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Filmseminar am „Anton“

Wie man Propaganda entlarvt

Lüdinghausen

Im Dritten Reich drehten die Nazis viele antisemitische Propagandafilme. Einer der berüchtigsten Streifen war „Jud Süss“. In einem Filmseminar lernten Schüler des St.-Antonius-Gymnasiums nun, mit welchen Tricks die Zuschauer damals manipuliert wurden.

Mit großem Interesse hörten die Schüler der Q 2 die Ausführungen über die NS-Propaganda und sahen anschließend den antisemitischen Film „Jud Süss“. Foto: St.-Antonius-Gymnasium

Die Q 2 des St.-Antonius-Gymnasiums durfte nun, trotz eines engen Zeitplans vor den Klausuren, eine ganz besondere Geschichtsstunde erleben – bei einem Filmseminar, bei dem die Schüler „vermutlich mehr lernen als an einem Tag in der Schule“, so augenzwinkernd Schulleiterin Elisabeth Hüttenschmidt zur Begrüßung.

Die Oberstufenschüler setzten sich mit dem NS-Propagandafilm „Jud Süss“ auseinander. Organisiert worden war das Seminar von Johannes Kretschmer, Lehrer für Deutsch und Geschichte, unter Anleitung des Medienpädagogen Michael Kleinschmidt vom Institut für Kino und Filmkultur (IkF))

In einer Einführung bekamen die Schüler Informationen über die NS-Zeit, die Arten von Propaganda und die Filmindustrie zur Zeit des Nationalsozialismus. In der abschließenden Filmanalyse nach der Vorführung von „Jud Süss“ griff Kleinschmidt die „Filmtricks“, die vom Regisseur angewendet wurden, auf und thematisierte die Wirkungsweise der damit verbundenen antisemitischen NS-Propaganda. Danach konnten die Schüler der Q 2 mit dem Filmexperten diskutieren.

Der antisemitische Propagandafilm handelt von der historischen Figur Joseph Süß Oppenheimer, die in einem von der nationalsozialistischen Ideologie verzerrtem Kontext dargestellt wird. Dabei beruhe der Film, laut NS-Regime, angeblich auf historisch korrekten Begebenheiten.

Durch das Filmseminar wurde der angehenden Abiturientia des „Anton“ nicht nur ein Blick auf die Filmgeschichte Deutschlands ermöglicht, sondern es wurde auch die Kompetenz, unsichtbare Propaganda zu erkennen und zu bewerten, gestärkt, um auch in der Gegenwart in den sogenannten „sozialen Medien“ Antisemitismus erkennen und begegnen zu können.

Starker Applaus für die Ausführungen von Michael Kleinschmidt machte deutlich, dass das Filmseminar, das von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung mitfinanziert worden war, bei den „Anton“-Schülern großen Anklang gefunden hatte.

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