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Deutsches Rotes Kreuz schafft hochmoderne Verpflegungsmodule für Notfallsituationen an

Die Gulaschkanone hat ausgedient

Nottuln

Das Deutsche Rote Kreuz in Nordrhein-Westfalen hat neue Verpflegungsmodule. In Nottuln wurden jetzt die ersten Helfer an diesen hochmodernen Nachfolgern der Gulaschkanone ausgebildet.

Das DRK präsentiert stolz die neuen Verpflegungsmodule und die dazugehörigen Betreuungs-Lkw. Foto: DRK-Landesverband

Das Deutsche Rote Kreuz in Nordrhein-Westfalen wurde vom Land mit neuen hochmodernen mobilen Küchen, sogenannten „Verpflegungsmodulen NRW“, ausgestattet. Der erste Lehrgang zur einsatztaktischen Bedienung dieser Module fand am Wochenende im DRK-Logistikzentrum in Nottuln statt.

Wenn schnell viele Menschen mit Essen und Trinken versorgt werden müssen, dann ist das DRK zur Stelle. Der Betreuungsdienst kümmert sich um Menschen, die etwa aufgrund eines Bombenfundes evakuiert und versorgt werden müssen, oder um diejenigen, die aufgrund einer Flutkatastrophe ihre Häuser verlassen mussten, schreibt der Landesverband in einer Pressemitteilung.

Erster Lehrgang in NRW

Bei dem neuen Verpflegungsmodul handelt es sich um eine vollständig induktiv arbeitende und mobil einsetzbare Küche. Modernste Küchentechnik ermöglicht es, in kurzer Zeit am Einsatzort für bis zu insgesamt 300 Betroffene und Hilfskräfte zu kochen. Das mobile Versorgungsmodul besteht aus insgesamt zwölf Rollcontainern. In denen kann eine Kochinsel mit drei Induktionskochfeldern und zwei Warmhalteschränken transportiert werden, außerdem ein Induktionskochkessel mit 86 Liter Inhalt, eine Ausgabetheke mit Spuckschutz und Wärmebrücke, ein Spülmodul mit Spülmaschine und großem Spülbecken, ein Transportmodul für Speisetransportbehälter, zwei Stromerzeuger mit je 17 kVA Leistung, zwei Faltzelte mit Beleuchtung sowie biologisch abbaubares Einweggeschirr für 1000 Mahlzeiten.

Die zwölf Rollcontainer werden mit einem eigens dafür ausgelieferten Betreuungs-Lkw mit Schwenkwand transportiert. Die Investitionssumme pro Fahrzeugkonzept beläuft sich auf etwa 300 000 Euro, teilt das DRK mit.

Biologisch abbaubares Geschirr für 1000 Mahlzeiten

„Wie wichtig und zeitgemäß es ist, den Hilfsorganisationen beste Arbeitsbedingungen für die Versorgung von Menschen zu verschaffen, hat nicht zuletzt die Hochwasserkatastrophe im Sommer dieses Jahres gezeigt“, betonen Stephan Elend, Fachberater Verpflegungsdienst im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, und Jens Pesch, Landesbeauftragter für den Betreuungsdienst im DRK-Landesverband Nordrhein. In NRW und Rheinland-Pfalz mussten nach der Hochwasserkatastrophe innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Hilfskräfte und Betroffene versorgt werden. „Mit der neuen Generation der Verpflegungsmodule haben die alten ‚Gulaschkanonen‘ ausgedient“, so Pesch und Elend. „Wir haben nun eine moderne und leistungsstarke Ausstattung erhalten, mit der wir flexibel schnellstmöglich Menschen versorgen können.“

Damit jeder Handgriff sitzt, finden die Lehrgänge mit der einsatztaktischen Unterweisung in die Geräte in Zusammenarbeit beider DRK-Landesverbände Hand in Hand statt. Die ausgelieferten 108 neuen Verpflegungsmodule NRW werden dann in den DRK-Kreisverbänden und -Ortsvereinen in Nordrhein-Westfalen eingesetzt und betrieben.

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