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Coronavirus erfordert kreative Ideen

St. Martin zum Mitnehmen

Lüdinghausen

Die St.-Martins-Umzüge in Lüdinghausen und Seppenrade fallen coronabedingt aus. Zumindest in ihrer bekannten Form. Stattdessen sind einige Alternativen angedacht.

Annika Wienhölter

2017 war die Welt noch Coronavirus-frei – und so konnte der alljährliche Martinsumzug der Hüwelgemeinschaft und des Kindergartens St. Monika Foto: Bastian Becker

Es ist eine Tradition, die Kinderherzen höher schlagen lässt: Jedes Jahr um den 11. November ziehen die Jungen und Mädchen mit ihren Eltern und leuchtenden Laternen singend durch die Dunkelheit, um an den Heiligen Martin zu erinnern. Wegen des grassierenden Coronavirus sind Veranstaltungen dieser Art und Größenordnung derzeit allerdings undenkbar.

Nach langen Überlegungen hätten sich die Teams der fünf Einrichtungen des Kita-Verbunds St. Felizitas – dazu zählen die Kindergärten St. Ludger, St. Monika, St. Dionysius sowie die Kita St. Marien und das Familienzentrum St. Elisabeth – erst kürzlich darauf verständigt, mehrere kleine Martinsumzüge mit den Müttern und Vätern zu veranstalten, erzählt Verbundleitung Jutta Tennhoff. „Doch die aktuelle Entwicklung hält uns auch davon ab.“ Deshalb sei nun angedacht, innerhalb der einzelnen Einrichtungen während verschiedener Aktionen ausschließlich mit den Kindern St. Martin zu gedenken. So widmen sich die Erzieher mit den Jungen und Mädchen beispielsweise während einer Projektwoche dem Thema. Ein Kita-Team trifft sich derweil an einem Freitagnachmittag mit den Kids auf dem Außengelände für einen Umzug im Miniformat samt Martinsspiel und Lagerfeuer mit Stockbrotbacken. Die morgendliche Dunkelheit wiederum wollen die Mitarbeiter einer anderen Einrichtung für einen kurzen Laternenzug nutzen. Und in einer Einrichtung startet ein St.-Martin-Videodreh, damit sich die Jungen und Mädchen die bekannte Geschichte vom Mantelteilen zu Hause mit ihren Familien ansehen können. „Es ist uns wichtig, trotz der aktuellen besonderen Situation die Herausforderung anzunehmen und für die Kinder Formen der Gestaltung zu finden, um Traditionen aufrechtzuerhalten“, sagt Tennhoff und betont, dass die Kita-Teams im Moment wegen der Pandemie äußert kreativ sein müssten. „Unser Ziel, partnerschaftlich und familienergänzend zu arbeiten, ist im Moment schwierig zu verfolgen, was wir sehr bedauern.“

Friedhelm Landfester

Michael Kertelge organisiert stets den ökumenischen Martinsumzug durch Lüdinghausen – inklusive Seniorenheim-Besuch, während dem die Jungen und Mädchen mit den Bewohnern Martinsgänse teilen. „Das alles müssen wir leider canceln“, verkündet der Pastoralreferent der St.-Felizitas-Gemeinde. Nach Rücksprache mit der evangelischen Pfarrerin Silke Niemeyer sei der Entschluss zur Absage gefallen.

Allerdings könnte sich Kertelge eine Art „St. Martin to go“ vorstellen. Die Idee: In der St.-Felizitas-Kirche sollen am 15. November (Sonntag) Tüten mit den Martinsgänsen und eventuell anderen Überraschungen hängen, die sich die Familien vor oder nach dem Gottesdienst abholen können.

Auch in Seppenrade werden 2020 keine Kinder mit Laternen durch die Straßen ziehen. Die Verantwortlichen des Heimatvereins, die das Event jedes Jahr zusammen mit diversen Gruppen aus dem Dorf und Vertretern der Mariengrundschule auf die Beine stellen, haben entschieden, die St.-Martin-Veranstaltung „ersatzlos zu streichen“, erzählt Friedhelm Landfester. „Wir machen nichts. Das Risiko ist einfach zu groß“, begründet der Vorsitzende der Heimatfreunde die Absage, zu der er sich gemeinsam mit Schulleiter Martin Flügel bereits vor dem Verkünden der jüngsten Coronaschutzmaßnahmen von Bund und Ländern schweren Herzens durchgerungen hatte.

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