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Kirchenvorstand der St.-Felizitas-Gemeinde legt Wildacker an

Zuhause für den Hohlzahn

Lüdinghausen

Die Fläche soll Flora und Fauna als neues Zuhause dienen. Es geht den Verantwortlichen vom Kirchenvorstand der St.-Felizitas-Gemeinde darum, einen artenreichen Wildacker zu schaffen. Unterstützung für ihr Vorhaben haben sie sich vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld geholt.

Annika Wienhölter

Sind gespannt, wie sich Flora und Fauna auf dem Acker entwickeln werden: Max Pröbsting (l.), Hugo Kleuter (r.) und Herbert Franke (2. v. r.) vom Kirchenvorstand der St.-Felizitas-Gemeinde sowie Corinna Becke vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld. Foto: Annika Wienhölter

Neue Wege geht der Kirchenvorstand der St.-Felizitas-Gemeinde: Auf einer landwirtschaftlichen Fläche haben Max Pröbsting, Hugo Kleuter und Herbert Franke nun ein Experiment gestartet – gemeinsam mit Corinna Becke vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld. Auf dem Acker, den die Gemeinde seit mehr als 20 Jahren an Familie Franke verpachtet, soll ein naturnahes Areal entstehen, um die Artenvielfalt zu fördern. Am Donnerstagnachmittag hat Pröbsting Hafer eingesät. Damit ist der Versuch gestartet.

Mohn, Kamille und Kornblume sollen sich ansiedeln

„Ob es klappt, das wissen wir frühestens in einem halben Jahr“, sagt Franke. Und auch seine Mitstreiter sind allesamt gespannt, wie sich Flora und Fauna auf dem 8000 Quadratmeter großen Feld an der B 58 in Richtung Ascheberg entwickeln werden.

Ziel ist es jedenfalls, dass sich Ackerwildkräuter wie Mohn, Kamille und Kornblume ansiedeln. Außerdem hat Becke einige Samen einer Pflanze von der Roten Liste mitgebracht, die das Team des Naturschutzzentrums heranzüchtet. Spielt das Wetter mit, dann lässt sich schon bald der seltene Bunte Hohlzahn in Lüdinghausen bewundern.

Tiere können einen Unterschlupf finden

Aber auch vielen Tieren soll das Feld sowohl Schutz als auch Futter bieten. Die Verantwortlichen denken dabei insbesondere an Insekten, Vögel und das Wild. Damit Hasen, Rehe und Co ebenso wie Wildkräuter genug Platz zwischen dem Hafer finden, haben sich die Landwirte Pröbsting, Franken und Kleuter in Absprache mit Becke auf einen doppelten Saatreihenabstand verständigt. Und dann soll wachsen, was wachsen will. Chemie ist absolut tabu.

Weder Pflanzenschutzmittel noch Dünger sollen zum Einsatz kommen. Es wird sowohl auf die mechanische als auch die thermische Unkrautbekämpfung verzichtet, ebenso auf Untersaaten, Wachstumsregulatoren, Ablagerungen jeder Art sowie organische oder ätzende Düngemittel und Klärschlamm.

Erst im Frühjahr wird die Fläche wieder bearbeitet

Neben den drei Landwirten schaut auch Becke künftig regelmäßig nach, welche Pflanzen auf dem Feld stehen und welche Tiere sich dort tummeln. Sie möchte die Entwicklung fortlaufend dokumentieren.

Im Sommer wird das Getreide geerntet, den Winter über soll ein Stoppelacker bleiben. Erst im Frühjahr 2021 bearbeiten Pröbsting, Franke und Kleuter die Fläche wieder und säen neues Getreide ein. „Wir achten auf eine gesunde Fruchtfolge“, betonen die Landwirte – natürlich immer in Rücksprache mit Becke und ihrem Team.

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