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Trauer um Heinz Rütering

Ein Mensch, der viel bewegt hat

Schapdetten

Im Alter von 82 Jahren ist am Sonntag (12. Dezember) der Schapdettener Heinz Rütering verstorben. Mit seinem ehrenamtlichen Engagement hat er in der Gemeinde Nottuln außerordentlich viel bewegt.

Von Ludger Warnke

Heinz Rütering aus Schapdetten hat sich zeit seines Lebens für sein Heimatdorf und die ganze Gemeinde eingesetzt. Am Sonntag ist er im Alter von 82 Jahren verstorben. Foto: Frank Vogel

„Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun!“ Marie von Ebner-Eschenbach, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, hat diese Aussage getroffen. Und sie passt gut zu dem Schapdettener Heinz Rütering. Er hat das Tun sein ganzes Leben lang in den Mittelpunkt seines Engagements gestellt – für sein Heimatdorf Schapdetten, für die ganze Gemeinde Nottuln. Am Sonntag (12. Dezember) ist Heinz Rütering nun im Alter von 82 Jahren verstorben.

Die Nachricht von seinem Tode hat alle, die ihn kannten, innehalten lassen. Mit seiner Familie trauern viele um einen Menschen, der sich über Jahrzehnte in herausragender und vorbildlicher Weise für das Gemeinwohl eingesetzt hat. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2007 ist ein Zeichen der Anerkennung dieses ehrenamtlichen Engagements.

Heinz Rütering war ein echter Schapdettener. Am 23. September 1939 in Schapdetten geboren, hatte der spätere Diplom-Ingenieur für Energie- und Nachrichtentechnik sein ganzes Leben lang eine enge Verbindung zum Dorf. In vielen Bereichen hat er Fußspuren hinterlassen.

Heinz Rütering, der 1974 der CDU beitrat, engagierte sich seit dieser Zeit in der Gemeindepolitik. Zunächst als Sachkundiger Bürger, dann ab 1984 als direkt gewähltes Ratsmitglied. Er arbeitete in vielen Ausschüssen mit, übernahm zum Teil auch den Vorsitz, versah für drei Wahlperioden die ehrenvolle Aufgabe des stellvertretenden Bürgermeisters. Und selbst nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat 2014 stellte er seine Expertise und seine Erfahrung als Sachkundiger Bürger oder später im Amt des Senioren- und Behindertenbeauftragten der Gemeinde zur Verfügung. Auf Parteiebene war er in vielen leitenden Funktionen tätig, auch als Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes.

Neben der politischen Arbeit fand Heinz Rütering die Zeit, seinen Fleiß und seine Tatkraft in Vereine und Verbände einzubringen. Er war Gründungsmitglied des 1956 gegründeten Sportvereins Fortuna Schapdetten, war dort aktiver Fußballer, später Vorsitzender und Ehrenvorsitzender. Auch im Schützenverein, bei der Kameradschaft, in der Kolpingsfamilie oder beim DRK – um nur einige Beispiele zu nennen – wirkte er mit und übernahm Verantwortung im Vorstand. 2007 gründete er mit Gleichgesinnten den Heimatverein Schapdetten, dessen Vorsitzender und späterer Ehrenvorsitzender er war. „Der Heimatverein und unser Dorf waren ihm immer wichtig, er hat sich für seine Heimat und das dörfliche Leben verantwortlich gefühlt“, weiß Gisela Hanning, Vorsitzende des Heimatvereins.

Zur überaus umfangreichen Palette ehrenamtlicher Tätigkeiten gehören auch das Engagement als Schöffe beim Amtsgericht Coesfeld oder der mehrjährige Vorsitz im Aufsichtsrat der Volksbank Nottuln.

Als Vorsitzender einer parteiübergreifenden Bürgerinitiative konnte er sich mit der Verwirklichung des Radweges Nottuln – Schapdetten über einen seiner größten Erfolge freuen. Dem gegenüber steht die Schließung der Schapdettener St.-Bonifatius-Grundschule, die er trotz vielfältiger Bemühungen und Mahnungen nicht verhindern konnte. „Ich bin traurig, betrübt, enttäuscht und zugleich verärgert“, gewährte er damals Einblick in seine Gefühlslage.

Viele Jahre lang notierte er als Chronist im Fortunen-Echo die großen und kleinen Ereignisse im Sportverein, erstellte den Schapdettener Terminkalender, schrieb die Schapdettener Schulgeschichte nieder, regte zugleich neue Aktionen an wie einen Vorgarten-Wettbewerb und Ehrungen von Mitbürgerinnen und Mitbürgern zum Tag des Ehrenamtes.

Diese unglaubliche Fülle seines Engagements ließ viele Mitbürger staunen. Heinz Rütering war ein Mensch, der sich vor Verantwortung und Arbeit nicht gedrückt hat. Er wollte etwas bewirken, Dinge zum Besseren entwickeln – auch wenn dabei Widerstände zu überwinden waren.

Seine christliche, dem Menschen zugewandte Werteorientierung war die Richtschnur für sein Handeln. Er selbst hat einmal gesagt: „Meine Eltern haben früh damit begonnen, mir den Sinn des Danke-Sagens zu erklären; mir verständlich zu machen, dass nicht alles selbstverständlich ist. Dass vieles Geschenk ist, auch meine Talente und Fähigkeiten, die ich für meine Familie und die Gesellschaft eingesetzt habe. Es macht mir Spaß, mit anderen Menschen gemeinsam für andere etwas zu bewegen.“

Heinz Rütering hat in der Gemeinde außerordentlich viel bewegt.

Die Beisetzung findet auf Wunsch der Angehörigen im engsten Familienkreis statt. Wer für den Verstorbenen beten möchte, kann dazu am heutigen Donnerstag (16. Dezember) um 18 Uhr in die St.-Bonifatius-Kirche kommen. Es gilt die 3G-Regel.

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