1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Nottuln
  6. >
  7. „Gemeinde Nottuln betreibt nachhaltige Grünpflege“

  8. >

Bürgermeister nimmt Stellung und lädt zur Baum-Konferenz ein

„Gemeinde Nottuln betreibt nachhaltige Grünpflege“

Nottuln

Die Kritik der Grünen an der gemeindlichen Grünpflege wollen Bürgermeister und Verwaltung nicht auf sich sitzen lassen. Man arbeite nachhaltig, heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem soll es demnächst die erste Baum-Konferenz geben.

Wenn die Gemeinde Grün zurückschneidet, kommt es zu Diskussionen in der Bevölkerung. Das Foto zeigt Grünarbeiten im Dezember 2020, als in Absprache mit der DJK Nottuln eine Hecke am Baumberge-Stadion ausgelichtet wurde. Die Maßnahme war notwendig, weil die Laufbahn im Stadion durch die Hecke zu sehr beschattet wurde und ein rutschiger, für Läufer gefährlicher Algenbelag sich bildete. Foto: Johannes Oetz

In einer Pressemitteilung nimmt die Gemeinde Nottuln noch am selben Tag Stellung zur Grünpflege-Kritik der Grünen. Die Gemeinde erklärt:

Der Bauhof der Gemeindewerke ist für die Unterhaltung des öffentlichen Grüns zuständig. Mit vergleichsweise geringer Personalkapazität und gleichzeitig geringem Budget für die Vergabe an Fremdfirmen pflegen die Mitarbeiter die umfangreichen Flächen im Gemeindegebiet mit seinen vier Ortsteilen. Der Einsatz von Maschinen ist dabei unerlässlich, da eine ausschließliche Bearbeitung mit Kleingeräten in Handarbeit einen erheblichen Anstieg des Personalaufwands nach sich ziehen würde.

Seit Mitte der 90er-Jahre wurden für die Grünpflege ausschließlich Fachkräfte mit einer dreijährigen Ausbildung am Bauhof eingestellt. Von den 16 tariflich Beschäftigten verfügen allein neun über eine abgeschlossene Ausbildung als Fachkraft im Garten- und Landschaftsbau. Darüber hinaus ist ein Beschäftigter zum „zertifizierten Baumkontrolleur“ ausgebildet worden. Zusätzliche Lehrgänge im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus, vorwiegend beim DEULA-Bildungszentrum und dem Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft in Warendorf bzw. Wolbeck, runden den hohen Qualifizierungsgrad der Kollegen des Baubetriebshofes ab.

Hoher Qualifizierungsgrad der Bauhofmitarbeiter

Die Frage der Bearbeitung der Seitenbereiche von Straßen ist Thema eines Leader-Projektes, das unter der Beteiligung von allen Kommunen des Kreises Coesfeld durch das Naturschutzzen­trum ins Leben gerufen wurde. Dabei geht es auch um die Frage, ob die benötigten Maschinen und Geräte vorhanden sind, um auch für Kommunen die Unterhaltung wirtschaftlich zu gestalten (Art des Mähwerks, Aufnahme des Mahd­guts usw.).

Bereits 2019 wurde außerdem ein runder Tisch zum Thema „Pflege der Straßenränder“ mit Landwirtschaftlichen Ortsvereinen, Naturschutzzentrum, Hegering, Imkerverein, Bauhof und Verwaltung gebildet. In diesem Gremium wurde über die Pflege, Pflegezeiträume und die Art der Pflege gesprochen. Man hat sich darauf verständigt, dass an den Straßenrändern nur noch das äußerst Notwendige (50 cm der Bankette und Sichtdreiecke) freigeschnitten wird, damit eine Verkehrssicherheit gegeben ist. Auch die Straßengräben sollten nur noch in einem Turnus von drei Jahren ausgemäht werden, um einen Rückzugsraum für Tier- und Pflanzenarten zu bieten.

Kompliziertes Thema: Pflege der Straßenränder

Bereits im ersten Jahr hat sich gezeigt, dass in den Bereichen, in denen die Grabenpflege ausgesetzt wurde, zahlreiche Beschwerden bezüglich der nicht mehr gegebenen Entwässerungsleistung der Gräben eingingen. Aufgrund des starken Aufwuchses von Heckenpflanzen und Erlen musste dieser Versuch im Herbst 2021 beendet und die Gräben gemäht werden. Der Gemeinde sind hierdurch erhöhte Kosten entstanden, da bereits nach anderthalb Jahren der fehlenden Unterhaltung die Unternehmer nicht mehr auf eine annehmbare Schnittleistung gekommen sind. Teilweise mussten die neuen Aufwüchse von Hand aufwendig entfernt werden.

Seit einiger Zeit wird bereits die Grünpflege nachhaltiger betrieben. Bäume, die gefällt werden mussten, werden an gleicher oder anderer Stelle nachgepflanzt. Es wird vermehrt auf die Anpflanzung von Blühstreifen geachtet. Hecken werden nicht mehr auf ganzer Länge auf Stock gesetzt, sondern abschnittsweise bewirtschaftet. Wie bei anderen Themen auch steht Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes ebenfalls in der Frage der Grünpflege persönlich immer für ein Gespräch zur Verfügung. Um die Kommunikation und Transparenz weiter zu verbessern, werden Grünpflegemaßnahmen zukünftig auf der Homepage der Gemeinde bekannt gegeben.

Transparenz und Baum-Konferenz

Außerdem lädt der Bürgermeister für Ende März zu einer Baum-Konferenz ein, bei der Experten notwendige Maßnahmen erläutern und Bürgerinnen und Bürgern für Fragen zur Verfügung stehen. Das genaue Datum gibt die Verwaltung zeitnah bekannt. Außerdem nimmt sie gerne die Anträge der Fraktionen an, um das Grünpflegekonzept politisch zu beraten und zu beschließen.

Startseite
ANZEIGE