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Partnerschaftskomitee zu Besuch in Saint-Amand-Montrond

„Freundschaft ist unbezahlbar“

Nottuln/St. Amand

Erstmals nach längerer Zeit hat wieder eine größere Gruppe aus Nottuln an der Weinmesse in der französischen Partnerstadt teilgenommen. Bestandteil des Besuches war auch eine Arbeitssitzung beider Komitees. Es wird künftig wieder mehr gegenseitige Besuche geben.

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Im Rahmen einer traditionellen Zeremonie wurde Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes in die Weinbruderschaft aufgenommen Foto: Partnerschaftskomitee

„Test bestanden!“ Corona zum Trotz fand sich nun wieder eine größere Gruppe rund um das Partnerschaftskomitee, um nach Saint-Amand-Montrond zu fahren. Anlass war die 74. Foire aux vins (Weinmesse), die dieses Jahr wieder am traditionellen Termin im März stattfand. Am frühen Freitagmorgen ging es zunächst bis Paris, wo alle Gelegenheit hatten, das Leben dieser pulsierenden, lebensfrohen Stadt in sich aufzusaugen. Corona und Krieg waren in dem Moment tatsächlich mal weit entfernt.

Weinmesse mit 70 Ausstellern

Am nächsten Morgen ging es weiter in die französische Partnerstadt und nach einem überschwänglichen Empfang direkt zur Messe, um das Angebot von 70 Ausstellern zu erkunden. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes war tags zuvor angereist, um neben den offiziellen Terminen auch privat Zeit zu haben, Saint Amand kennenzulernen. In seiner Begrüßung hob er die intensive Freundschaft hervor, die zwischen den beiden Kommunen entstanden ist. Er betonte, wie wichtig gerade auch heute diese internationalen Freundschaften sind, die helfen, auch schwierige Situationen zu meistern. Im Anschluss wurde er im Rahmen einer traditionellen Zeremonie in die Weinbruderschaft aufgenommen.

Auch die beiden folgenden Tage waren voller Emotionen, herzlicher Wiedersehensfreude und verschiedenen kulinarischen Genüssen gewidmet, berichtet das Partnerschaftskomitee in einer Pressemitteilung.

Gemeinsame Komiteesitzung

Am Sonntagmorgen nahmen die Komitees im Beisein beider Bürgermeister umfangreiche Planungen vor. Emmanuel Riotte, Bürgermeister von Saint Amand, gab den Teilnehmern einen geschichtlichen Überblick zum Rathaus und erläuterte einige der dort befindlichen Gemälde. So ist dort seit vielen Jahren ein großes Gemälde eines indonesischen Malers, das eine klassische Jagdszene darstellt, als Leihgabe des Louvre ausgestellt. Bei einer kürzlich vorgenommenen Restauration wurden Konservatoren des Louvre wieder auf das Gemälde aufmerksam. Es hat einen aktuellen Schätzwert von etwa 9 Millionen Euro. „Es wird jetzt leider wohl wieder zurück in die sichereren Räume im Louvre überführt“, bedauerte Riotte.

Im Anschluss verabschiedeten beide Komitees und die Bürgermeister eine gemeinsame Erklärung zum Überfall Russlands auf die Ukraine (Bericht auf dieser Seite), ehe über die Termine für dieses Jahr gesprochen wurde.

Gegenseitige Besuche

Über Pfingsten wird eine Delegation der BMV nach Saint Amand reisen, um mit den Freunden der Union Musicale deren 100-jähriges Bestehen zu feiern. Eine kleine Delegation wird auch zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli reisen. Im Oktober wird wieder der Schüleraustausch zwischen der Marienschule Appelhülsen und der Grundschule St. Joseph aufgenommen. Es wurde jetzt auch schon festgelegt, dass der Gegenbesuch zu Fronleichnam 2023 erfolgen soll. „Wir sind sehr glücklich, dass wir nach so langer Zeit den Austausch wieder aufnehmen können“, freute sich Angelika Wiedau-Gottwald, Leiterin der Mariengrundschule und stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftskomitees. „Wir wollen auch diejenigen mitnehmen, die in den letzten Jahren an der Grundschule den Französischunterricht besucht haben, aber noch keine Gelegenheit hatten, mitzukommen. Das Erlernte soll schließlich auch in der Praxis angewendet werden“, betonte Doris Evermann-Soujon, ehemalige stellvertretende Leiterin der Schule und immer noch deren guter Geist. Zur 400-Jahr-Feier des Martinimarktes wird eine Delegation aus Frankreich in Nottuln erwartet.

Ein abwechslungsreiches Programm brachte den Teilnehmern die Schönheit und Geschichte der Partnerstadt nahe, ehe nach kurzer Nacht die Heimreise wieder angetreten wurde. „Das Wetter hat mitgespielt, die Stimmung war toll. Und solche Freundschaften sind einfach unbezahlbar. Es ist schön, wenn man auch in solchen Zeiten weiß, dass man sich auf seine Freunde verlassen kann“, zog Günter Dieker als Vorsitzender ein positives Resümee.

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