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50 Jahre Corona Musica

Bewegende Worte und bewegende Musik

Appelhülsen

Die Corona Musica nahm die Zuhörer am Sonntag mit auf eine Reise durch die eigene Geschichte. 50 Jahre gibt es das Ensemble um Helga Höfer bereits.

Von Axel Engels

Die Corona Musica feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Leiterin ist bis heute ihre Leiterin Helga Höfer. Foto: Axel Engels

Solch ein bewegendes Konzert wie am Sonntagnachmittag im bestens gefüllten Saal des Bürgerzentrums Schulze Frenking hat man wohl lange nicht mehr erlebt. Freie Stühle waren an diesem Tag Mangelware, schließlich wollte sich kein Liebhaber feinster Blockflötenmusik dieses außergewöhnliche Konzert entgehen lassen.

In der auch internationalen Musiklandschaft muss man wohl lange suchen, um ein Ensemble wie die Corona Musica zu finden, die seit fünf Jahrzehnten von derselben Person geleitet wird. So galt es an diesem Nachmittag nicht nur Jubiläum des einstigen „Spielkreises 3“ und von vielen am Anfang liebevoll als „Hausfrauen-Spielkreis“ bezeichneten Ensembles zu feiern, sondern auch das Wirken der Leiterin Helga Höfer. Für viele Menschen hat sie den Zugang zur Musik eröffnet, sachkundig, überaus kompetent und mit großer Herzenswärme.

„Hausfrauen-Spielkreis“ machte den Anfang

Die Corona Musica bezeichnet die nunmehr 87-jährige Musikerin selber als ihr Lebenswerk, aber sie hat zusammen mit ihrem Mann Prof. Harry Höfer natürlich noch viel mehr für das Kulturleben bewirkt. Auch Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, selbst bekanntlich ein passionierter und qualifizierter Flötenspieler, würdigte die Leistung von Helga Höfer mit bewegenden Worten. Und die Verbundenheit ihrer einstigen Schülerin Astrid Strege zeigte sich in den ganz persönlichen Schilderungen aus ihren musikalischen Anfängen von ersten Vorspielen bis hin zu kleineren Konzertauftritten mit Helga Höfer an ihrer Seite.

Thomas Witulski, der einzige Mann in dem immer von Frauen dominierten Ensemble, führte dann in das Jubiläumsprogramm ein, das wie eine Reise durch die Geschichte der Corona Musica konzipiert war. Wie alles begann, zeigte sich in dem „Reigen“ aus der „kleinen Frühlingsmusik“ von Heinz Haag. Danach ging es mit zwei Tänzen aus „The Fairy Queen“ von Henry Purcell stimmungsvoll in barocke Welten. Stilistisch zeigte sich hier die überaus fundierte Arbeit von Helga Höfer, stimmten die Manierismen und Verzierungen bis ins kleinste Detail.

Aber die Corona Musica war immer auch für ihre Ausflüge in „modernere“ Welten bekannt. Ob nun Werke von Hans Poser, Eberhard Werdin oder Hans-Ulrich Staeps, bei jedem Komponisten wussten sie deren Charakteristika in ein klangfarbenreiches Gewand zu kleiden. Acht verschiedene Blockflötentypen, von der Piccoloflöte bis zur Subbass-Flöte umfasst das Instrumentarium der Corona Musica, bereichert durch Krummhörner und Cornamusen sowie das Kortholt. Solche Instrumente hört man nur ganz selten in Konzerten, dabei zeigt sich aber auch der umfassende künstlerische Anspruch der Corona Musica.

Da galt es immer ein passendes Arrangement zu erarbeiten, um den jeweiligen Kompositionen gerecht zu werden. Mit Akribie und Feinsinn spielte das Ensemble, man spürte die innere Verbundenheit der Mitglieder untereinander, in einem lebendigen Dialog. Die Corona Musica ist eben nicht nur ein Musikensemble, sondern fast schon eine in der Musik vereinte Familie.

Umfassender künstlerischer Anspruch

Und so erlebte das begeisterte Publikum ein wirklich außergewöhnliches Musikerlebnis, wobei am Ende auch zwei sehr emotionale Werke von Prof. Harry Höfer erklangen. Als Helga Höfer dann noch eine Ehrenurkunde für ihre 50-jährige Leitung überreicht bekam, war dies Ausdruck eines liebevollen Respektes der Corona Musica für Helga Höfer, die immer mehr war als nur eine „reine“ Leiterin.

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