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Coubertinstraße

Deilmann: Bäume nicht fällen

Nottuln

Der Architekt Gregor Antonius Deilmann hat die Bebauung und Bepflanzung der Coubertinstraße geplant. Jetzt meldet er sich zu der aktuellen Diskussion zu Wort.

-luw-

Die Bäume prägen die Coubertinstraße. Gregor Antonius Deilmann, der die Bebauung entwarf, ist gegen ihre Entfernung. Foto: Ludger Warnke

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt der Appelhülsener Gregor Antonius Deilmann die Diskussion in Nottuln über die Coubertinstraße. Deilmann hat ein hohes persönliches Interesse, schließlich ist er der Architekt, der die seinerzeit ungewöhnliche Bebauungs- und Bepflanzungskonzeption entworfen hat. Dass nun Bäume im großen Stil gefällt werden sollen, ist aus seiner Sicht der falsche Weg. Auch das in der jüngsten Ausschusssitzung vorgebrachte Argument, wonach eine Baumreihe quasi direkt auf den Gasleitungen steht und deshalb ein Risiko darstellt, hält er für nicht überzeugend. „Die Gasleitungen wurden als Doppelmantel-Leitungen verlegt. Der äußere Mantel dient der ständigen Sicherheitsüberwachung und automatischen Fehlermeldung an die zen­trale Überwachungsstelle des Versorgungsunternehmens“, schildert Deilmann im WN-Gespräch. Von der Gelsenwasser habe er erfahren, dass für die Coubertinstraße bisher keine Fehlermeldungen eingegangen seien. Deilmann: „Soll heißen, es sind seit 1984 keine Beschädigungen gemeldet worden. Bei den Kontrollen vor Ort konnte auch keine Beeinträchtigung der Leitungen festgestellt werden.“

„Keine Beschädigung der Gasleitungen gemeldet“

Wichtig ist dem Appelhülsener Architekten, dass die Bürger, mehr noch die Entscheider in Rat und Verwaltung ein Gespür für das besondere Konzept dieser Siedlung bekommen. Deilmann hat deshalb für die Gemeinde eine Chronologie der Entstehungsgeschichte der Coubertinstraße verfasst.

„Im Jahr 1983 wurde an uns durch die Gemeinde Nottuln und die LBS die Frage gerichtet, was man mit dem Grundstück in Nottuln, an der Dülmener Straße gelegen, machen könne. Zurzeit sei das Grundstück nicht zu vermarkten“, schildert er und berichtet, dass Investoren, die an einem von ihm konzipierten Wohnprojekt (142 Wohneinheiten) in Dorsten beteiligt waren, auch zu einem Engagement in Nottuln bereit waren. „Die Idee war geboren: Keine Hochhäuser wie in den 70er-Jahren. Es wurden für kleinste Grundstücke mit einer Größe von 150 bis 200 m² Mietwohnungen im Einfamilienhaus-Charakter entwickelt. Jedes Haus/Wohnung erhielt einen Garten. Platz für den Pkw war auf den Grundstücken nicht vorgesehen. Parkplätze waren in überdachten Parkhäusern geplant und als Sondereigentum den Wohnhäusern zugeordnet.“

Besonderer Charakter der Straße

Mit damals 60 Investoren/Bauherren sei der 1. Bauabschnitt „Bezahlbares Wohnen zur Miete im Einfamilienhaus-Charakter“ realisiert worden. „Einzigartig und zufriedenstellend“, wie der Appelhülsener betont.

Die Straße sei als verkehrsberuhigte Spielstraße geplant und mit Bäumen begrünt. Die Baumbepflanzung sei, auch wenn sie Abweichungen gegenüber der Entwurfsplanung aufweist, Bestandteil der ausgeführten Bebauung, denn sie trage im Wesentlichen dazu bei, dass die klimatischen Funktionen im Wohnumfeld gegeben seien und erhalten blieben.

Bewusst habe man sich für Säulen-Hainbuchen als pflegeleichte Baumart entschieden. Deilmann: „Sie haben ihr maximales Wachstum erreicht. Sie werden nicht mehr höher und breiter. Und ihre Wurzeln werden keine Häuser beschädigen.“

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