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Evangelische Friedens-Kirchengemeinde

Das Nachdenken wird weitergehen

Nottuln

Das Presbyterium hat die Evangelische Friedens-Kirchengemeinde analysiert und neue Konzepte entwickelt. Die sollen eine Gemeinde mit schwindenden Mitgliedern und rückläufigen Finanzen neu aufstellen helfen.

Von Marita Strothe

Am Ausgang standen Gefäße zum Abstimmen bereit: Per Murmeleinwurf konnte man für die weitere Nutzung eines Gemeinschaftskelches oder für die Einführung eines Geschirrs aus kleinen Bechern stimmen. Foto: Marita Strothe

„Ich träume eine Kirche . . .“, sangen Pfarrerin Regine Vogtmann, Christa Bröcker, Tobias Schleutker und Klaus Bratengeyer am Sonntag in einer kurzen Andacht zu Beginn der Gemeindeversammlung im Forum des Rupert-Neudeck-Gymnasiums. Während der Veranstaltung bewies danach das Presbyterium den gut 50 Gästen, dass es nicht nur träumt, sondern bereits konkrete Überlegungen für gemeinsame Schritte in die Zukunft der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde entwickelt hat.

Pfarrerin Katrin Ring aus Billerbeck übernahm die Versammlungsleitung und stellte die Presbyteriumsmitglieder und deren Zuständigkeiten vor. „Wir erleben bereits seit geraumer Zeit einen nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel“, stieg Presbyteriumsvorsitzender Tobias Schleutker ins Thema ein. Der Trend sei eindeutig. „Wir werden die 50 Prozent unterschreiten“, so Schleutker zum Anteil der Kirchenmitglieder in der Bevölkerung. „Auch in Deutschland gibt es trotzdem viele Menschen, die hoch engagiert sind.“

Entwicklung eines Zukunftsmodells

Das Leitungsgremium hatte sich daher mit der Entwicklung eines Zukunftsmodells für die Kirchengemeinde beschäftigt und stellte Ideen und Lösungsansätze zur Debatte. Diakon Ralf Kernbach ging auf die Konfirmandenarbeit ein. Er informierte, dass bereits seit 2020 von einem Kompetenzteam ein neues Konzept entwickelt werde. Im September dieses Jahres soll nun das Modell KU 3/8 starten, bei dem die Vorbereitung auf die Konfirmation bereits parallel zum 3. Schuljahr stattfindet. Die Arbeit mit den Achtklässlern vor der Konfirmation sei bereits jetzt zielbewusst auf ein Jahr komprimiert worden.

„Wenn die Mitgliederzahlen sinken, sinken auch die Kirchensteuerzahlen“, griff Jürgen Saget das Problem der Finanzierung auf. Vornehmlich zu dem Zweck, die Gebäude zu erhalten, in denen die Gemeinde christliches Leben gestalte, sei ein Förderverein in Planung. In Kürze werde dazu ein Flyer an die Haushalte verteilt.

Einige Überlegungen hatte das Leitungsteam zudem zur Gebäudenutzung angestellt. „Wir haben vier Gebäude, die ausschließlich von uns genutzt werden“, berichtete Regine Vogtmann vom Ergebnis einer Gebäudestrukturanalyse. Eine erste Idee sei das Hineinholen der Bücherei aus dem Appelhülsener Gemeindehaus ins benachbarte Friedenshaus. Dann könne das Gemeindehaus vermietet werden. Die Anwesenden nahmen diesen Gedanke durchaus mit gemischten Gefühlen auf. Weitere Ideen, wie etwa die Anregung von Markus Wrobel, die Räume weiter parallel zu nutzen, sie aber abends für Volkshochschulkurse anzubieten, wurden aus der Versammlung vorgeschlagen und aufgenommen.

Soll die Gemeinde ein Kolumbarium einrichten?

Jürgen Saget stellte Überlegungen zu einem Kolumbarium vor. Solch eine überirdische Begräbnisstätte für Urnen könne auf dem Gelände der kirchlichen Gebäude entstehen, in Appelhülsen etwa auf den Rasenflächen vor dem Friedenshaus und dem Gemeindehaus. „Wir wollen den Gedankenprozess mit dem heutigen Tag nicht beenden“, freute er sich über die spontane Idee aus der Versammlung, solch ein Bauwerk mit dem Bibelgarten zu verbinden.

Breite Zustimmung fand der Arbeitsauftrag an das Presbyterium, das Thema Vermietung von Räumlichkeiten weiterzuentwickeln. Und auch der Gedanke des Kolumbariums wurde mehrheitlich befürwortet.

„Eine Menge kleiner Punkte“, so Saget, wurde den Gästen danach noch vorgestellt. Da ging es unter anderem um die Gestaltung des Johanneshauses, um Flüchtlingsarbeit, die Mithilfe beim Verteilen des Gemeindebriefes und im Bibelgarten, um die Mitmachmöglichkeiten in den Chören sowie die Internetpräsenz neben der Homepage auch in den Sozialen Medien.

Anregungen aus der Versammlung aufgenommen

Pfarrerin Vogtmann wies auf die Arbeit an einem Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt hin, das im Herbst fertiggestellt sein soll. Im April werde es dazu eine Infoveranstaltung geben. Zum guten Schluss stand die Anschaffung von neuem Abendmahlsgeschirr zur Debatte: Soll es mit einem großen Gemeinschaftskelch weitergehen oder soll man zu einem Geschirr aus kleinen Bechern wechseln? Darüber konnte am Ausgang mittels Murmeleinwurf abgestimmt werden.

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