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Klimaschutzkonzept Nottuln

Energieeffizienz in Unternehmen

Nottuln

Das erste von mehreren Werkstattgesprächen zum neuen Klimaschutzkonzept der Gemeinde befasste sich mit der Energieeffizienz in Unternehmen.

Marita Strothe

Informative Gespräche im kleinen Kreis: Im Rahmen der Arbeit am Klimaschutzkonzept fand gestern in der Alten Amtmannei ein Unternehmerfrühstück statt. Foto: Marita Strothe

Für ihr Integriertes Klimaschutzkonzept wird die Gemeinde Nottuln dicke Bretter bohren müssen, damit die Öffentlichkeit sich so rege beteiligt, wie es die Politik sich wünscht. Nachdem die Auftaktveranstaltung mangels Interesse erst im zweiten Anlauf durchgeführt werden konnte, fand gestern das erste Klimaschutz-Werkstatttreffen für die heimische Wirtschaft statt. Leider mit weitaus weniger Teilnehmern als erwartet.

„Wir wollen den Klimaschutz aus der Politik heraus auch in die Unternehmen bringen“, betonte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider. So hatte sich zum informativen Unternehmerfrühstück in der Alten Amtmannei denn auch im Vorfeld eine respektable Zahl von Firmen angemeldet, tatsächlich gekommen waren aber dann nur ganz wenige.

Dem inhaltlichen Nutzwert der Veranstaltung tat dies aber keinen Abbruch. Schließlich ging es um das Thema „Energieeffizienz in Unternehmen“.

Nach der Begrüßung durch Carolin Dietrich von der Grevener infas enermetric Consulting informierte ihr Kollege Reiner Tippkötter über die gesetzlichen Anforderungen an die Firmen. Im Mittelpunkt stand dabei das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-Gesetz). Es ist dahin gehend geändert worden, dass alle Unternehmen, die nach EU-Definition nicht als kleine oder mittlere Unternehmen gelten, bis Dezember 2015 Energieaudits oder ein zertifiziertes Energie-Managementsystem nachweisen müssen. Tippkötter erläuterte, dass sich diese Pflicht nach Zahl der Mitarbeiter, Jahresumsatz, Bilanzsumme oder auch Menge der Besitzanteile einer öffentlichen Stelle, wie etwa einer Gemeinde, ergeben könne. Er verdeutlichte die Unterschiede zwischen Energieaudits und Energie-Managementsystemen und ging darauf ein, wann diese als gesetzliche Vorgaben zu erfüllen sind oder auch freiwillig sinnvoll sind, um die Energieeffizienz zu verbessern und Steuern zu sparen.

Als zweiter Referent stellte danach Thomas Brühmann von der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld das Projekt „Ökoprofit“ vor. Dieses steht für Zusammenarbeit von Unternehmen, Kommunen und Experten, die Hand in Hand arbeiten und die entstehenden Synergieeffekte nutzen. Ziel ist die nachhaltige ökonomische und ökologische Stärkung von Unternehmen. Durch ein System aufeinander abgestimmter Maßnahmen wird es den teilnehmenden Firmen ermöglicht, Kosten zu senken und ihre Öko-Effizienz zu steigern. Zentrale Themen sind die Reduktion des Wasser- und Energieverbrauchs sowie die Abfallreduktion und die Erhöhung der Materialeffizienz.

Elf Betriebe haben sich im letzten Sommer zum 1. Ökoprofit-Projekt des Kreises zusammen geschlossen. In diesem Projektjahr wurden 57 bewertbare Einzelmaßnahmen durchgeführt. „Insgesamt wurden 590 000 Euro investiert“, berichtete Brühmann. Als Ergebnis hätten nicht nur Energie, sondern bereits im ersten Jahr 253 000 Euro eingespart werden können.

„Im Sommer 2015 wollen wir in die zweite Runde starten“, lud er auch Firmen aus Nottuln zum Mitmachen ein, um Betriebskosten zu senken und dabei Umwelt und Klima zu entlasten.

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