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Nonnenbachbrücke

Ein Thema bleibt umstritten

Nottuln

Über die zukünftige Gestaltung der maroden Nonnenbachbrücke wurde im Ausschuss für Umwelt und Mobilität heftig diskutiert. Der Ausschuss stimmte für eine Variante, die bei der Verwaltung auf Bedenken stößt.

Frank Vogel

Wenn die marode Nonnenbachbrücke gesperrt werden sollte, müsse wegen fehlender Wendemöglichkeiten in der Kurzen Straße eine Verkehrsverbindung von dieser über das Gelände der Außengastronomie zur Kirchstraße geschaffen werden, gab die Verwaltung zu bedenken. Man könne mit einer Behelfsbrücke arbeiten, hieß es von Seiten der Grünen. Foto: Johannes Oetz

Der Ausschuss für Umwelt und Mobilität hat in seiner ersten Sitzung gleich ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei drei Nein-Stimmen (zwei von der SPD, eine von den Grünen) und einer Enthaltung der Ausschussvorsitzenden Dr. Susanne Diekmann hat die große Mehrheit von CDU, UBG und FDP mit neun Ja-Stimmen entschieden, eine Planungsvariante für die Gestaltung der Nonnenbachbrücke Kurze Straße/Kirchstraße/Stiftsplatz weiter zu planen, obwohl die Verwaltung deutlich auf die Risiken hingewiesen hat. Die Gestaltungsvariante (Nummer 4) entspricht im Großen und Ganzen der heutigen Situation. Lediglich die nördliche Umfahrung des Brunnens vor dem Restaurant Martini entfällt. Hier entsteht ein verkehrsfreier Platz.

Das, was für die Ausschussmehrheit entscheidend war, war die Tatsache, dass bei dieser Variante sowohl die Außengastronomie der Ratsschänke Böcker-Menke als auch alle Bäume und die Wegeverbindungen erhalten bleiben. Diese Wünsche habe man aus der Bevölkerung mitgenommen, betonte Dr. Andrea Quadt-Hallmann (CDU). Unverändert bei 20 bleibt die Zahl der Parkplätze. Die aktuellen drei im Bereich Kirchstraße/Stiftsplatz fallen zwar weg, dafür sollen aber in der Kurzen Straße drei neue Stellflächen ausgewiesen werden, erklärte Sonja Pack-Hast vom Büro Wolters Partner Stadtplanung Coesfeld, die die Entwürfe vorstellte.

Der Knackpunkt der Variante 4 sei allerdings, darauf wies Fachbereichsleiter Jonas Sonntag von der Gemeinde hin, dass die Breite des Brückenbauwerks bei 27 Metern bleibt. Das aber bedeute, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach in ein umfangreiches Planfeststellungsverfahren wird eintreten müssen. „Ab einer überbauten Wasserlänge von 15 Metern wird regelmäßig ein solches Planfeststellungsverfahren durchgeführt“, berichtete er von Gesprächen mit der Unteren Wasserbehörde. „Wir reden dann über fünf bis sieben Jahren bis zur Realisierung und nicht mehr über zwei“, erklärte Diplom-Ingenieur Daniel Krüger von den Gemeindewerken. „Und das übersteht das Bauwerk nicht.“

Mehr noch: In Gefahr sei dann auch die Förderung des 4. Bauabschnittes für die Ortskernsanierung, die im Bereich der Brücke durchgeführt und mit dem Neubau harmonisiert werden soll, erklärte Jonas Sonntag. Nach acht bis zehn Jahren ende der Förderzeitraum erfahrungsgemäß, das wäre für Maßnahmen im Rahmen der Ortskernsanierung 2023 bis 2025. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes ergänzte, dass bei jeder neuen Prüfung des maroden Brückenbauwerks eine Vollsperrung verhängt werden könnte. Und weil es in der Kurzen Straße für den Kraftverkehr, Rettungs- und Müllfahrzeuge keine Wendemöglichkeit gebe, müsse man dann behelfsmäßig eine Verbindung über das Gelände der Außengas­tronomie der Ratsschänke zur Kirchstraße einrichten, sieht die Verwaltung im Moment keine andere Möglichkeit. Das wäre das Ende der dortigen Bäume und eines Großteils der Außengastronomiefläche.

CDU, UBG und FDP favorisierten gleichwohl die Variante 4. Es sei schließlich nicht sicher, dass man in die Planfeststellung müsse, erklärten etwa Dr. Martin Geu­king (FDP) und Herbert van Stein (UBG).

Die SPD hingegen verwies darauf, dass die Zeit knapp ist. Sie folgte der Verwaltung, die auf die Variante 1b setzt. Diese entspricht zwar grundsätzlich der Variante vier, doch zwei Platanen und 38 Quadratmeter der Außengastronomie der Ratsschänke müssten geopfert werden. Auf der anderen Seite der Kurzen Straße könne man alternativ 30 Quadratmeter für die Außengastronomie bereitstellen, erklärte Sonja Pack-Hast, gab aber zu, dass Gastwirte solche Lösungen nicht gut finden. Wichtig aber: Bei der Variante 1b wird die Brücke auf 13 Meter verschmälert, ein Planfeststellungsverfahren sei nicht nötig, eine deutlich weniger umfängliche Anlagengenehmigung ausreichend. 2022 könnte die Brücke gebaut werden, heißt es in den Erläuterungen der Verwaltung.

Die Grünen sind von keiner der Planungen überzeugt, wie Martin Uphoff betonte. Die Entwürfe bevorzugten den Autoverkehr. Man wünsche sich einen Wettbewerb mit mehreren Büros, um bessere Lösungen zu bekommen. Werde die Brücke gesperrt, könne man statt einer Verbindung über die heutige Außengastronomie der Ratsschänke alternativ mit einer Behelfsbrücke über die Zeit kommen.

Trotz einer Sitzungsunterbrechung und angeregten Diskussionen änderte sich dieses Meinungsbild nicht mehr. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, die Planung der Variante 4 fortzuführen, dabei die Sanierung des Brückenbauwerks und den vierten Bauabschnitt der Ortskernsanierung baulich zu harmonisieren. Bevor die Fördermittel für den vierten Bauabschnitt beantragt werden, sollen die Entwürfe den politischen Gremien zum Beschluss vorgelegt werden. Eine Beteiligung der Öffentlichkeit werde dann im Rahmen des zu erwartenden Planfeststellungsverfahrens erfolgen, erklärte Sonntag.

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