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„Musik zur Marktzeit“

300 Jahre Emotionen

Nottuln

Die „Musik zur Marktzeit“ hat sich eine treue Fangemeinde erobert. Diesmal waren mit demWarendorfer Tenor Stephan Hinssen und dem Telgter Organisten Michael Schmitt zwei besondere Künstler in Nottuln zu Gast.

Peter A. Schneider

Sie sorgten für eine wunderbare „Musik zur Marktzeit“: Organist Michael Schmitt und Tenor Stephan Hinssen Foto: Iris Bergmann

Selten sind die Grenzen zwischen sakraler und profaner Musik auf derartig angenehme Weise verschwommen wie in der „Musik zur Marktzeit“ am Donnerstag. Der Warendorfer Tenor Stephan Hinssen, in Nottuln schon seit Langem ein gern gesehener und gehörter Gast, hatte ein stilistisch weit gefächertes Programm zusammengestellt. Da stand eine Arie aus einer Händel-Oper (Farinelli lässt grüßen!) neben dem kontemplativen „Benedictus“ aus Bachs h-Moll-Messe. Subtile romantische Kunstlieder kontrastierten mit dem enervierenden Song „You raise me up“.

Bei allen Titeln war der Telgter Organist Michael Schmitt dem Gesangssolisten ein einfühlsamer und passend zurückhaltender Begleiter; in einer französischen „Ave Maria“-Vertonung von Jehan Alain ließ er seine Fähigkeiten als Orgelkünstler etwas durchschimmern. Vielleicht dürfen die Musikfreunde ihn als Solisten mal in Nottuln hören – vielleicht mit einem französischen Programm?

Stephan Hinssen zeigte mit sichtlichem Genuss seine musikalischen und technischen Qualitäten. Beeindruckend sein Spiel mit den verschiedenen Registerbereichen, bemerkenswert seine Pianofähigkeit, seine facettenreiche Klangfarbengestaltung. Muss man da seine gute Sprachverständlichkeit noch hervorheben? Das Publikum in der gut besuchten Martinus-Kirche hätte die kirchenmusikalische Andacht gern noch etwas ausgedehnt.

Und um zum Anfang zurückzukommen: „Immer wieder geht die Sonne auf“ – mit diesem weltlichen Lied von Udo Jürgens erklang als Finale eine in coronageprägter Zeit durchaus als geistlicher Impuls zu verstehende willkommene Zugabe.

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