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Rhodepark Nottuln

Gemeinde zieht die Reißleine

Nottuln

Fällen und pflegen – beides will die Gemeinde Nottuln in der nächsten Woche im Rhodepark vornehmen. Wegen dieser Gehölzpflege- und Fällarbeiten ist der Park drei Tage lang gesperrt.

Diese Wunde am Amberbaum zeigt, wie dick der Ast gewesen ist, der abgebrochen und auf den Boden gestürzt ist. Viele Bäume im Rhodepark leiden unter der andauernden Trockenheit, die unter anderem dafür sorgt, dass Äste unter dem Trockenstress abbrechen. Foto: Gemeinde Nottuln

Schon jetzt an diesem frühen Sommermorgen sind Menschen im Rhodepark unterwegs, flanieren mit ihrem Hund über die Wege oder schlendern über die großen Rasenflächen unter den hohen Bäumen entlang. Manche sitzen auf der Bank vor dem Teich mit seinen Seerosen, betrachten die Fische und beobachten die flinken Teichhühner, die dort zurzeit ihre Küken großziehen. Auch die drei Kunstwerke aus Holz und Stahl, geschaffen Ludwig-Maria Vongries aus Havixbeck, ziehen die Parkbesucherinnen und Parkbesucher immer wieder in ihren Bann.

„Der Rhodepark, eingerahmt von der Daruper Straße, dem Busbahnhof und der Mühlenstraße, ist ein Ort, wo es sich wunderbar entspannen lässt“, erklärt die Gemeinde Nottuln in einer Pressemitteilung. Damit alles so schön und intakt bleibt, halten auch die Gemeindewerke ein Auge auf den Park. Regelmäßig sind dort die Mitarbeiter der Gemeindewerke und des Bauhofes unterwegs und schauen nach dem Rechten, pflegen das Grün, die Bäume und den Teich.

Bäume leiden unter Trockenstress

Das was sonst so nebenher – sozusagen im laufenden Betrieb des Rhodeparks – erledigt wird, geht vom 11. bis zum 13. Juli (Montag bis Mittwoch) nun mit einer kompletten Schließung des Parks einher: „Es müssen Bäume gefällt werden, die so sehr unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten haben, dass ihre Äste abbrechen“, erklärt die Gemeinde Nottuln. Und das seien beileibe keine kleinen Zweige, die dann auf dem Boden landen, sondern richtige Brocken. So geschehen vor kurzer Zeit bei dem rund 20 Meter hohen Amberbaum. „Kaum auszudenken, was passiert, wenn Parkbesucher davon getroffen worden wären“, möchte Peter Wermeling von den Gemeindewerken am liebsten gar nicht über diese Situation nachdenken. Deshalb ziehen er und seine Kollegen nun die Reißleine: Der Amberbaum müsse gefällt werden. Es sei zu gefährlich, ihn stehen zu lassen und sich dabei nur auf das Entfernen des Totholzes und der kranken Äste zu beschränken.

Ein Verlierer des Klimawandels

„Dieser Baum ist ein Verlierer des Klimawandels“, macht Wermeling deutlich und fügt an, dass nicht nur der Amberbaum, sondern viele andere Bäume auch unter enormen Trockenstress stehen. Den Eschen im Rhodepark geht es ebenfalls nicht gut: Eine von ihnen reckt ihre zum Teil schon kahlen Äste in den Himmel und zeigt sich nur spärlich belaubt. Auch sie müsse entfernt werden: „Eschentriebsterben“, lautet die Diagnose. Ursächlich dafür sei ein Pilz, der den Baum befällt – im Gegensatz zu den Bäumen scheint er ein Profiteur des Klimawandels zu sein.

„Das sind alles Schäden, die man bereits vom Boden aus gut erkennen kann“, sagt Peter Wermeling. Das können auch Nicht-Fachleute – wenn sie denn mit offenen und nach oben gerichteten Augen durch den Park gehen. Doch auch aus luftiger Höhe werden die Bäume im Park in der zweiten Juliwoche begutachtet: „Wir setzen einen Hubsteiger ein, mit dem wir die Kronen der Bäume genau ansehen können“, macht Peter Wermeling deutlich, dass bei dieser Untersuchung das Schicksal noch weiterer Bäume besiegelt werden könnte.

Gesamtbild des Parks erhalten

Doch wo Bäume entnommen werden müssen, werden neue, klimaresiliente Arten nachgepflanzt: „Uns ist es wichtig, das Gesamtbild des Parks zu erhalten“, sagt Wermeling. Obwohl sich durch die Gehölzpflegearbeiten das Aussehen des Parks erst einmal doch ändern wird: „Es gibt deutlich mehr Luft und Licht für die bodennahen Pflanzen wie der Rasen und für die Pflanzen in der Gebüschebene.“

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