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Deutsch-bulgarische Elterninitiative „Jan Bibijan“ feiert Jubiläum

Einblicke in eine andere Kultur

Nottuln

Zehn Jahre besteht die deutsch-bulgarische Elterninitiative „Jan Bibijan“. Ihr Jubiläum feierten sie auf dem Stiftsplatz, den sie mit dem kyrillischen Alphabet „fluteten“.

Von Iris Bergmann

Zum zehnjährigen Bestehen der deutsch-bulgarischen Elterninitiative „Jan Bibijan“ feierte diese ein Fest auf dem Stiftplatz, bei dem auch das Folkloretanzensemble der Initiative seine schwungvollen heimatlichen Tänze präsentierte. Foto: Iris Bergmann

Sie standen unter anderem schon in Paris, Brüssel, Berlin und Sofia, die großen kyrillischen Buchstaben aus Holz, die so vortrefflich als Sitzbank genutzt werden können. Am Sonntag nun standen sie in Nottuln auf dem Stiftsplatz im historischen Ortskern, und so manche interessierten Spaziergänger nutzten sie, um sich zu setzen, die letzten warmen Strahlen der Herbstsonne zu genießen und dem kleinen Fest beizuwohnen, zu dem die deutsch-bulgarische Elterninitiative „Jan Bibijan“ anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens eingeladen hatte.

„Die Elterninitiative ist Träger der bulgarischen Sprachschule in Münster“, erklärte der Vorsitzende Ulf Georgiew. „Sie ist mit 140 Schülerinnen und Schülern die größte ihrer Art in Deutschland.“ Dass die Elterninitiative ihren Sitz in Nottuln hat, hat seinen Grund: „Da ich als Vorsitzender in Nottuln wohne, ist die Initiative hier beheimatet“, erzählte Georgiew. Aus 86 Mitgliedern besteht die Initiative derzeit, und alle Mitglieder sind in die Aktivitäten eingebunden. So auch in die zum zehnjährigen Bestehen am Sonntag, der zugleich auch der Europäische Tag der Sprachen war.

Vorsitzender Ulf Georgiew kommt aus Nottuln

Als Festredner der Jubiläumsveranstaltung konnte Werner Jostmeier gewonnen werden, der vielen noch als früherer Landtagsabgeordneter bekannt ist. Jostmeier ist Honorarkonsul der Republik Bulgarien und wusste in seiner Ansprache einiges über das Land zu erzählen. Er setzte das Publikum in Erstaunen, als er berichtete, dass derzeit fast 6000 deutsche Firmen in Bulgarien tätig sind und Deutschland das wirtschaftlich am stärksten engagierte Land in dem Balkanstaat ist.

Für die musikalische Begleitung sorgte die Ani Lozanova Acoustic Band mit bulgarischen Rocksongs. Unterstützt wurde die Sängerin von Schülerinnen und Schülern der bulgarischen Schule, die viel Freude am Auftritt hatten. Das Folkloretanzensemble der Elterninitiative rundete das Programm mit seiner farbenprächtigen Folklorekleidung ab und tanzte in mitreißendem Rhythmus über den Stiftsplatz.

Ruhig wurde es, als Dr. Dr. Irene Tzanova Gedichte sowohl auf Deutsch als auch auf Bulgarisch vorlas. Kritische Zeilen und romantische Liebesgedichte. Auch wenn längst nicht jeder auf dem Stiftsplatz die Verse in der fremden Sprache verstand, so genoss das Publikum dennoch den weichen, schmeichelnden Klang der bulgarischen Worte.

Und immer wieder standen bei den Besuchern die großen kyrillischen Buchstaben der beiden Künstler Teodora Radeva und Kyrill Zlatkow im Fokus. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes brachte es in seiner Rede auf den Punkt: „Sie machen Sprache heute erlebbar, indem Sie mit dem kyrillischen Alphabet unser Stiftdorf fluten.“

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