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Stürmischer Beifall für das Landesjugendorchester NRW

Die Welt ist bunt und schön

Nottuln

Musikliebhabern bot das Landesjugendorchesters NRW in Nottuln wahre Leckerbissen für die Ohren: Es war ein anspruchsvolles Programm, das die 64 junge Musikerinnen und Musiker mit ihren Dozenten einstudiert hatten. Und kosmopolitisch noch dazu.

Von Ulla Wolanewitz

Der argentinische Bandoneonspieler Omar Massa trat als Solist auf, im Hintergrund Dirigent Mariano Chiacchiarini. Foto: Ulla Wolanewitz

Grandios war es. Wie immer. Fans und Freunde des Landesjugendorchesters (LJO) NRW bestätigen das für das Konzert am Sonntag sehr gerne. Seit 36 Jahren ist das LJO in den Ferien regelmäßig vor Ort. Diesmal waren es 64 junge Musikerinnen und Musiker, die in den vergangenen zehn Tagen mit acht Dozenten ein anspruchsvolles Programm einstudierten hatten.

„In Zeiten, in denen das Reisen in andere Länder eingeschränkt ist, ist eine musikalische Weltreise eine attraktive Alternative“, lobte Dr. Susanne Diekmann, stellvertretende Bürgermeisterin, in ihren Begrüßungsworten.

Für die stehenden Ovationen nach gut 90 Minuten erstklassiger Musik – ohne Pause – bedankte sich das Orchester mit dem weltberühmten „Libertango“ von Astor Piazolla. „Die Welt ist bunt und schön“, wandte sich Dirigent Mariano Chiacchiarini abschließend noch mal ans Publikum, nachdem er einen kleinen Einblick gegeben hatte in die Komponisten, ihre Herkunft und ihre Werke.

International und bunt

Apropos bunt: Die „Pulcinella Suite“, benannt nach einer Figur der italienischen Commedia dell’arte, wurde beispielsweise von dem russischen Komponisten Igor Strawinsky geschaffen. Die Choreografie dazu lieferte der russische Tänzer Massine. Der Spanier Pablo Picasso entwarf dafür seinerzeit Kostüme und Bühnenbild.

Astor Piazolla, der Begründer des „Tango Nuevo“, wurde als Kind italienischer Eltern in Argentinien geboren und wuchs in New York auf. Seine im Konzert präsentierte „Suite Del Este“ für Bandoneon und Orchester ist eine musikalische Hommage an die Stadt Punta del Este (Spitze des Ostens) in Uruguay.

In der „Sinfonie Nr. 4 – Italienische“ setzte der deutsch-jüdische Komponist Mendelssohn die Eindrücke seiner italienischen Bildungsreise musikalisch um.

Keine Frage: Da passte zu diesem kosmopolitischen Programm wohl niemand besser als der 39-jährige argentinisch-italienische Dirigent Mariano Chiacciarini, in Buenos Aires geboren und mittlerweile in Köln lebend. Die Liste der Auszeichnungen des 39-Jährigen ist lang und begann mit dem 1. Preis des „Teatro Colón“ – dem argentinischen Dirigenten-Wettbewerb – bereits im Alter von 25 Jahren.

Aus Berlin angereist war der argentinische Bandoneonspieler Omar Massa. Musikerkritiker und -kenner feiern ihn bereits heute als Nachfolger des großen Maestro Piazolla, dessen Werke er bereits seit seinem sechsten Lebensjahr zur Aufführung bringt. Auch gilt er als verbindende Brücke zwischen klassischer und argentinischer Musik.

Stundenlange Probenarbeit

Dass die Orchestermusiker in den vergangenen Tagen sehr fleißig gewesen sind, war schnell zu hören. Wer hier mit an den Start geht, bringt die Lust und Bereitschaft mit, täglich zwischen acht und neun Stunden zu proben. Nicht zuletzt schafft natürlich auch die Aussicht, mit weltberühmten und vielfach ausgezeichneten Dirigenten und ebensolchen Solisten sowie Gleichgesinnten ein anspruchsvolles Konzert zu spielen, eine große Motivation.

Nach dem Konzert brach das LJO seine Zelte in Nottuln ab, um sie am Nachmittag in Wuppertal wieder aufzuschlagen. Hier ist das Orchester weitere drei Tage gefordert, in der historischen Stadthalle sein bestes für die Filmaufnahmen zu geben. „Als Alternative für die Konzertreise, die coronabedingt ausfallen muss“, erklärte Konzertleiter Emanuel Dantscher.

Ein Wiedersehen mit dem LJO gibt es dann erst wieder im kommenden Frühjahr. „Dafür haben wir ein britisches Programm anvisiert“, verriet Projektmanagerin Rita Menke, die „Kunst & Kultur Nottuln“ als Dankeschön für die langjährige Kooperation anbot: „Dann machen wir etwas Schönes zu eurem runden Geburtstag!“

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