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Neue Dreifachhalle

„Eine zukunftsweisende Entscheidung“

Nottuln

Es ist geschafft. Am Montag (2. März) startet der reguläre Schul- und Vereinssport in der neuen Nottulner Dreifachhalle. Zuvor gab es am Samstag eine festliche Einweihung.

Ludger Warnke

32 Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe vier der St.-Martinus-Grundschule hatten unter der Leitung der Lehrerinnen Susanne Dewert und Britta Lintel extra für die Einweihung einen Tanz einstudiert. Foto: Ludger Warnke

„Sporthalle Rudolf-Harbig-Straße“ – das ist derzeit der Sprachgebrauch für die neue Dreifachsporthalle, die am Samstag eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde. Bürgermeisterin Manuela Mahnke verwendete die etwas sperrige Bezeichnung ganz bewusst recht häufig in ihrer Rede, denn sie regte an: „Ich finde, wir sollten mal darüber nachdenken, ob die Halle nicht einen Namen verdient.“

Im Beisein zahlreicher Gäste, darunter auch Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, ist die neue Dreifachsporthalle ihrer Bestimmung übergeben worden. Beigeordnete Doris Block führte gekonnt durch das bunte Programm.

Bürgermeisterin Manuela Mahnke nutzte die Feierstunde, um in ihrer mehrfach von Beifall begleiteten Rede ganz vielen Beteiligten zu danken: der Politik für „eine gute, eine zukunftsweisende Entscheidung“, den Architekten Thomas Belha und Michael Wienken für die Planung der hochmodernen Sportstätte; der Beigeordneten Doris Block, bei der die Fäden zusammenliefen (dafür gab es später noch einen üppigen Blumenstrauß), den Mitarbeitern des Gebäudemanagements der Verwaltung, die unglaublich viel Energie in dieses Projekt gesteckt hätten; sowie nicht zuletzt den Schulen und Sportvereinen für viele konstruktive Gespräche.

Viereinhalb Jahre Planungs- und Bauzeit seien eine sehr lange Zeit, die für die Gemeinde Nottuln und die Sportler auch mit Widrigkeiten gespickt gewesen sei, sagte Mahnke. Die neue Halle sei nicht nur ein Ersatzbau. „Im Gegenteil: Sie ist ein Quantensprung für den Schul- und Vereinssport in unserem Ort“, betonte die Bürgermeisterin. Optisch, technisch und von der Ausstattung her sei die Halle ein „richtiges Schmuckstück“. Zudem sei sie barrierefrei und verfüge über eine Hörschleife.

Am Samstag ging es aber nicht nur um die Sporthalle, zugleich führte die Gemeinde ihre Jahresauftaktveranstaltung durch, weshalb die Bürgermeisterin 2019 Revue passieren ließ. Sie erinnerte an das neue Wohngebiet Nottuln-Nord, an neue Kita-Plätze, an die wichtigen Themen Mobilität und Klimaschutz. So sei es „definitiv eine richtige, zukunftsweisende Entscheidung“ gewesen, den neuen Citybus C 85 einzuführen. Auch beim Klimaschutz sei die Gemeinde aktiv. So werde auch die neue Dreifachsporthalle wie schon eine ganze Reihe weiterer kommunaler und kirchlicher Gebäude vom Wärme- und Stromverbund Hummelbach versorgt. Durch diesen Verbund produziere man jährlich 825 Tonnen COweniger.

Die Bürgermeisterin dankte den Sportvereinen und allen anderen Vereinen für ihr großartiges ehrenamtliches Engagement und auch der Feuerwehr, die hervorragende Arbeit leiste. Die Sanierung bzw. der Neubau der Feuerwehrgerätehäuser habe oberste Priorität.

Sie erinnerte an die Städtepartnerschaften und an den Beitritt zum Riga-Komitee Anfang des Jahres. Man dürfe nicht vergessen, was im Zweiten Weltkrieg mit den nach Riga deportierten Juden geschehen sei.

Die Bürgermeisterin wurde deutlich:

„So etwas Menschenverachtendes, was sich die Nationalsozialisten auf ihre Fahnen geschrieben haben und dem so viele, viele Menschen folgten, darf sich nicht wiederholen. Niemals! Fremdenfeindlichkeit, Ausländerhass, Ressentiments gegenüber Andersgläubigen sind heute wieder an der Tagesordnung. Es ist erschreckend“, betonte Mahnke und fuhr fort: „Die Taten von Halle und Hanau, der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke: Ich verurteile sie zutiefst. Wir müssen dagegen angehen, damit aus Worten keine Taten (mehr) werden und dass Nottuln eine Gemeinde bleibt, in der Demokratie, Vielfalt, Toleranz und Respekt gegenüber allen gelebt werden“. Für diesen Redeteil erhielt die Bürgermeisterin besonders lauten Beifall.

Zu einer Gebäudeeinweihung gehört natürlich auch eine Schlüsselübergabe. Die Architekten Thomas Belha und Michael Wienken (letzterer gab Erläuterungen zur Halle) hatten einen großen Schlüssel mitgebracht, den sie an die Bürgermeisterin überreichten. Dazu wurden auch Architektin Andrea Vaegs, frühere Gebäudemanagerin der Gemeinde, und Ingenieur Fabian Klemann (Gebäudemanagement der Gemeinde) nach vorn gerufen. „Ohne die zwei würde es das heute hier nicht geben“, betonte Beigeordnete Doris Block, die außerdem dem Controller Thomas Lechtenberg und den früheren und heutigen Fachbereichsleitern Karsten Fuchte und Jonas Sonntag dankte.

Eine schöne Nachricht hatten Filialdirektorin Bettina Kerkhoff (Sparkasse Westmünsterland) und Bankvorstand Martin Herding (Volksbank Nottuln) mitgebracht. Beide Geldinstitute spendieren gemeinsam der Halle einen Defibrillator.

So blieb es zum Schluss Pfarrdechant Norbert Caßens vorbehalten, die neue Halle mit gewohnt reichlich Weihwasser zu segnen. Aber zuvor zeigte er Chorleiter-Qualitäten, ließ er doch die Besucher das ökumenische Lied „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ im Kanon singen. Für Gesprächsstoff am Büffet war gesorgt.

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