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Andreas Zumach zum Ukraine-Krieg

Das Sterben geht weiter

Nottuln

Andreas Zumach sieht den Ukraine-Krieg noch lange nicht an seinem Ende. Trotzdem entwarf er bei einer Online-Veranstaltung der Friedensinitiative Perspektiven für die Zukunft.

Andreas Zumach hat schon häufiger auf Einladung der Nottulner FI Vorträge gehalten. Foto: WN-Archiv/Kristin Flory

Kaum ein Kommentar in den Medien, kaum ein Tweed von Politikern, in dem nicht aufgefordert wird, jetzt verstärkt schwere Waffen – auch Offensivwaffen wie den Panzer Leopard 2 - an die Ukraine zu liefern. Jetzt müsse Russland besiegt werden. An­dreas Zumach, Referent des Online-Vortrags am Montag, zu dem die Friedensinitiative Nottuln (FI) eingeladen hatte, gab sich da nachdenklich: „Man muss nicht Pazifist sein, um diese Waffenlieferungen für pro­blematisch zu halten. Putin hat trotz aller Schwierigkeiten immer noch die Eskalationsdominanz und die größere Durchsetzungsfähigkeit.“

Nach wie vor gäbe es eine große Überlegenheit der russischen Armee, wird Zumach in einer Pressemitteilung der FI zitiert. Und bei einer Generalmobilmachung stünden den Ukrainern 2 Millionen russische Soldaten entgegen. Diese Überlegenheit sei besonders hoch im Bereich der Luftwaffe. Aus gutem Grund würde der Westen keine Kampfflugzeuge liefern oder eine Luftüberwachung beschließen.

„Putin hat immer noch die Eskalationsdominanz“

Und zu guter Letzt sei da noch die Drohung mit Atomwaffen. Friedensforscher in allen Ländern hielten die Gefahr eines Atomkrieges für so groß wie nie zuvor seit Existenz dieser Massenvernichtungswaffen. Es bestehe die Gefahr, dass Putin sich mit der „Wende“ im Krieg nicht abfinden werde. Schon jetzt gingen die Angriffe auf die Infrastruktur (Wärme und Strom) mit brutaler Härte und gesteigert weiter.

Zumach: „Statt Waffen zu liefern, sollten die EU und die USA und China auf Verhandlungen setzen und die Parteien dazu drängen. Vorschläge dafür gibt es. Es fehlt nur der Wille auf allen Seiten.“ Gekämpft würde jetzt für einen Sieg oder zumindest für eine starke Verhandlungsposition. Dafür müssten weiter viele Menschen sterben.

Perspektive für eine „ernsthafte Zeitenwende“

Ausführlich skizzierte der Journalist, wie eine „ernsthafte Zeitenwende“ aussehen könne: „Wir sollten den Begriff positiv füllen. Stichworte dazu: Klimaschutz, eine ökologische Politik mit dem vollständigen Umbau der Gesellschaft auf Basis regenerativer Energien, drastische Abrüstungsschritte und Rüstungskontrolle und eine sozial gerechte Verteilungspolitik, die verhindert, dass ganze Gesellschaftsteile und Ländern abgehängt werden.“

Welche Maßnahmen Zumach vorschlägt, ist im Internet nachzuvollziehen. Der Vortrag ist aufgenommen worden und über die Seite der FI (www.fi-nottuln.de) oder über den Youtube-Kanal der FI erreichbar.

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