1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Luedinghausen
  6. >
  7. Neue Strukturen schaffen

  8. >

„Forum der Generationen“

Neue Strukturen schaffen

Lüdinghausen

Eine gute Pflegeinfrastruktur zeichne sich dadurch aus, dass sie „wohnortnah ist und den Pflegebedürftigen einen geregelten Alltag ermöglicht“, erklärte Karl-Josef Laumann in seinem Vortrag beim „Forum der Generationen“ am Mittwoch im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, referierte zum Thema „Herausforderungen der Pflegeversicherung“. Und skizzierte dabei gleich eines der großen Probleme der Pflege: Da werde „das hohe Lied der häuslichen Pflege gesungen. Aber wo ist denn heute noch tagsüber jemand zu Hause?“ Denn immer häufiger seien ja in den Familien Frau und Mann berufstätig.

Peter Werth

Zwei fachkundige Referenten standen den Besuchern des „Forums der Generationen“ zum Gespräch zur Verfügung: Prof. Dr. Helmut Heseker (kl. Foto unten) und Staatssekretär Karl-Josef Laumann (kl. Foto oben). Foto: wer

Pflege, so der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, sei auf Dauer nur bezahlbar, „wenn die Menschen möglichst lange möglichst selbstständig leben“. Es gelte also Pflegestrukturen zu schaffen, die diese Problematik aufnehmen. 700 000 Menschen seien derzeit in der Altenpflege beschäftigt. Angesichts des demografischen Wandels müssten rein rechnerisch jedes Jahr 20 000 neue Pflegekräfte hinzukommen, um den Bedarf zu decken. Und so sei nicht die Finanzierbarkeit von Pflege seine größte Sorge, so Laumann. Die Frage sei vielmehr: „Wo finden wir die Leute, die diese Arbeit tun?“ Es brauche Menschen, „die sich kümmern“.

Mit der Frage einer gesunden Ernährung – auch im Alter – beschäftigte sich Prof. Dr. Helmut Heseker vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn. „Alle Organe müssen das Gefühl haben, gebraucht zu werden“, schlussfolgerte er am Ende seiner Vortrags. Das betreffe neben den Knochen und der Muskulatur auch Gehirn, Kreislauf und Verdauungstrakt des Menschen. Er verwies darauf, dass letztlich jedes Alter eine entsprechende Ernährung verlange. Wichtig seien zudem regelmäßige Bewegung und eine „bedarfsgerechte Ernährung“. Nur so könne eine gute Lebensqualität erzielt werden.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Bürgermeister Richard Borgmann die Besucher im bestens besetzten Kapitelsaal mit einem schwedischen Sprichwort begrüßt: „Gesundheit ist ein Geschenk, das man sich selber macht.“ Dem Seniorenbeirat und seinem Vorsitzenden Dr. Norbert Lütke Entrup dankte er für die Wahl zweier „topaktueller Themen“ für das „Forum der Generationen“. Das, so Lütke Entrup, inzwischen die sechste Auflage erlebe.

Startseite
ANZEIGE