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Museumsleiter Dr. Joachim Eichler forscht Steinmetz Heinrich Knüvener nach

Führt die Spur nach Appelhülsen?

Appelhülsen/Havixbeck

Der Baumberger Sandstein, der Marmor des Münsterlandes, fasziniert Dr. Joachim Eichler immer noch. Sein Blick gilt auch den Steinmetzen. Für ein neues Buchprojekt hofft er auf Informationen über einen Steinmetz, der möglicherweise in Appelhülsen gelebt hat.

Von Ludger Warnke

Der junge Steinmetz Heinrich Knüvener posiert neben einem gewaltigen Schlussstein des Doms zu Münster. „Lebte der Steinmetz in Appelhülsen“, fragt der Havixbecker Museumsleiter Dr. Joachim Eichler für ein neues Buchprojekt. Foto: Nachlass Paul Onertz/Baumberger Sandstein Museum

Die Pose drückt Lässigkeit aus, gepaart mit Selbstbewusstsein. Der junge Mann in der Kleidung eines Steinmetzes, die Schirmmütze leicht schräg auf dem Kopf gerückt und mit der linken Hand eine schmale Tabakspfeife haltend, ist Heinrich Knüvener. Ein Steinmetz, der am Wiederaufbau des Doms in Münster in den Jahren 1946 bis 1956 beteiligt war. Dr. Joachim Eichler, Leiter des Baumberger Sandstein Museums in der Nachbargemeinde Havixbeck, ist auf der Suche nach Heinrich Knüvener. Und die Spur führt nach Appelhülsen.

Wiederaufbau des münsterischen Doms

„War der in Appelhülsen am Buchenweg lebende Heinrich Knüvener (1936-2017) identisch mit dem Heinrich Knüvener, der in der Dombauhütte die Steinmetzlehre machte?“, fragt der 63-jährige Museumsleiter. Seine Hoffnung: In Appelhülsen und Umgebung leben Familienangehörige, Verwandte und Freunde des Steinmetzes, die ihm helfen können. Denn Joachim Eichler möchte auch Heinrich Knüvener in seinem neuen Buch über den Wiederaufbau des münsterischen Doms berücksichtigen.

Der Marmor des Münsterlandes aus den Baumbergen fasziniert Joachim Eichler auch nach mittlerweile 32 Jahren als Museumsleiter noch immer wie am ersten Tage. Erst vor wenigen Wochen ist sein prächtiger Bildband „Baumberger Sandstein“ im Verlag Aschendorff erschienen. Die Fotos dazu steuerte der bekannte münsterische Fotograf An­dreas Lechtape bei.

Neues Buchprojekt

In seinem neuen Buchprojekt über den Wiederaufbau des münsterischen Doms möchte Eichler vor allem die Steinmetze in den Fokus rücken. Die Arbeit war körperlich sehr anstrengend. Dennoch sei die Stimmung gut gewesen, weiß der Museumsleiter: „Alle, die ich gesprochen habe, haben mir bestätigt, dass es eine tolle Zeit gewesen ist. So einen Dom baut man schließlich nicht jeden Tag wieder auf.“

Dass es so viele Fotos direkt aus der Dombauhütte gibt, hängt mit dem Münsteraner Paul Onertz zusammen. Er war gelernter Fotograf und wurde in der Bauhütte zum Steinmetzen umgeschult. Seinen fotografischen Nachlass hat er Eichler übergeben.

Lange Steinmetztradition

Das Foto mit Heinrich Knüvener lässt anhand der Größe des Werkstücks erahnen, vor welch großen Herausforderungen die Steinmetze damals standen. Ob der junge Mann aber wirklich an diesem speziellen Stück gearbeitet hat, da bekommt der Museumsleiter doch Zweifel: „Die jungen Steinmetze posierten sehr gerne auch an solchen Objekten, mit deren Herstellung sie gar nichts zu tun hatten. Ein solcher gewaltiger Schlussstein – es war der letzte von etlichen, also etwa 1955 – war eine Aufgabe für erfahrene Experten.“

Kein Zweifel hat Eichler daran, dass gerade auch in den Baumbergen der Steinmetzberuf eine lange Tradition hat. Er verweist auf ein besonderes Beispiel: „Es stellte sich heraus, dass der Bildhauer Johann Kroeß, der ab 1597 bis zu seinem Tod 1607 in Münster tätig war, vorher beim Bau von Schloss Horst (Gelsenkirchen) als ‚Johan van Notteln‘ mitarbeitete.“ Jetzt hofft Joachim Eichler auf Informationen über Heinrich Knüvener – vielleicht aus Appelhülsen: „Ich wüsste gerne, ob er in diesem Beruf geblieben ist und/oder wie der weitere Lebensweg verlief“.

Wer etwas über Heinrich Knüvener weiß oder einen Kontakt vermitteln kann, darf sich gerne per E-Mail an den Leiter des Havixbecker Sandsteinmuseums wenden: eichler@ sandsteinmuseum.de

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