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50 Jahre Corona Musica unter Leitung von Helga Höfer

Ensemble mit künstlerischer Sonderstellung

Appelhülsen

Das Ensemble Corona Musica wird 50. Und seit 50 Jahren leitet auch Helga Höfer aus Appelhülsen diese besondere Gruppe. Zum runden Geburtstag gibt es natürlich ein Jubiläumskonzert.

Von Ludger Warnke

Seit 50 Jahren leitet und dirigiert Helga Höfer die Corona Musica, Ensemble für Blockflöten- und Renaissance-Instrumente. Foto: Johannes Oetz

Wenn die aktuell 19 Mitglieder der Corona Musica ihre Instrumente für ein Konzert vorbereiten, darf der Laie staunen. Acht verschiedene Blockflötentypen, vom kleinen Diskant bis zum beeindruckenden Subbass, umfasst das Instrumentarium. Hinzu kommen historische Blasinstrumente wie Krummhorn, Gemshorn, Cornamusen oder das Kortholt. Als Ensemble für Blockflöten- und Renaissance-Instrumente nimmt die Corona Musica eine künstlerische Sonderstellung in der Region ein. Und dies seit nunmehr 50 Jahren.

Und ebenso lange wird die Gruppe von der Appelhülsenerin Helga Höfer (87) geleitet, die den „Spielkreis 3“, wie er anfangs hieß, einst auch gegründet hat. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens lädt die Corona Musica am 10. Oktober (Sonntag) alle Musikfreunde zu einem Jubiläumskonzert in das Bürgerzentrum Schulze Frenking ein.

Blockflötenensemble für Erwachsene

„Die Corona ist mein Lebenswerk“, hat Helga Höfer einmal ihre besondere Beziehung zu diesem Ensemble beschrieben. Verständlich, denn die Gründung der Gruppe steht in direktem Zusammenhang mit der musikalischen Bildungsarbeit, die die Musikpädagogin und ihr Mann Prof. Harry Höfer einst mit der Appelhülsener Musikschule leisteten. Helga Höfer kann sich noch gut an ein Vorspiel ihrer Blockflötenschüler im November 1970 in Appelhülsen erinnern. Im Rahmen dieses Vorspiels verkündete ihr Mann Harry Höfer dem Publikum, dass sich auch gerne Ältere für das Blockflötenspielen melden dürfen. „Das war nicht abgesprochen, aber so spontan war mein Mann manchmal“, erinnert sich die 87-Jährige.

„Hausfrauen-Spielkreis“ machte sich schnell einen Namen

Die spontane Mitteilung blieb nicht ohne Wirkung. Tatsächlich meldeten sich zehn Mütter für das gemeinsame Blockflötenspiel ab Januar 1971 – die Geburtsstunde der heutigen Corona Musica. Als Gruppe der damaligen Musikschule Appelhülsen wurde das Ensemble als „Spielkreis 3“ in den Büchern geführt. Im Volksmund sprach man alsbald vom Hausfrauen-Spielkreis, was nicht despektierlich gemeint war. Denn mit ihren Auftritten wie beim kfd-Nachmittag verschaffte sich die Gruppe schnell einen guten Namen.

Mit der Übernahme der Musikschule Höfer durch die Gemeinde wechselte auch das Ensemble formal in die neue Musikschule der Gemeinde Nottuln, bewahrte sich aber eine gewisse Selbstständigkeit. 1989 gab die Gruppe das erste Weihnachtskonzert. Seit 1999 ist die Corona Musica ein komplett selbstständiges Musikensemble.

Die in der Regel zwei Konzerte im Jahr haben einen treuen Zuhörerkreis. „Vor allem für das Adventskonzert bekommen wir immer sehr positive Rückmeldungen“, freut sich Helga Höfer. Dazu kommen Auftritte bei besonderen Anlässen in der Region. Und auch bei früheren Reisen wie zum Beispiel nach Frankreich erntete das Ensemble für seine Darbietungen viel Beifall.

Stattliches Repertoire

Mittlerweile hat sich die Corona Musica ein stattliches Repertoire erarbeitet. Die musikalische Zusammenarbeit profitiert dabei von einem großen Zusammenhalt aller Ensemblemitglieder. Auch neue Mitwirkende, die jederzeit gerne willkommen sind, sind schnell in die Gemeinschaft integriert.

Mittlerweile läuft die Probenarbeit wieder und das Ensemble widmet sich den Werken für das Jubiläumskonzert. Helga Höfer, die selbst unter anderem Klavier, Blockflöte, Naturhorn, Waldhorn und andere Instrumente spielt, hat dafür ein Programm ausgewählt, welches das Publikum auf einen Streifzug durch die Musikgeschichte mitnimmt, beginnend mit Werken aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu Musikliteratur der Neuzeit.

Jubiläumskonzert als Musikgeschichte

Zum Auftakt spielt das Ensemble von Gioseffo Guami „La Lecchesina“, ein doppelchöriges Werk für Blockflöten, Krummhorn und Cornamusen. Nach der Begrüßung und zwei weiteren Stücken folgt ein Grußwort von Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, im weiteren Verlauf auch eine Laudatio von Astrid Strege. Beides wird eingebettet in ein musikalischen Programm, das auch Kompositionen von Prof. Harry Höfer berücksichtigt, das Offertorium aus der „Messe Nr. 4“ und „Invention“. Ebenfalls freuen darf sich das Publikum auf die „kleine Frühlingsmusik“ von Heinz Haag. Mit diesem Stück hatte einst die Konzerttätigkeit des Ensembles begonnen.

Wer mehr über die Corona Musica wissen möchte oder sich für ein Mitwirken in diesem Ensemble interessiert, kann sich an die Leiterin Helga Höfer wenden,

 0 25 09/2 82.

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