziskus Maria Magdalena vor vier Jahren auf eine Stufe mit den Jüngern stellte, haben Frauen der Kirche nichts weniger als eine Welle der Erneuerung erwartet. Doch die blieb aus. Die logische Konsequenz für in der Kirche engagierte Frauen: Dann müssen sie selbst einen Sturm entfachen.

Annegret Schwegmann

und weitere Frauen wachten am Kreuz – wenn auch wahrscheinlich nicht so nah wie auf diesem Gemälde. Foto: imago images

Dorothea Tappes Haus gleicht seit einigen ­Wochen einem Museum, das sich auf die Erforschung Maria Magdalenas spezialisiert hat. An den Wänden lehnen Bilder der Frau, die Jesus auf seinem Weg durch Palästina folgte. Kein Rubens natürlich, kein Tizian. Stattdessen Zeichnungen von Frauen, die Maria Magdalena beeindruckt haben muss. Für Dorothea Tappe gilt das schon seit vielen Jahren. Die pensionierte Pastoralreferentin sieht in der Frau, über die man so wenig weiß und die eine doch so wichtige Rolle im Leben Jesu gespielt haben muss, nichts weniger als eine große Impulsgeberin. Grund genug für sie und andere Mitglieder der zehn Ortsgruppen der katholischen Frauengemeinschaften (kfd) im Altkreis Lüdinghausen, am 22. Juli Maria Magdalena zu feiern. An diesem Tag, den die Kirche der Frau aus Magdala widmet, treffen sich die kfd-Gruppen im Rosengarten von Seppenrade und stellen einander eine Apostelin vor, die ihrer Ansicht nach weit mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihr bislang zuteil wurde. Oder klarer formuliert: Eine Frau, die endlich nicht mehr auf eine kaum belegbare Rolle als Verführerin und reuige Sünderin reduziert werden soll.

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