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Land und Gemeinde schaffen Grundlagen für mehr Wohnraum

51 000 Quadratmeter neues Bauland

Nottuln

In Nottuln wird auf 51 000 Quadratmetern neues Bauland geschaffen. Dabei unterstützt das Land die Gemeinde. Am Montag war Ministerin Ina Scharrenbach deswegen in Nottuln.

Von Ludger Warnke

Vertreter der Ratsfraktionen und aus der Gemeindeverwaltung sowie des Landesunternehmens NRW.URBAN nahmen am Montag an der kleinen Feierstunde zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen Kommune und Land NRW teil. Vorne Ministerin Ina Scharrenbach mit NRW.URBAN-Geschäftsführer Ludger Kloidt (l.) und Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes. Foto: Ludger Warnke

In der Gemeindeverwaltung gibt es eine lange Liste von Interessierten, die gerne in der Gemeinde Nottuln bauen möchten. „Wir spüren die Stadtflucht aus Münster, wir spüren den Run auf den sogenannten zweiten Speckgürtel um Münster“, schilderte Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes am Montagnachmittag und ergänzte: „Vor allem jüngere Leute suchen in Nottuln eine neue Heimat, denen bietet Nottuln alles, was ein gutes Leben ausmacht.“

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes unterzeichneten am Montagnachmittag die Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung von Bauland am Niederstockumer Weg. Foto: Ludger Warnke

Rund 250 Wohneinheiten geplant

Zu dieser Situation passt das neue Kooperationsprojekt mit der Landesregierung perfekt: Auf einer rund 51 000 Quadratmeter großen Fläche am Niederstockumer Weg wird jetzt Bauland für rund 250 Wohneinheiten entwickelt. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Bürgermeister Thönnes unterzeichneten dafür am Montag eine Kooperationsvereinbarung. Auch trug sich die Ministerin in das goldene Buch der Gemeinde ein.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, trägt sich am 18. Oktober 2021 im Ratsaal der von Aschebergschen Kurie ins Goldene Buch der Gemeinde Nottuln ein. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes hat zuvor zusammen mit der Ministerin die Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung von Bauland in Nottuln unterzeichnet. Foto: Ludger Warnke

Das Land NRW unterstützt ausgewählte Kommunen im Rahmen der Landesinitiative „Bau.Land.Leben.“ bei der Entwicklung von Wohnbaugrundstücken. Ziel und Voraussetzung der Maßnahmen ist es, auf den Baugrundstücken vielfältige Wohnviertel zu realisieren, die mindestens 30 Prozent geförderten Wohnungsbau umfassen. Die Kommune erhält Unterstützung ganz praktisch mit einer „Entwicklungsgesellschaft auf Zeit“, konkret durch die Landesgesellschaft NRW.URBAN.

Beste Voraussetzungen in Nottuln

„Wir haben Nottuln ausgewählt, weil die Gemeinde die besten Voraussetzungen mitbringt, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Mich freut es sehr, dass wir mit der Zielvereinbarung der Gemeinde Nottuln dabei helfen, sich weiter entwickeln zu können“, sagte Ministerin Ina Scharrenbach. Zugleich gratulierte sie dem Gemeinderat, der mit seiner zustimmenden Entscheidung grünes Licht für die Kooperation gegeben hat. Auch deshalb wohnten der kleinen Feierstunde im Ratssaal der von-Aschebergschen Kurie Vertreter der Fraktionen bei.

Die gestrichelte Linie markiert den Bereich, der nun für die Schaffung von Bauland überplant werden soll. Erste Gespräche mit den Grundstückseigentümern laufen. Foto: OpenStreetMap-Lizenz ODbL 1.0, Stepmap.de

Gebiet am Niederstockumer Weg

Nach Auskunft von Jonas Sonntag, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt bei der Gemeinde Nottuln, „eignet sich die ins Auge gefasste Fläche aufgrund ihrer städtebaulichen Lage hervorragend für eine wohnbauliche Entwicklung mit unterschiedlichen Wohntypen“. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde ist der Bereich bereits für Wohnbebauung ausgewiesen. Konkret handelt es sich um die Fläche am Niederstockumer Weg, die sich zwischen Promenade und Rudolf-Harbig-Straße in Richtung Nachtigallengrunds erstreckt.

Für das Nottulner Projekt stellt die Landesregierung einen Finanzrahmen von insgesamt 5,7 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Auskunft von Ministerin Scharrenbach betreut NRW.Urban derzeit 14 Projekte dieser Art mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro.

Der verlängerte Arm der Kommune

Ludger Kloidt von der Geschäftsführung von NRW.URBAN berichtete, dass die Gesellschaft in Abstimmung mit der Gemeinde nicht nur den Ankauf von benötigten Flächen, sämtliche Planungsleistungen und die Projektkoordinierung übernehme, sondern auch den Bau der Erschließung und die spätere Vermarktung der Grundstücke. „Wir sind der verlängerte Arm der Kommune.“

Die ersten Gespräche mit den Grundstückseigentümern laufen. Ludger Kloidt: „Der Grunderwerb ist sicherlich der schwierigste Teil des Projektes, entsprechend behutsam gehen wir vor.“

Sind die Grundstücksfragen geklärt, kann mit der Detailplanung begonnen werden. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens werden erforderliche Gutachten wie zum Beispiel zu den Themen Umwelt und Verkehr eingeholt, auch gibt es natürlich eine Bürgerbeteiligung.

Ziel sei es, innerhalb von rund zwei Jahren Planungsrecht zu schaffen. Sollten bei der späteren Vermarktung der Grundstücke Überschüsse erwirtschaftet werden, gehen diese nicht an das Land, sondern an die Gemeinde Nottuln.

Wichtig: Im gesamten Verfahren behält der Rat der Gemeinde die Entscheidungshoheit. Gesetzt ist aber das Ziel, mindestens 30 Prozent geförderten Wohnungsbau zu realisieren.

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