Fahrraddemo „Seebrücke“

Für einen „sicheren Hafen“

Nottuln

Auch im Kreis Coesfeld gibt es eine große Bereitschaft, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als der Königssteiner Schlüssel vorgibt. Eine Fahrraddemo hat das unterstrichen.

Stellvertretende Bürgermeister Dr. Susanne Diekmann begrüßte die Radlerinnen und Radler vor dem Nottulner Rathaus. Foto: Friedensinitiative Nottuln

„Dass täglich Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken, das darf uns nicht egal sein, und es ist uns nicht egal!“ Erfreut zeigte sich die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Susanne Diekmann am Sonntag, als sie vor dem Rathaus Nottulnerinnen und Nottulner begrüßte, die sich zu einer Fahrraddemo nach Senden und dann weiter nach Münster aufmachten.

Die „Seebrücke im Kreis Coesfeld“ hatte zu dieser Aktion aufgerufen und Mitglieder von Fridays for Future, der Flüchtlingshilfe Nottuln, der Friedensinitiative und des ADFC waren mit dabei. Susanne Diekmann begrüßte in ihrer kurzen Ansprache, dass auch der Kreis zur „Seebrücke“ erklärt hat, dass er mehr leisten könne, um Menschen Schutz zu gewähren: „Uns geht es richtig gut. Und wir haben die Mittel, um über den Königssteiner Schlüssel hinaus Menschen aufzunehmen.“

„Wir sollten nicht wegsehen“

Auch die Nottulner Initiative von Fridays for Future unterstützt diese Idee. Für Leonie Glanemann, Anika Erfmann und Klara Mannwald ist klar: „Nottuln und auch der Kreis Coesfeld sollten nicht wegsehen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken oder Schutzsuchende in menschenunwürdigen Lagern an den europäischen Au­ßengrenzen vor sich hin vegetieren, während wir die Vorzüge eines Lebens in Sicherheit und Wohlstand genießen.“

In Senden trafen die Nottulnerinnen und Nottulner auf weitere Radfahrerinnen und Radfahrer aus Coesfeld, Dülmen und Haltern am See. Auch Sendens Bürgermeister Sebastian Täger unterstützte das Anliegen der „Seebrücke“ und versprach, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Bürgermeister-Konferenz zu bringen. Täger: „Seit 2014 sind rund 21 800 Geflüchtete im Mittelmeer ertrunken. In diesem Jahr über 600. Das lässt uns nicht kalt.“

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