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Neue Kampagne

Biotonnen erhalten einen Sticker

Nottuln

Aus Biomüll lässt sich prima Biogas und Kompost gewinnen. Doch wenn zu viele Fremdstoffe im Müll sind, wird der Stoffkreislauf empfindlich gestört. Gemeinde und Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld reagieren mit einer Kampagne.

Ludger Warnke

Gaben den Startschuss für die Kampagne „Kein Plastik in die Biotonne“ in Nottuln (v.l.): Matthias Bücker (wbc), Thorsten Heck (Liebfrauenschule), Beigeordnete Doris Block und wbc-Geschäftsführer Stefan Bölte mit Schülern, die die Sticker verteilen werden. Foto: Ludger Warnke

„Kein Plastik in die Biotonne!“ Das hört sich selbstverständlich an, ist es allerdings nicht, wie die Praxis zeigt. „Stellenweise liegt der Fremdstoffanteil im Biomüll bei über zehn Prozent. Unter drei Prozent sind das Ziel“, berichtet Stefan Bölte, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (wbc), die im Kreis für die Entsorgung des Biomülls zuständig ist. Das Hauptproblem sind dabei die Plastikabfälle. Sie müssen vor der Weiterverwertung des Biomülls heraussortiert werden, was trotz Maschineneinsatzes enorme Kosten verursacht. Die wbc und die mit ihren zusammenarbeitenden Kommunen im Kreis haben sich daher der landesweiten Aktion „Kein Plastik in die Biotonne!“ angeschlossen.

Konkret zu spüren bekommen die Nottulner Bürger diese Aktion am kommenden Dienstag (2. Juli), wenn in der Gemeinde Nottuln wieder die Biotonnen geleert werden. 170 Schüler aus dem 8. und 9. Jahrgang der Liebfrauenschule werden morgens ab 8.15 Uhr durch alle Straßen im Ortsteil Nottuln gehen und jede Biotonne mit einem Sticker versehen: „Trenn Dich hier und jetzt von Deiner Plastiktüte“, ist da zu lesen, ergänzt durch vier Piktogramme, die deutlich machen: Biomüll in Papiertüten und lose ist okay, Biomüll in Plastiktüten und auch kompostierbaren Plastiktüten ist nicht okay.

Die Gemeinde Nottuln bittet die Bürger, die Biotonnen an kommenden Dienstag nicht sofort wieder wegzuräumen, sondern bis zur Mittagszeit am Straßenrand stehen zu lassen. Gabriele Warmeling, die in der Gemeindeverwaltung die Aktion betreut, hat für die Schüler 40 Bezirke gebildet. In Gruppen sind die Schüler unterwegs, ausgestattet mit Sicherheitswesten und einen offiziellen Schreiben der Gemeinde für den Fall, das Bürger Fragen haben. Rund 3000 Biotonnen, so Warmeling, werden die Schüler im Ortsteil Nottuln mit dem Sticker versehen. Für Bürger aus den anderen Ortsteilen liegen Sticker im Rathaus bereit.

Alle Beteiligten hoffen, dass durch die Sticker und weitere Informationen die Bürger dazu motiviert werden, auf Plastik im Bioabfall zu verzichten. Anfang 2020 werde man auch Stichprobenkontrollen in Nottuln durchführen, kündigte wbc-Geschäftsführer Bölte an.

Übrigens: Für jeden Sticker, den die Schüler auf die Tonnen kleben, gewährt die wbc 20 Cent als Spende an den Schulförderverein. Sowohl die wbc als auch die Gemeinde Nottuln sind der Liebfrauenschule dankbar, dass die Schüler die Verteilung der Sticker übernehmen.

Stellvertretender Schulleiter Thorsten Heck begrüßt diese Form der Zusammenarbeit, zumal das Thema Nachhaltigkeit der Schule sehr wichtig sei. Während die Jahrgangsstufen 8 und 9 sich bei der Sticker-Aktion engagieren, ist für die jüngeren Jahrgangsstufen noch eine Müllsammelaktion vor den Sommerferien geplant. Hier stehe man mit der Ortsgruppe Nottuln der Fridays for Future-Bewegung in einem engen Kontakt, berichtete Heck.

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