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Kunst und Kultur

Christoph Tiemann und das „Theater ex libris“ lassen Dracula lebendig werden

Nottuln

Stimmgewaltig und wandlungsfähig präsentierten Christoph Tiemann und das münstersche „Theater ex libris“ das Hörspiel von Bram Stokers „Dracula“. Und das Publikum gruselte sich dabei so richtig.

Von Iris Bergmann

Schauspieler Christoph Tiemann (2. v. r.) und das „Theater ex libris“ aus Münster sorgten am Freitagabend in Nottuln mit dem Hörspiel „Dracula“ für Gänsehaut im Publikum Foto: Iris Bergmann

Draußen war es dunkel, eiskalt und regnerisch. In der großen Halle der Polstermöbelwerkstatt der Firma Ahlers war es zwar trocken und angenehm, aber dennoch hatten die Menschen, die dort auf den Stühlen saßen, ein ums andere Mal Gänsehaut. Was sie erlebten war einfach der Horror. Dracula, der blutsaugende Herr der Dunkelheit, war lebendig geworden und trieb sein Unwesen. Zu Schaden kam indes keiner, im Gegenteil: Die Gäste genossen den Horror, der da von Schauspieler Christoph Tiemann und dem „Theater ex libris“ verbreitet wurde. Einmal mehr bot das Ensemble einen Kunstgenuss mit seiner Hörspielaufführung von Bram Stokers „Dracula“.

Der Verein „Kunst & Kultur Nottuln“ hatte eingeladen, und endlich klappte es: Nachdem die Aufführung zweimal pandemiebedingt hatte verschoben werden müssen, konnten die Künstler nun „in diesem Horrorherbst des Jahres 2021“ endlich nach Nottuln kommen, wie Bernhild Kunstleben, 2. Vorsitzende des Vereins, bei der Begrüßung formulierte. Aber Horror sei nicht immer nur furchtbar, sondern er könne auch Genuss bedeuten, entließ sie das Publikum in die Geschichte.

Im dritten Anlauf hat es geklappt

Und die fing zunächst relativ harmlos, ja beinahe idyllisch an. Die hübsche Mina Murray begleitete ihre Freundin Lucy zum Urlaub in das kleine Küstenörtchen Whitby in North Yorkshire. Doch nach einem fürchterlichen Sturm trieb ein Schiff mit einem Toten an Bord in den Hafen. Und von da an war nichts mehr, wie es war. Tiere verhielten sich merkwürdig, Lucy erkrankte schwer und Mina fand zwei merkwürdige kleine Narben an ihrem Hals.

Das Ensemble um Tiemann war stimmgewaltig und wandlungsfähig. Und wer die Augen schloss, sah die einzelnen Figuren der Geschichte vor sich. Zu den Szenen gab es Bilder auf der Leinwand, und alles wurde unterlegt durch eine passende Geräuschkulisse. Da gab es das Kreischen der Möwen, das fahrende Schiff auf dem Meer, das Pfeifen des Sturms an der Küste, ja selbst dichter Nebel war „zu hören“. Mit all dem sogen die Akteure die Zuhörerinnen und Zuhörer förmlich in die Horrorgeschichte hinein.

Das Publikum ließ sich nur zu gern darauf ein und belohnte die Akteure am Ende mit langem Applaus.

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