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Einweihung des Corona-Gedenkortes am 11. Dezember

Die Erinnerung wachhalten

Nottuln

Die Corona-Pandemie – die ja noch lange nicht vorbei zu sein scheint – hat ihre Spuren hinterlassen. Auch in Nottuln. Daran möchten die Gemeinde und die Kirchen erinnern und haben deshalb eine Gedenkstätte geschaffen.

Daniel Krüger von den Gemeindewerken (l.) und Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes überprüfen die Standfestigkeit der Tafel aus Corten-Stahl, die am Corona-Gedenkort an der Ecke Bodelschwinghstraße/Nikolaus-Groß-Straße aufgestellt worden ist. Foto: Gemeinde Nottuln

Noch im Sommer war es nur ein kleines dreieckiges Wiesenstück an der Bodelschwingstraße/Ecke Nikolaus-Groß-Straße, auf dem sich Dank der großzügig angelegten Blühstreifen viele Insekten tummelten. Jetzt hat das Wiesenstück sein Aussehen gewaltig verändert. Drei frisch angepflanzte Apfelbäume stehen im kurz geschnittenen Gras und an der Seite zum Gehweg hat eine große schlichte Tafel aus mittlerweile schon etwas rostigem Corten-Stahl ihren Platz gefunden. Die Stahlplatte, gesponsert von der Firma Humberg, trägt die gelaserte Inschrift „Wir erinnern uns an die Corona-Pandemie, die im März 2020 ihren Anfang nahm und auch Menschen aus der Gemeinde Nottuln schwer getroffen hat“.

Davor steht eine Bank. Sie lädt, so schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung, zum Verweilen, zum Nachdenken und auch zum Trauern ein – zum Umgang mit dem oft schier Unbegreiflichen: einen Familienangehörigen, einen Freund, einen Nachbarn oder einen Bekannten an das Corona-Virus verloren zu haben. Dieser Ort soll an die Zeit erinnern, die alle Menschen eingeschränkt und verändert hat.

Die Nottulnerinnen und Nottulner, die im Bereich der Bodelschwingh- und Nikolaus-Groß-Straße wohnen, haben die Verwandlung der Wiese zum Corona-Gedenkort im Laufe der vergangenen Wochen Stück für Stück miterlebt. Genau wie die Passanten, die jeden Tag an der Wiese vorbeilaufen oder -fahren. „Es ist schön, dass der Gedenkort gerade an dieser zentralen Stelle in Nottuln entstehen konnte“, sagt Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes.

„Eine zentrale Stelle in Nottuln.“

Auch Pfarrdechant Norbert Caßens begrüßt es, dass die Wahl auf diese Stelle mitten in Nottuln-Süd gefallen ist: „Hier ist ein optimaler Platz für das Denkmal gefunden worden“. Und Regine Vogtmann, Pfarrerin der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde ist davon überzeugt, dass „es ein sehr schöner Ort werden wird“.

Am 11. Dezember (Samstag) wird der Gedenkort, der auf Initiative der Gemeinde Nottuln und der beiden Kirchengemeinden entstanden ist, um 15 Uhr offiziell seiner Bestimmung übergeben. Musikalisch begleitet wird die Feierstunde von Emanuel Matz, Cellist der Dortmunder Philharmoniker.

Auch die Nottulner Künstlerin Andrea Aupers wird bei der Einweihung des Platzes dabei sein. Sie schenkt aus diesem Anlass heraus der Gemeinde Nottuln ihre Sozialplastik, die sie in Zusammenarbeit vieler Beteiligten im Laufe dieses Corona-Jahres geschaffen hat. Die Figur trägt ein „Kleid“ aus Worten, Sätzen und Symbolen, die die Nottulnerinnen und Nottulner auf buntes Papier geschrieben haben und dann auf die Plastik geklebt haben.

Sozialplastik ergänzt die Gedenkstätte

„Das Gedenken an die Corona-Pandemie ist ein Akt des Respekts, der Trauer und des Mitgefühls“, sagt Andrea Aupers dazu, „diese Sozialplastik ist durch die Farben und ihre Form ein Ausdruck von Lebendigkeit und Gemeinschaft, die es auch in dieser Zeit der Einschränkungen und Ängste gibt und uns an das Leben und seine Möglichkeiten, es zu gestalten, erinnert.“

Um die Pflege der kleinen Gedenk- und Begegnungsstätte werden sich die Gemeindewerke kümmern. Dazu gehört neben dem Mähen des Wiesenstücks, auf dem Blühsamen und Blumenzwiebeln ausgebracht worden sind, auch die Versorgung der Apfelbäume. Denn die sollen als Augenweide im Frühjahr nicht nur schön blühen, sondern im Sommer und Herbst auch reichlich Obst tragen. Das darf dann von den Schülerinnen und Schülern der Nottulner Schulen gepflückt und verarbeitet werden. „Auf diese Weise schaffen wir es, dass der Gedenkort für die Opfer der Corona-Pandemie zu einem ganzjährigen Begegnungsort für kleine und große Nottulnerinnen und Nottulner wird“, sind alle Beteiligten überzeugt.

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