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Laub auf den Gehwegen

Ärgernis und zugleich Verpflichtung

Nottuln

Laub auf den Gehwegen von Bäumen vor ihren Häusern müssen in der Regel Anwohner entfernen. Für die Beseitigung sind sie ebenfalls verantwortlich. Auch wenn sie dann schon einmal 30 Säcke mit Blättern gefüllt selbst zum Wertstoffhof bringen müssen.

Diese Momentaufnahme vom Herbst 2021 zeigt den Zustand zwischen der einen und der nächsten Biotonnenabfuhr. In der rechten Biotonne befindet sich der eigene Grünabfall der Nottulnerin. In den beiden linken Biotonnen und den acht davorstehenden Säcken befindet sich das Laub der Baumallee. Foto: privat

Die Baumallee an der Dülmener Straße verursacht im Herbst immer eine große Menge Laub – zum Ärger der Anwohner. „Fällt das Laub auf den Gehweg, sind die Anwohner gesetzlich verpflichtet, das Laub zu entfernen“, betont Daniel Krüger, Betriebsleiter der Gemeindewerke. Der Baubetriebshof entferne regelmäßig das auf der Straße liegende Laub, die Blätter auf den Gehwegen allerdings nicht.

Auch für die Entsorgung des Laubs seien die Anwohner selbst verantwortlich erklärt Daniel Krüger. Eine Anwohnerin berichtet, dass sie die Laubberge vor ihrem Haus kaum noch bewältigen könne. 30 Säcke, gefüllt mit Blättern, habe sie im vergangenen Jahr zum Wertstoffhof gebracht. „Meine eigene Biotonne brauche ich für meinen eigenen Gartenschnitt“, sagt die Anwohnerin der Dülmener Straße Früher habe es einmal kostenlose zusätzliche Biotonnen für das Laub gegeben, doch diesen Service gebe es nicht mehr, bedauert sie.

Keine zusätzlichen kostenlosen Tonnen

Das stimme, bestätigt Cornelia Eismann, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste und Finanzen bei der Verwaltung. Bei diesen zusätzlichen Tonnen habe es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde gehandelt. Diese könnten jetzt nur noch kostenpflichtig zur Verfügung gestellt werden.

Auch Laubkörbe an den Straßen für die Entsorgung, wie sie andernorts aufgestellt würden, seien aktuell in Nottuln nicht geplant. Das sei auch aus Spargründen politisch nicht gewollt. Das Laub müsse eigenständig über die Tonne oder auch den eigenen Komposthaufen entsorgt werden, erklärt Cornelia Eismann.

„Wir haben einen hohen Baumbestand in der Gemeinde“, erklärt Daniel Krüger. Und das sei im Sinne der meisten Bürgerinnen und Bürger. „Wir planen oft Baumaßnahmen um Bäume herum“, berichtet Cornelia Eismann. Um jeden Baum werde auch von den Bürgerinnen und Bürgern gekämpft. Anwohner, die im Sommer vom Schatten und dem schönen Anblick profitierten, müssten sich allerdings auch um das Laub kümmern.

Daniel Krüger

Laut Paragraf vier, Absatz eins des Straßenreinigungsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen können Gemeinden die Reinigung der Gehwege durch Satzung den Eigentümern der an die Gehwege angrenzenden und durch sie erschlossenen Grundstücke auferlegen. In der Satzung der Gemeinde Nottuln über die Straßenreinigung und die Erhebung von Straßenreinigungsgebühren ist diese Pflicht auf die Eigentümer übertragen worden. Hausbesitzer können diese Pflicht auf Mieter übertragen. Die Gehwegreinigung umfasst laut Satzung unabhängig vom Verursacher auch die Beseitigung von Unkraut und sonstigen Verunreinigungen. Laub ist unverzüglich zu beseitigen, wenn es eine Gefährdung darstellt.

Daniel Krüger betont abschließend ausdrücklich, dass es nicht erlaubt sei, die Blätter auf die Straße zu fegen und auf diese Weise das Problem der Straßenreinigung zu überlassen.

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