Hochwasserschutz Darup

Die Mühlen mahlen langsamer als gehofft

Darup

Beim Hochwasserschutz für Darup ist die Gemeinde Nottuln wieder einen Schritt vorangekommen. Der ursprüngliche Zeitplan lässt sich aber nicht mehr einhalten.

Frank Vogel

Solche Szenen haben sich in den vergangenen Jahren in Darup immer mal wieder abgespielt: Hochwasser auf der Coesfelder Straße mitten im Ort. Das soll zukünftig verhindert werden. Foto: Veronika Tendahl

Der Ausbau des Hochwasserschutzes in der Daruper Ortsmitte kommt, auch wenn es nicht so schnell geht, wie die Gemeindewerke und die Daruper sich das gewünscht hatten. Im Dezember vergangenen Jahres war die Hoffnung noch, dass der Baubeginn in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 erfolgen könne. Der Zug ist abgefahren. Die neueste Nachricht ist aber trotz all dieser Verzögerungen keine schlechte: Eine Umweltverträglichkeitsprüfung muss nicht erstellt werden. Das hat das Vorprüfungsverfahren beim Kreis Coesfeld ergeben. Diplom-Ingenieur Michael Diekmann von den Gemeindewerken, der das Projekt betreut. ist erleichtert: „Das wäre ein Riesenaufwand geworden.“

Zwei Maßnahmen sind es, die im Rahmen dieses Hochwasserschutzprojektes beantragt werden mussten:

zum einen die Errichtung eines sogenannten Abschlagbauwerkes, zum anderen die Einleitung des abgeschlagenen Wassers in den Hagenbach.

Immer wieder staut sich das vom Berg herunterströmende Wasser in der Ortsmitte auf der Coesfelder Straße zu Seenlandschaften, weil die dortige Kanalisation überlastet wird. Deshalb soll ein Abschlagbauwerk, eine Notentlastung eingebaut werden. Dazu wird in den vorhandenen Schacht eine Art Fenster eingebaut, das sich öffnet, wenn das System vollläuft und ein Rückstau zu befürchten ist. Das Wasser läuft dann geregelt in den südlich der Straße liegenden Hagenbach ab.

Und darum geht es im zweiten Antragsverfahren. Um den Bach mit dem abgeschlagenen Wasser nicht zu überlasten, wird ein sogenannter Retentionsraum geschaffen, also eine Fläche, die bei Hochwasser eines Flusses überflutet wird und so ein zu starkes Ansteigen des Wasserpegels verhindert. Dieser Retentionsraum soll südlich der Coesfelder Straße entstehen. Dazu soll der Hagenbach auf einem 210 Meter langen Stück ein Niedrigwassergerinne mit gewundenem Verlauf sowie ein breites Hochwassergerinne erhalten. Weil die von der Maßnahme betroffene Fläche an der Grenze zu einem Landschaftsschutzgebiet liegt, war die Frage aufgetaucht, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist, erklärt Michael Diekmann. Diese Frage wurde von der Aufsichtsbehörde verneint. „Durch die Maßnahme werden UVP-Schutzgüter nicht nachhaltig geschädigt. Es gibt allenfalls kurzfristige Auswirkungen in geringem Umfang während der Bauzeit“, heißt es im Amtsblatt des Kreises.

Die Gemeindewerke können jetzt in die Ausschreibungen der Maßnahme gehen, für die insgesamt eine Summe von rund 150 000 Euro angesetzt worden ist. „Ich hoffe natürlich auf einen vernünftigen Preis“, sagt Michael Diekmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Selbstverständlich ist das bei der derzeitigen Situation nicht, viele Betriebe haben überquillende Auftragsbücher. Wenn die Ausschreibung aber auskömmlich ist, dann soll frühestmöglich gebaut werden. „Das könnte Mitte nächsten Jahres sein“, schätzt Diekmann vorsichtig.

Die Daruper sollten mit dem Öffnen der Sektflaschen vorsichtshalber noch ein bisschen warten.

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