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Kabarettist Alfons begeistert

Pointierte Gags und bissigen Kommentare

Lüdinghausen

Mit einer Kombination aus zündendem Humor, einer echten Liebe zur Kultur seiner beiden Heimatländer Frankreich und Deutschland sowie einem herzlichen Plädoyer für die Völkerfreundschaft begeisterte er Kabarettist Alfons das Lüdinghauser Publikum.

Von Arno Wolf Fischer

Alfons begeisterte bei seinem Auftritt in der Sekundarschule rund über 250 Gäste mit zündendem Humor und einem großen Herzen für die Völkerverständigung. Foto: Arno Wolf Fischer

Eigentlich bereits als Teil des Abos für 2020 von den Freunden der Kleinkunst geplant, konnte am Freitagabend endlich der lang erwartete Auftritt von Emmanuel Peterfalvi als TV-Reporter und Alfons mit seinem „Le best of“ stattfinden. Pandemiebedingt durften die Kleinkunstfreunde nicht die gesamte Aula der Sekundarschule füllen, aber sie hätten es problemlos geschafft.

Verkehrsschilder als Vorschlag

So erwarteten mehr als 250 Gäste den Auftritt des Kabarettisten, der zu den Stars des deutschen Unterhaltungsfernsehens gehört. Für seine Gratwanderung zwischen perfekt pointierten Gags und ernsten Kommentaren zur aktuellen Situation bereiteten ihm die Lüdinghauser einen gebührenden Empfang. Verkehrsschilder und Ampeln seien in Frankreich eher „Vorschläge“, stellte der Kabarettist etwa den Gegensatz zur vermeintlichen Ordnungstreue der Deutschen dar. „Ich weiß gar nicht warum die Berliner Mauer gebaut wurde. Für die Deutschen wäre doch schon eine rote Ampel ein unüberwindbares Hindernis gewesen“, trieb er den Schalk auf die Spitze. Ein revolutionärer Sturm auf die Bastille wäre hierzulande undenkbar gewesen, denn er hätte ja zunächst angemeldet und genehmigt werden müssen.

Mehr Ordnung im Swingerclub

Auch die Pandemiesituation war Thema des Abends. Omikron als Bezeichnung sei im Nachbarland zum Beispiel problematisch, da die erste Assoziation die politische Beschwerde „Oh, Macron!“ darstelle. Weiteres Highlight der gekonnten Darbietung war das Einspielen von Interviews mit dem „Puschelmikro“. Hier erkundete der Kabarettist die deutsche Kulturlandschaft und konnte kuriose Antworten präsentieren. Pointen wie der provinzielle Schützenverein, der das „Saufen“ als Kern seiner Tradition zugab oder das Rentnerehepaar, das sich klar für mehr Ordnung in den Swingerclubs aussprach, brachten den Saal zum Toben. „Wir dürfen nie vergessen, dass unser Europa ein fragiles Experiment ist“, wandte Alfons sich dann direkt an das Publikum. Sein Appell: „Lassen wir es doch noch etwas länger laufen.“ Diese Kombination aus zündendem Humor, einer echten Liebe zur Kultur seiner beiden Heimatländer und ein von Herzen kommendes Plädoyer für die Völkerfreundschaft sorgten für einen Abend, der bleibenden Eindruck hinterließ. Dass ein tosender Abschlussapplaus samt Zugabe zu erwarten war, hatte sich angesichts der Stimmung bereits nach wenigen Minuten abgezeichnet.

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