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Verbot von Großveranstaltungen

Schützen suchen Lösungen

Lüdinghausen

Die Enttäuschung ist groß – obwohl sie es alle geahnt haben: Aufgrund des Corona-bedingten Verbots von Großveranstaltungen bis zum 31. August müssen die Schützenfeste in Lüdinghausen und Seppenrade ausfallen. Die Vorsitzenden suchen nun gemeinsam nach sinnvollen Nachholterminen.

Annika Wienhölter

Hätte eigentlich im Juli abgedankt: das aktuelle Königspaar Rainald Spräner (2. v. l.) und Irene Schulze auf‘m Hofe (l.). Die Beiden regieren seit 2016 die vierte Kompanie aus Tetekum der Seppenrader St.-Johanni-Bruderschaft. Foto: Michael Beer

Obwohl sie es alle geahnt haben: Das Corona-bedingte Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August sorgt bei den fünf Vereinen aus Lüdinghausen und Seppenrade, deren Schützenfeste für 2020 im Kalender stehen – oder besser: standen –, für Enttäuschung. Denn jetzt ist es Gewissheit: So wie gewohnt wird keines der Events über die Bühne gehen. Selbst das Schützenfest der Interessengemeinschaft Struck nicht. Zwar würde es „erst“ Anfang September steigen, aber: „Wer kann eine Verlängerung des Verbots ausschließen?“, fragt Vorsitzender André Schlierkamp. Zumal: „Alle vorbereitenden Maßnahmen können wir aufgrund des Kontaktverbots derzeit nicht durchführen.“ So seien längst einige Treffen wegen der Pandemie ausgefallen, beispielsweise die Vogeltaufe. Das sei schade. „Wir feiern nur alle drei Jahre. Deshalb ist das stets ein absolutes Highlight“, erzählt Schlierkamp. „Einige Leute haben ihre komplette Urlaubsplanung danach ausgerichtet.“ Aber die Gesundheit aller gehe natürlich vor. Er und sein Vorstandsteam wollen im Mai entscheiden, wie sie verfahren werden – 2021 oder turnusgemäß erst wieder 2023 feiern? Noch sei alles offen. „Wir müssen natürlich mit unserem Festwirt und den Musikern sprechen. Und mit den anderen Vereinen. Wir werden eine gemeinsame Lösung finden“, ist sich der Struck-Chef sicher.

Jan-Bernd Edelbusch

In die gleiche Kerbe schlägt Jan-Bernd Edelbusch. Der Vorsitzende des Schützenvereins Aldenhövel hat sich bereits via „Whats-App“ mit den Verantwortlichen diverser Vereine aus der Steverstadt abgestimmt: „Innerhalb der nächsten 14 Tage werden wir zusammen eine Entscheidung fällen.“ Zunächst sei dafür jedoch bei der Stadt angefragt worden, ab wie vielen Gästen es sich um eine Großveranstaltung handelt. Auch wenn die Antwort noch aussteht: „Entweder feiern wir ganz oder gar nicht“, meint Edelbusch. Ein Schützenfest unter strengen Sicherheits- und Hygiene-Auflagen sei keine wirkliche Alternative. Dann doch lieber verschieben. Nur: wohin?

Diese Frage stellen sich auch Thomas Hohenlöchter vom Schützenverein Brochtrup-Westrup sowie die beiden Vorsitzenden der Schützengilde Berenbrock, Bernd Strotmann und Roland Wewel. „Da müssen wir uns unbedingt mit allen Vereinen absprechen“, betont Letzterer.

Norbert Hohenlöchter

Die St.-Johanni-Schützenbruderschaft Seppenrade stellt die Absage aller Großveranstaltungen bis zum 31. August ebenfalls vor Probleme – zumal die vier Kompanie stets in einer fixen Reihenfolge als Ausrichter fungieren. 2020 wären die Schützen aus Tetekum dran gewesen. „Vor vier Jahren hatten wir Pech mit dem Wetter, jetzt fällt das ganze Fest ins Wasser“, macht Vorsitzender Norbert Hohenlöchter keinen Hehl aus seinem Frust. Dennoch ist klar: Am ersten Juli-Wochenende wird kein neues Königspaar ermittelt. „Es gibt mehrere Möglichkeiten. Eine Lösung müssen wir noch finden – mit allen Kompanien“, betont Norbert Hohenlöchter. Schließlich hätten die Dörfler, die 2021 wieder am Zug sind, längst mit den ersten Planungen begonnen.

Kurzum: In den kommenden Tagen wird zwischen den Verantwortlichen der Schützenvereine wohl ein reger (virtueller) Austausch stattfinden.

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