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Liebfrauenschule: Die drei letzten Nottulner Nonnen verabschiedet

Ganz viel Herzenswärme

Nottuln

Es war ein bewegender Abschied. Wie eng verbunden Nottuln und die Nottulner den Schwestern Unserer lieben Frau sind, das zeigte die Feier für die drei letzten Nonnen, die nun die Gemeinde verlassen.

Von Ludger Warnke

Mit einem Gottesdienst und einem Festakt verabschiedete die Liebfrauenschule Nottuln die letzten drei Ordensschwestern. Das Foto zeigt (v.l.): Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Schwester Anneliese Maria, Schwester Maria Beatild, Schwester Gisela Maria, Schulleiter Heinrich Willenborg und Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes. Foto: Ludger Warnke

Schulleiter Heinrich Willenborg, Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr haben eine Gemeinsamkeit: Alle drei haben eine besondere Verbindung zum Orden der Schwestern Unserer lieben Frau. Willenborg, weil er an einem Gymnasium des Ordens sein Abitur machte und seine erste Lehrerstelle hatte. Thönnes, weil eine Jugendfreundin von ihm sich dem Orden anschloss. Schulze Pellengahr, weil er 1992 an der Nottulner Liebfrauenschule seinen Realschulabschluss erwarb. Diese Verbundenheit zum Orden dürften am Mittwochvormittag alle Teilnehmer der kleinen Feierstunde verspürt haben, mit der die drei letzten Nottulner Nonnen – Schwester Maria Bea­tild, Schwester Anneliese Maria und Schwester Gisela Maria – verabschiedet wurden.

Eine Eucharistiefeier und ein Festakt markierten die Zäsur: Nach 95 Jahren Präsenz in der Liebfrauenschule und in der Gemeinde Nottuln verlassen die drei letzten Nottulner Ordensschwestern zum Monatsende die Gemeinde und wechseln ins Provinzhaus nach Coesfeld. Allen Anwesenden war es wichtig, ein großes Dankeschön für dieses langjährige Wirken auszusprechen.

Persönliche Erinnerungen der Redner

Im Gottesdienst erinnerte Ricarda Koschick an die Ordensstifterin Julie Billiart, und Pfarrdechant Norbert Caßens stellte in seiner Predigt die Frage „Was bleibt?“ in den Mittelpunkt. Eine Antwort darauf wollte er bewusst nicht geben, aber er wünschte den drei Schwestern ganz viele Hinweise aus Nottuln, was von ihrem Wirken geblieben ist.

Bevor der Pfarrdechant jeder der drei Schwestern einen ganz individuellen Segen spendete, sprach er für alle Anwesenden einen Segen aus dem Kongo: „Der Herr segne dich. Er erfülle deine Füße mit Tanz.“ Eine Anspielung auf Schwester Maria Beatild und ihre Leidenschaft fürs Tanzen. Der Auftritt der Ordensfrau im Bewerbungsvideo der Schule für den Kika-Wettbewerb „Beste Klasse Deutschlands“ ist längst Kult.

Tanzvideo mit Schwester Maria Beatild ist Kult

Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes dankte den Ordensfrauen im Namen der Gemeinde für ihr Wirken. „Sie gehören zum Stiftsdorf Nottuln dazu, Sie sind eine feste Größe“, bescheinigte er. Der Weggang sei sicherlich nicht leicht, aber man werde verbunden bleiben. Thönnes hatte als Erinnerungsgeschenk ein Fotoalbum mitgebracht. Eines für alle drei Schwestern, damit beim gemeinsamen Blättern die Erinnerungen genossen werden können. Als ehemaliger Schüler hat Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr ganz persönliche Erinnerungen an den Unterricht bei den Ordensschwestern. Er bescheinigte ihnen eine unermüdliche Geduld und ganz viel Herzenswärme. Der Landrat hatte für die drei Schwestern Schokolade und Schlosskonzertkarten für Nordkirchen mitgebracht.

Schulleiter Heinrich Willenborg erinnerte daran, dass er sich als Gymnasiallehrer ganz bewusst entschieden habe, an der Realschule in Nottuln zu bleiben. Hier sei er heimisch geworden. „Ich habe hier ein Christentum erlebt, das offen und einladend ist“, betonte er. „Diese Ordensfrauen sind so erfrischend anders.“

Vor allem aber gab der Schulleiter zum Abschied ein Versprechen ab: „Wir werden den Namen Liebfrauenschule mit Stolz weiterführen.“ Er sprach allen Schwestern ein großes Dankeschön aus. „Es war mir und uns eine Ehre, mit Euch zusammenzuarbeiten.“

Pfarrdechant Norbert Caßens spendete jeder Schwester einen ganz individuellen Segen für die Zukunft. Foto: Ludger Warnke

Für den Lehrerrat überreichte Daniela Smolka allen Ordensfrauen eine Fotocollage mit Schulmotiven, für Schwester Anneliese gab es noch eine besonders gestaltete Kerze als Zeichen der Verbundenheit.

Im Schlusswort zeigte sich Schwester Gisela Maria bewegt über die große Zahl der Anwesenden. Sie verwies auf das Schullogo und den darin befindlichen Buchstaben L, der wie ein Schmetterling gestaltet sei. So haben sich die drei Ordensfrauen für ihren Abschied überlegt, der Schule einen Schmetterlingsstrauch zu schenken. „Unser Wunsch für Euch ist Gottes Schutz und Geleit“, beendete sie den formalen Teil der Verabschiedung.

So blieb Zeit für viele persönliche Gespräche – für Verbundenheit.

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