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Beate und Friedhelm Kürz retten kleine Fledermaus

„Prinz Dracula“ aufgepäppelt

Seppenrade

„Prinz Dracula“ ist Friedhelm Kürz direkt vor die Füße gefallen. gemeinsam mit seiner Frau Beate hat er jetzt eine kleine Fledermaus, die er vor seiner Garage gefunden hat, wieder aufgepäppelt. Wertvolle Tipps gab dazu Fledermaus-Experte Reinhard Loewert.

Peter Werth

Friedhelm (r.) und Beate Kürz – mit einem Modell in der Hand – haben sich am Wochenende als Lebensretter für eine kleine Fledermaus betätigt. Wertvolle Tipps kamen dafür von Reinhard Loewert, dem NABU-Experten für Fledermäuse. Foto: Peter Werth

Das Tier ist dem Ehepaar Kürz quasi vor die Füße gefallen. Zur Vorgeschichte: Gartenarbeit war am Samstag das Thema für Friedhelm und Beate Kürz. Und während sie hinter dem Haus aktiv war, kümmerte er sich um die Garageneinfahrt, kehrte dort Blätter zusammen. „Plötzlich bewegte sich eines der Blätter“, erzählt Friedhelm Kürz. Als er sich bückte, erkannte er eine winzige Fledermaus. Jetzt war guter Rat teuer.

„Wir wussten gar nicht, was zu tun war. Aber für uns stand fest, dass wir den Winzling retten wollten“, sagt Beate Kürz. Zunächst wurde er in einen mit Tüchern gepolsterten Karton gepackt und abgedeckt. Schließlich war helllichter Tag – und Fledermäuse sind ja nun mal nachtaktiv.

Friedhelm Kürz

Dann recherchierten die Seppenrader im Internet. Nach einem Anruf beim NABU in Coesfeld war schnell der Kontakt zu Reinhard Loewert hergestellt. Der Lüdinghauser ist weit über die Region als Fledermaus-Experte bekannt. „Er hat uns zunächst wenig Hoffnung gemacht, das Tier zu retten“, erzählt Beate Kürz. Aber das Ehepaar ließ sich nicht entmutigen. Loewert gab schließlich den Tipp, den kleinen Flugsäuger mit verdünnter Welpenmilch tröpfchenweise zu füttern. Diese „Babynahrung“ gab es in einem Lüdinghauser Fachgeschäft.

Beate Kürz

Mit einer Pipette gelang das dann auch. In 45-Minuten-Intervallen wurde gefüttert. Zum Abend, auch das ein Hinweis von Loewert, präparierte das Ehepaar eine knallgelbe Waschschüssel mit einer mit warmem Wasser gefüllten Flasche, über die eine weiße Socke gezogen wurde. Darauf platzierten sie den quirligen Knirps. „Der hatte noch geschlossene Augen und kein Fell“, sagt Beate Kürz.

Reinhard Loewert

Loewert tippt  darauf, dass das Tier höchstens vier Tage jung war. Rückwärts sei „Prinz Dracula“, so hatte das Ehepaar ihn getauft, die Flasche hochgekrabbelt. Die Schüssel hatte Friedhelm Kürz auf dem Dach der Garage platziert. Im Verlauf des Abends schaute er immer mal wieder nach, ob der kleine Säuger noch da war. Um 21.30 Uhr dieses Bild: „Da flog gut ein Dutzend Fledermäuse um die Schüssel“, erzählt er. Am nächsten Morgen war „Prinz Dracula“ verschwunden. Abgeholt von seiner Mutter, ist Loewert überzeugt. Er sagt dazu: „Fledermäuse sind sehr soziale Wesen.“ Die Tiere hätten sich wohl gegenseitig informiert.

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