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Liebfrauenschule

Beifall für „total engagierte“ Schüler

Nottuln

„Jugendliche begleiten Menschen mit Demenz“: Zum vierten Mal nahmen jetzt Zehntklässler der Liebfrauenschule in Nottuln an diesem Projekt teil.

Johannes Oetz

Teilnehmer und Organisatoren freuten sich über den erfolgreichen Abschluss der vierten Qualifizierungsmaßnahme für die Liebfrauenschüler Foto: Johannes Oetz

Ein größeres Lob konnte es wohl nicht geben. Hedi Overhoff von der Alzheimer Gesellschaft verkündete die Nachrichten daher auch mit einem trotz der Schutzmaske zu sehenden strahlenden Lächeln auf dem Gesicht: „Alle drei Vertreter aus den Altenheimen haben betont, dass ihr total engagiert wart und die bisherigen Kurse in ihrem Engagement übertroffen habt. Alle drei Vertreter würden euch gerne wiedersehen!“ Die so gelobten Schüler klatschten ob der netten Worte spontan Beifall.

Vom 28. Oktober bis zum 2. März fand zum vierten Mal das Schulprojekt „Jugendliche begleiten Menschen mit Demenz“ statt. Das Kooperationsprojekt der Liebfrauenschule Nottuln, der Alzheimer Gesellschaft und der Altenheime in der Gemeinde Nottuln endete gestern Mittag mit einer kleinen Feierstunde und der Übergabe der Zertifikate. Sie fand coronabedingt als „Open-Air-Treffen“ auf dem Schulhof statt.

Zuvor aber erzählten die 13 Schülerinnen und zwei Schüler der Klassen 10 a bis 10 d, was sie in den sieben Theorieeinheiten und den fünf Praxiseinsätzen (Hedi Overhoff: „Die Praxiseinsätze konnten glücklicherweise am 2. März noch vor der Corona-Epidemie erfolgreich abgeschlossen werden“) in den Altenpflegeeinrichtungen gelernt und gesehen hatten.

„Ich habe erstmals gesehen, wie es in Altenheimen so abläuft“, erklärte eine Schülerin. Eine weitere betonte, dass sie die Demenzerkrankung nun besser verstehe. Jeden Menschen könne die Krankheit treffen. „In Zukunft kann ich mit solchen Situationen besser umgehen. Es ist jetzt einfacher für mich, auf die Menschen zuzugehen. Und vor allem wurde mir klar, dass das gar nicht so schwer ist.“

Ein Schüler berichtete, dass ihm aufgegangen sei, dass Demenz immer noch ein Tabuthema ist: „Das ist aber nicht richtig. Man darf keine Scheu davor haben, über Demenz zu sprechen. Wichtig ist auch, dass wir die erkrankten Menschen immer für voll nehmen.“

Im Anschluss fand die Vergabe der Zertifikate statt, bei der jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eine Rose erhielt. Christa Hartmann (Kursleiterin), Hedi Overhoff (Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft), Mechthild Rensing (Schulseelsorgerin), Christiane Gutbier (Abteilungsleiterin) und Heinrich Willenborg (Schulleiter) war anzumerken, dass sie auf die mit großem Einsatz am Projekt teilgenommenen Schülerinnen und Schüler sehr stolz sind. Zwei Schüler, berichtete Christa Hartmann, überlegten sogar, ihr Freiwilliges Soziales Jahr in einem Nottulner Altenheim abzuleisten.

„Das finde ich ganz toll“, sagte Hedi Overhoff, die auch noch einmal darum warb, die alten Menschen in der Corona-Pandemie nicht zu vergessen: „Die alten Menschen leiden sehr unter der Einsamkeit.“

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