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Projekt „Mapathon“ in Nottuln

ADFC erhofft sich Rückenwind

Nottuln

Hunderte von Millionen Euro stellt der Bund an Fördermitteln für den Ausbau des Radwegenetzes zur Verfügung. Nottuln sollte sich mit Projekten um diese Fördermittel bewerben, schlägt der ADFC vor. Um zu erfahren, wo Verbesserungen dringend notwendig sind, holt der ADFC mit einem besonderen Projekt die Bürger mit ins Boot.

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Die Qualität des Radwegenetzes in der Gemeinde lässt zu wünschen übrig. Der ADFC will einen Beitrag leisten, dass sich die Situation bessert. Foto: Johannes Oetz

„Wir wollen Druck machen!“ Das hat die Ortsgruppe Nottuln des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) in der fahrradarmen Winterzeit beschlossen. „Der Klimawandel erzwingt grundlegende Veränderungen unter anderem auch im Bereich des Verkehrs. Es ist heute allgemein anerkannt, dass wir weitgehend vom motorisierten Individualverkehr hin zu öffentlichem Nahverkehr und Ausbau von Rad- und Fußverkehr kommen müssen, um den CO-Ausstoß spürbar und nachhaltig zu verringern“, betont die ADFC-Ortsgruppe.

Das Bundesverkehrsministerium stellt bis Ende 2023 insgesamt 660 Millionen Euro an Förderungen zur Verfügung. Auch in Rat und Verwaltung der Gemeinde Nottuln sei dies angekommen, betrachte man die Vielzahl der verabschiedeten Anträge zum Radverkehr in den vergangenen Jahren. „Leider haben sich die Beschlüsse größtenteils (noch) nicht in Maßnahmen gewandelt, sondern liegen auf Halde“, erklärt der ADFC, der nach eigenen Angaben mit über 200 000 Mitgliedern das bundesweit gewichtigste Sprachrohr von Radfahrinteressen gegenüber der Politik ist. Und eine ähnliche Situation wie in Nottuln habe man auch in vielen anderen Kommunen festgestellt. Unter dem Begriff „Mapathon“ hat der ADFC ein Konzept entwickelt, mit dem, verkürzt beschrieben, Bürger sich einbringen können, um ein optimales Radwegenetz zu erstellen. Dies wird anschließend zur Verdeutlichung in eine Landkarte übertragen. Verbunden mit weiteren Hinweisen, zum Beispiel zu Ampelschaltungen etc., erfolgt im Anschluss die Übergabe der Karte an Rat und Verwaltung.

Mitglieder des Vorbereitungsteams (v.l.): obere Reihe: Richard Mannwald, Günter Dieker und Eva Küper; mittlere Reihe: Stephan Hofacker, Bernhard Witte und Leonie Glanemann. Unten: Wolfgang Lange Foto: ADFC Nottuln

Die ADFC-Ortsgruppe Nottuln hat dieses Konzept weitestgehend übernommen. Seit Dezember haben sich Mitglieder des ADFC Nottuln und interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden, um die Vorbereitungen hierzu voranzutreiben. Schnell wurde deutlich, dass in Pandemiezeiten keine Beteiligungsformen in Frage kommen, die eine Präsenz vor Ort erfordern. Deswegen entschloss sich die Gruppe, eine digitale Umfrage zu organisieren. Wichtig war ihr, dass möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger aus allen Ortsteilen und Altersschichten erreicht werden. Deswegen wurde Kontakt zu Vereinen, Parteien und Schulen aufgenommen. Mit Flyern und Plakaten, über Social-Media-Kanäle, Mund-zu-Mund-Propaganda und in der Osterzeit durch Infostände will die Gruppe Werbung für dieses Anliegen betreiben.

„Erfreulich ist, dass alle Parteien im Rat ihre Unterstützung zugesagt haben“, freut sich das Orga-Team. Die Umfrage, in der viel auf konkrete Wünsche und Erfordernisse rund um den Fahrradverkehr im Gemeindegebiet eingegangen wird, bleibt bis zum 18. April, 24 Uhr, geöffnet. In die Umfrage gelangt man mittels des QR-Codes auf den Flyern oder über die Webseite des ADFC Nottuln . Danach wird das Orga-Team die Ergebnisse auswerten und viel benutzte oder geforderte Wege in die Karte für Nottuln eintragen. Weitere Forderungen aus der Umfrage werden zusammengefasst.

Am 8. Mai (Samstag) soll das Ergebnis in einer Videokonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden. Das Ergebnis hieraus soll dann dem Bürgermeister übergeben werden.

„Wir werden sicher genau darauf achten, dass der große Schluck aus der Pulle der Bundesmittel nicht an Nottuln vorbeigeht und wir diese große Chance, unser Radwegenetz zukunftsfähig zu machen, nicht vergeben. Alle Parteien haben in ihren Wahlprogrammen den Klimaschutz und die Verkehrswende auf der Agenda. Wenn die Bevölkerung zahlreich mitmacht, haben Rat und Verwaltung genug Gründe, diese Maßnahmen dann auch zeitnah anzugehen. Die erforderlichen, relativ geringen gemeindeeigenen Mittel müssen in den Haushalt eingestellt werden. Mit Hilfe der zusätzlichen massiven finanziellen Unterstützung von Bund und Land können so die Voraussetzungen für eine Verkehrswende geschaffen werden“, erhofft sich der ADFC viel Rückenwind.

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