Aktionstag gegen Antisemitismus am St.-Antonius-Gymnasium

Urteilsvermögen stärken

Lüdinghausen

Insbesondere mit Blick auf antisemitische Verschwörungsgeschichten in jüngster Zeit möchte das St.-Antonius-Gymnasium die Medienkompetenz der Jugendlichen weiterentwickeln und ihre Urteilskraft stärken. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Schule am deutschlandweiten Anne-Frank-Tag. Eine Schülergruppe wird eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust vorbereiten und durchführen.

Anne Frank wurde Anfang März 1945 im KZ Bergen-Belsen von den Nationalsozialisten ermordet. Foto: Anne Frank Haus

Das St.-Antonius-Gymnasium beteiligt sich am Anne-Frank-Tag. Dieser bundesweite Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus findet am Sonntag (12. Juni) rund um Anne Franks Geburtstag statt. Das Motto lautet: „Blick auf die Geschichte“. Anne Frank ist eines der bekanntesten Opfer des Holocaust und wurde durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs weltweit bekannt.

Ziel des Aktionstages ist es, dass Heranwachsende ihre Medienkompetenz weiterentwickeln und ihre Urteilskraft gestärkt wird. Dies gilt insbesondere auch hinsichtlich antisemitischer Verschwörungserzählungen in der Gegenwart, teilt die Schule mit. Zu den Lernmaterialien gehört die Ausstellung „Blick auf die Geschichte“. Sie erzählt auf sieben großformatigen Plakaten – gedruckt und online – die Lebensgeschichte von Anne Frank anhand von historischen Fotografien, die Anne Frank in der Zeit zwischen 1931 als zweijähriges Kind und zuletzt 1942 als 13-jährigen Teenager zeigen. Zwei Monate später musste die Familie Frank untertauchen und sich vor den Nationalsozialisten verstecken. Aus der Zeit im Versteck sind keine weiteren Fotos überliefert.

Zu sehen sind auf den Plakaten außerdem Anne Franks erster Wohnort in Frankfurt am Main, eine öffentliche Parade der Hitlerjugend am Frankfurter Bahnhofsplatz, das Haus in Amsterdam, in dem die Familie sich zwei Jahre lang versteckte und Anne Frank ihr Tagebuch schrieb. Gezeigt werden auch Fotos aus dem Leben ihres Vaters nach dem Krieg, der als einziger aus der Familie den Holocaust überlebte.

Zeitgleich erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen anhand der Wanderausstellung „Jüdische Nachbarn“. Es handelt sich um ein Biografie-geleitetes Projekt zum jüdischen Leben auf dem Land und in der Stadt in Lippe, im Rheinland und in Westfalen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Eine Schülergruppe wird im Anschluss an den Besuch der Ausstellungen für die gesamte Schulgemeinde eine Gedenkveranstaltung durchführen und ihren Gedanken freien Lauf lassen, warum sich die Auseinandersetzung mit dem (lokalen und regionalen) jüdischen Leben, der Kultur und Geschichte, insbesondere mit dem Leben Anne Franks, gerade auch heute noch lohnt, so das St.-Antonius-Gymnasium.

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