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Stefan Pölling im Martinistift

„Alles gehört vor Gott“

Appelhülsen

Stefan Pölling ist seit gut zwei Monaten als Seelsorger im Martinistift im Dienst. Und er sprüht vor neuen Ideen.

wn

Diakon Stefan Pölling ist neuer Seelsorger im Alexianer Martinistift. Eines seiner ersten Projekte war die Errichtung einer großen Krippe auf der Rasenfläche vor der Kirche. Foto: Carmen Echelmeyer

Eine Outdoor-Krippe, eine Klagemauer, aber auch gemeinschaftliches Innehalten am Morgen oder am Abend – an Projekten und Ideen mangelt es Stefan Pölling nicht. Der Diakon ist der neue Seelsorger in der Jugendhilfeeinrichtung Alexianer Martinistift in Appelhülsen.

Seit gut zwei Monaten ist Pölling nun im Dienst. Er hat bereits Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen geknüpft. Kein einfaches Unterfangen, da die oftmals traumatisierten Bewohner des Martinistifts schwer Vertrauen fassen und Konflikte und Stresssituationen eher körperlich als im Gespräch klären, heißt es in einer Pressemitteilung des Martinistiftes.

In der Adventszeit haben sich Pöllings „Früh- und Spätschicht“, ein spirituelles Angebot für Mitarbeiter und Jugendliche, bereits etabliert: „19 Jugendliche haben dieses Angebot angenommen“, berichtet Sven Homann, der als pädagogischer Leiter für das Martinistift zuständig ist. Die „Schichten“ finden in der Martinistift-Kapelle statt.

Die Krippe, die jetzt auf der Rasenfläche vor der Kirche aufgebaut wurde, ist ein Ort zum Innehalten – und auch ein Projekt von Stefan Pölling, das er gemeinsam mit Jugendlichen in die Tat umgesetzt hat. Mannshohe Figuren aus dem Krippenspiel, Tiere und Dekoration bieten einen wetterfesten Anziehungspunkt. „Die Nachbarn haben beim Dekorieren geholfen, was mich sehr freut“, berichtet der Diakon. Ein Spinnrad, Körbe oder kleine Leuchten schmücken die Krippe zusätzlich zu den stabilen Holzfiguren aus der klassischen Krippe.

Und noch etwas fällt an der Krippe auf: Außen befestigt hängt eine „Klagemauer“, ein kleiner Briefkasten, mit Steinmuster bemalt. „Die Jugendlichen können hier anonym ihre Sorgen einwerfen. Ich meine: Alles gehört vor Gott, nicht nur die schönen Erlebnisse.“ In einer gemeinsamen Andacht sollen die Zettel verbrannt werden. „Nicht, um die Sorgen zu vergessen oder abzutun, sondern um sie näher an den Himmel zu bringen“, betont der Diakon, der als gelernter Erzieher um die besondere Lebenssituation der Martinistiftler weiß.

„Wir wollen gemeinsam etwas gestalten und zum Mitmachen anregen“, hat sich Stefan Pölling zum Ziel gesetzt. Zugleich betont der Diakon aber, dass er nicht nur für die jungen Bewohner ein Ansprechpartner ist, sondern auch für die Alexianer-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch hier werde er künftig seine Schwerpunkte setzen, heißt es abschließend.

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