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Hiroshima-Gedenken am kleinen Brunnen auf dem Stiftsplatz

„Atomwaffen dürfen keine Option sein“

Nottuln

Hunderttausende Menschen sind unmittelbar und im Nachgang der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und am 9. August 1945 umgekommen. Dieser Opfer wurde am Samstag bei einem Treffen auf Einladung des Bürgermeisters und der Friedensinitiative gedacht.

Iris Bergmann

Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und die Friedensinitiative (FI) Nottuln hatten am Samstagabend zum Hiroshima-Gedenktag am kleinen Brunnen auf dem Stiftplatz eingeladen. Foto: Iris Bergmann

„77 Jahre nach dem Massensterben in Hiroshima und Nagasaki müssen wir in Europa mit der Drohung eines Atomwaffeneinsatzes leben“, befürchtete Brigitte Balmer Landwehr, die neue Vorsitzende des Friedensinitiative (FI) Nottuln. Und Dorothea Deppermann, NRW-Landtagsabgeordnete der Grünen, forderte: „Atomwaffen dürfen keine Option sein.“ Die beiden Frauen waren die Rednerinnen des Hiroshima-Gedenkens am späten Samstagabend. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und die FI hatten an den kleinen Brunnen auf dem Stiftsplatz zu dem Gedenktag eingeladen.

MdL Deppermann sieht Frieden als Aufgabe der gesamten Gesellschaft

Im Zwielicht der untergegangenen Sonne begrüßte Gaby Mense-Viehoff, Koordinatorin und Organisatorin der Veranstaltung, die relativ kleine Runde. Jutta Schmalenbach stimmte mit der Querflöte musikalisch auf das Gedenken ein. Im Schein der Kerzenlichter auf dem Wasser des kleinen Brunnens machte Dorothea Deppermann in ihrer Rede deutlich, dass der Einsatz von Atomwaffen nicht nur gegen das Völkerrecht verstoße: „Sie dürfen kein Mittel sein, dessen sich Staaten zur Durchsetzung ihrer Interessen bedienen.“ Der russische Angriffskrieg zeige einmal mehr, dass das Streben nach Macht einer Person mehr bedeute, als der Schutz der Bevölkerung. Sie forderte: „Frieden ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.“ Regierungen und Staatschefs trügen die Verantwortung für ihre Entscheidungen.

Erinnerung an unermessliches Leid

Am 6. und am 9. August 1945 starben nach den Atombombenabwürfen hunderttausende Menschen. „Die Zahlen sind abstrakt“, meinte Brigitte Balmer Landwehr in ihrer Rede. „Sie erzählen uns nichts über das Leid der Betroffenen.“ Die FI-Vorsitzende erinnerte an den Besuch einer japanischen Abordnung in den Baumbergen 1995, bei der ein überlebender Militärarzt als Augenzeuge von schrecklichen Geschehnissen berichtete.

Zwar sei Hiroshima nun 77 Jahre her, aber man sei in der Zeit nur mit Glück und Verstand der Verantwortlichen weiteren Nuklearschlägen zwischen den USA und der Sowjetunion entgangen. „Seither wurde die Weltuntergangsuhr immer wieder von ein paar weniger auf ein paar mehr Minuten vor zwölf gestellt.“ Nur die Beseitigung aller Atomwaffen sei die Garantie, dass diese niemals eingesetzt werden.

Es war sehr dunkel rundherum, die Kuriengebäude strahlten nicht wie sonst, als mit einem gemeinsam gesungenen Lied die Gedenkveranstaltung endete.

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