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Aktionskreis João Pessoa Nottuln

5000 Euro für Hilfsprojekte freigegeben

Nottuln

Um die undurchsichtige Corona-Situation in Brasilien und Tansania und die Folgen für Menschen und Hilfsprojekte ging es bei der Jahreshauptversammlung des Aktionskreises João Pessoa. Aber auch Vorstandswahlen standen auf der Tagesordnung.

Von und

Foto: Aktionskreis Joao Pessoa

Nach coronabedingter langer Pause hat sich jetzt der Aktionskreis João Pessoa zur Jahreshauptversammlung getroffen. Im Anschluss an die Begrüßung durch die Vorsitzende Christel Plenter berichtete Margarete Gerber-Velmerig vom Tod ihrer Tante, Schwester Werburga Schaffrath (wir berichteten). Deren Projekt „Centro de Educacão Popular Irmã Werburga“ in Caruaru, Brasilien, unterstützt der Aktionskreis seit vielen Jahren.

In Bezug auf Corona ist die Situation in Brasilien – nicht zuletzt aufgrund des nicht nachvollziehbaren Verhaltens der Regierung – sehr dramatisch und wenig überschaubar, schreibt der Aktionskreis João Pessoa in einer Pressemitteilung. Auch in der Favela beim Centro habe es Corona-Tote gegeben, aber einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien inzwischen geimpft, berichtete Margarete Gerber-Velmerig. Das Centro hatte bis jetzt die ganze Zeit geschlossen. In dieser Zeit haben die Bediensteten durchgängig Lebensmittelpakete verteilt und damit den Menschen, die sonst ins Centro kommen, das Überleben gesichert. Inzwischen hat das Centro wieder geöffnet, und die Arbeit geht – sicher auch im Sinne von Sr. Werburga – gut weiter.

Viele Tansanier wollen sich nicht impfen lassen

Auch in Tansania ist die Lage hinsichtlich Corona unüberschaubar chaotisch. Trotz erster Lieferungen von Impfdosen, die jetzt zur Verfügung stehen, wollen sich viele Tansanier nicht impfen lassen. „Diese Zurückhaltung ist sicher auch auf das Verhalten und die Aussagen vieler Leugner und kruder Verschwörungstheoretiker bis in höchste Regierungskreise hinein zurückzuführen“, schreibt der Aktionskreis.

Wie Schwester Dr. Raphaela Händler kürzlich berichtete, hat es auch im Umfeld ihrer Projekte Infizierte, Erkrankte und Tote gegeben. Insgesamt sind ihre Mitschwestern sowie die Bediensteten in den Krankenhäusern und Schulen aber wohl bisher relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen.

Inzwischen ist Sr. Raphaela aufgrund ihres Alters nach mehr als 40 Jahren in Afrika zurück im Mutterhaus in Tutzing (wir berichteten). Von dort aus treibt sie aber weiterhin ihre Projekte voran, zum Beispiel den Bau eines Kindergartens und die Planung einer Berufsschule in Kabuhima im Norden Tansanias; die Erneuerung der Wasserversorgung und den Umbau eines Traktes zur Isolierstation im Krankenhaus in Nyangao; und die Beschaffung von Beatmungsgeräten und den Bau einer Sauerstoff-Abfüllanlage im Krankenhaus in Ndanda zur Belieferung des Krankenhauses in Nyangao.

Spenden kommen der Kasse zugute

Den Kassenbericht von Kassiererin Renate Praß nahmen die Anwesenden des Aktionskreises zustimmend zur Kenntnis, heißt es weiter. Neben einer Reihe von Einzelspenden hat das Aufstellen von Spendenboxen in einigen Geschäften auch einen beachtlichen Betrag in die Kasse gebracht. Die Kasse war von Reinhild Wrublik und Walter Mertens geprüft worden, und die Versammlung erteilte der Kassiererin sowie dem gesamten Vorstand Entlastung.

Bei den turnusmäßigen Wahlen zum Vorstand wurden Christel Plenter als Vorsitzende und Renate Praß als Kassiererin einstimmig wiedergewählt. Nach kurzer Beratung legten die Teilnehmenden fest, dass aus dem aktuellen Kassenbestand 5000 Euro als Unterstützung für die Projekte ausgezahlt werden sollen.

Gute Nachrichten gab es hinsichtlich der Erneuerung der Zertifizierung von Nottuln als „Fair Trade Town“. Christel Plenter berichtete, dass das Siegel nach 2015 zum vierten Mal verliehen wurde. Die erfolgreiche Handy-Sammlung im Rahmen der Gold-Handy-Sammelaktion für das Hilfswerk Missio wird zukünftig von Christine Simmes organisiert. Christel Plenter bedankte sich ausdrücklich bei Annette Guhr, die diese Aufgabe bisher übernommen hatte.

Schließlich wurde mitgeteilt, dass die im Frühjahr ausgefallene Fair-Trade-Kaffeeverkostung im Comes-Kaffeekontor im nächsten Frühjahr nachgeholt werden soll, heißt es abschließend.

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