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Nonnenbachbrücke

26 Tonnen flutschen an ihren Platz

Nottuln

Millimeterarbeit haben die Arbeiter geleistet, die die neue Nonnenbachbrücke eingesetzt haben. Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan, sodass die Brücke zum Martinimarkt-Jubiläum genutzt werden kann.

Von Ludger Warnke

Mit einem Schwerlastkran wurden die fünf, jeweils rund 26 Tonnen schweren Betonfertigteile der neuen Brücke an ihren endgültigen Platz gebracht. Foto: Ludger Warnke

26 Tonnen allerfeinster Stahlbeton hängen am Kranhaken. Langsam senkt sich das Brückenbauteil in die Grube für die neue Nonnenbachbrücke im Nottulner Ortskern. Routiniert drehen die Bauarbeiter die tonnenschwere Fracht in die richtige Position, senkt der Kranführer die Last auf die richtige Höhe herab. Auf den letzten Zentimetern kommt noch Hy­draulikkraft zum Einsatz, wenn das neue Bauteil in die Aussparung für die Dichtung gezogen wird. Und weil alles vorher schön fingerdick mit Gleitmittel eingerieben wurde, flutschen die 26 Tonnen Stahlbeton passgenau an ihren Platz.

Fünfmal geschieht das am Dienstagvormittag, dann ist die neue Nonnenbachbrücke „fertig“. Zumindest im Rohbau.

Aufmerksame Beobachter dieser Prozedur sind nicht nur Anlieger und Passanten. Auch Dipl.-Ing. Daniel Krüger von der Gemeinde Nottuln und Brückenbauingenieur Matthias Schiewerling verfolgen die Arbeiten ganz genau. Krüger hat für die Gemeinde die Maßnahme verantwortlich geplant und koordiniert und hat in vielen Diskussion die Politik auch von der Notwendigkeit überzeugen können. Beim Abbruch der alten Brücke habe sich gezeigt, dass die Erneuerung dringend geboten war, berichtet Krüger. Man habe nur eine Bewehrungslage gehabt, und die sei weggerostet.

Erneuerung war dringend notwendig

Auch Brückenbauexperte Matthias Schiewerling betont: „Das war keine Luxusentscheidung.“ Die Brückenerneuerung sei absolut notwendig. Dass der Nottulner als Mitarbeiter der Roxeler Ingenieurgesellschaft einen solchen Auftrag in seiner Heimatgemeinde bearbeitet, kommt auch nicht alle Tage vor. Zu viel Bedeutung möchte Schiewerling dem aber nicht beimessen: „Wir bearbeiten jeden Auftrag mit allergrößter Sorgfalt.“

Der Querschnitt der neuen Brücke ist deutlich größer und für ein 100-jährliches Hochwasserereignis zuzüglich einer Höhenreserve von 50 Zentimetern berechnet. Die Brückensohle wird auf beiden Seiten mit sogenannten Bermen, also mit einem Absatz ausgestattet, den Tiere als Weg zum Passieren dieser Stelle benutzen können.

Gut 12,8 Meter ist das neue Brückenbauwerk lang. Und damit deutlich kürzer als die alte 33 Meter lange Brücke. Entsprechend wird man künftig mehr vom Nonnenbach sehen. Am heutigen Mittwoch kommen die weiteren Betonfertigteile für den Abschnitt von der Brücke bis zum Haus Stöveken. Hier wird das neue Bachbett aus einem Betontrogbauwerk bestehen, das später mit einer naturnahen Steinschüttung versehen wird. Die Böschungen werden mit einem rotbraunen Klinker der Firma Hagemeister gemauert.

Der Einbau der Betonfertigteile am Dienstag und Mittwoch markiert den Höhepunkt der Tiefbauarbeiten. Jetzt können die Anschlussarbeiten für die Versorgungsleitungen durchgeführt werden, kann die Baugrube Meter für Meter verfüllt werden. Daniel Krüger rechnet damit, dass bis Ende der nächsten Woche die Tiefbauarbeiten bis auf kleinere Restarbeiten abgeschlossen werden können.

Dann geht es fließend weiter mit dem Oberflächenausbau. Für die neue Pflasterung muss der Unterbau entsprechend hergerichtet werden. Da sich durch die kürzere Brücke der Straßenverlauf ändert, müssen auch Straßeneinläufe und Regenwasserrinnen neu angelegt werden. Parallel werden die Arbeiten zur Montage eines neuen Brückengeländers und der Anschluss an das vorhandene Geländer durchgeführt.

„Derzeit liegen alle Arbeiten im Zeitplan“, freut sich Daniel Krüger. Deshalb geht er davon aus, dass zum Martinimarkt-Jubiläum Anfang November die ganze Fläche voll genutzt werden kann. Vielleicht werde noch nicht der ganze Bereich endgültig gepflastert sein, aber auch als geschotterte Fläche werde man diesen Bereich während der Martinimarkt-Tage nutzen können.

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