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Orgelkonzert mit Julia Raasch in der St.-Martinus-Kirche

Französische Eleganz nach Noten

Nottuln

So elegant kann Orgelmusik sein. „À la francaise“ lautete das Motto beim Orgelkonzert mit Julia Raasch in St. Martinus.

Iris Bergmann

Organistin Julia Raasch zeigte ihr Können an der Orgel in der St.-Martinus-Kirche. Foto: Iris Bergmann

Sanft und ruhig erklingen die ersten Töne der kleinen Orgel. Konzentriert schaut die junge Organistin auf die Noten. Dann, immer schneller, immer lauter, immer kraftvoller werdend, erfüllen die Klänge das gesamte Gewölbe der Pfarrkirche St. Martinus. Julia Raasch ist 23 Jahre jung, Konzertorganistin und Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe. Am Sonntag gewann sie neue Fans hinzu, als sie in der St.-Martinus-Kirche ihr Orgelkonzert gab.

„À la francaise“ („nach französischer Art“) hat sie das Konzert genannt. Nicht ohne Grund, denn Julia Raaschs Herz schlägt für französische Orgelmusik. „Sie hat so etwas elegantes“, begeistert sie sich.

Da die große Orgel mit dem digitalen Register der kleineren im Altarraum kombiniert werde, ergebe sich ein breiteres Klangspektrum, erklärt Kantor Heiner Block und ergänzt: „So ist die Auswahl der Stücke größer. Und es ist spannend, die Orgeln miteinander zu kombinieren.“

Diese Kombination ist der jungen Organistin perfekt gelungen. Den Einstieg machte sie mit Johann Sebastian Bach und seinem „Pièce d‘Orgue“, denn „er liebte französische Komponisten“, verriet Raasch dem Publikum. Mit dem Stück gab sie einen ersten Vorgeschmack auf das Zusammenspiel der beiden Orgeln. Nicolas de Grignys „Gloria“ aus dem Livre d‘Orgue und César Francks „Prélude, fugue et variation op. 18“ folgten. Zwei Stücke, die mit ihren „Launen“ – mal melancholisch, mal spielerisch leicht – ahnen ließen, was noch folgen sollte.

Elegant und modern kam Rachmaninows „Prélude cis-Moll) daher, das Louis Vierne für die Orgel überarbeitet hatte. Von letzterem hatte Raasch für die Zuhörer „Épitaphe op 31“ ausgesucht.

Höhepunkt des Konzerts war, wie von der jungen Künstlerin angekündigt, die „Toccata“ aus der Suite op. 5 von Maurice Duruflé. Hier brachte Raasch die Orgel zur vollen Entfaltung. Erst umschmeichelten die Töne hell und zart die Ohren des Publikums, dann wurden sie kräftiger und wilder.

„Als Spieler bringt das Stück einen an seine Grenzen“, hatte sie vor Beginn des Konzerts gesagt. Julia Raasch spielte das Stück mit voller Hingabe und vollem Einsatz, so dass kaum der Gedanke aufkam, dass diese zarte Person an ihren Grenzen gewesen sein könnte. Das Publikum war es nicht, denn der begeisterte Applaus forderte eine Zugabe von der jungen Künstlerin.

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