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Medizinische Hilfen in 3D-Technik

„Gemeinsam gegen Corona“

Nottuln

Flexibilität ist in diesen Zeiten gefordert. Auch und gerade von Wirtschaftsunternehmen. Die Druckspezialisten der Firma „das dokuteam“ haben reagiert und ihre Produktion umgestellt.

Frank Vogel

Ralf Felmet und die Mitarbeiter von „das dokuteam“ haben sich auf die Corona-Krise eingestellt. Das Unternehmen aus Nottuln fertigt mit seinen 3D-Druckern zurzeit in Serienproduktion Gesichtsvisiere und Türöffner. Foto: Frank Vogel

„Gemeinsam gegen das Coronavirus kämpfen“ – das ist das Motto für das Unternehmen „das dokuteam“. Die Firma mit Sitz im Gewerbegebiet Beisenbusch ist auf Drucktechnik spezialisiert. Und mit ihren 3D-Druckern sind die Nottulner jetzt in der Lage, serienmäßig Gesichtsvisiere und Türöffner, mit denen man Türen öffnen kann, ohne die Klinke anfassen zu müssen, zu fertigen. „Davon haben die Menschen was, und davon haben wir als Unternehmen was“, sagt Inhaber Ralf Felmet.

Normalerweise arbeitet „das dokuteam“ bundesweit mit der Automobilbranche, der Luftfahrtindustrie und dem Maschinenbau zusammen, verkauft 2D- und 3D-Drucker und bietet den Wartungsservice dazu an. Doch mit der Corona-Krise sind diese Geschäfte eingebrochen. „Die Unternehmen sind alle down, da kauft zurzeit keiner einen neuen 3D-Drucker“, berichtet Felmet.

Doch den Kopf in den Sand stecken, das ist nicht die Sache des Unternehmers, der seit 30 Jahren in Nottuln ansässig ist – seit 2016 nun schon am Standort Beisenbusch. Mit Hilfe der 3D-Drucker, mit denen sonst Produkte in Kleinserie, Funktionsmuster, Schablonen, Messinstrumente, Werkzeuge und vieles mehr hergestellt werden, produziert das Unternehmen nun die Hilfsmittel gegen die Verbreitung des Coronavirus.

Angefangen habe man mit flexiblen Mundschutzmasken, doch da fehlten die Abnehmer. Nun also die Gesichtsvisiere und die Türöffner.

Die Gesichtsvisiere, die ihren Träger vor den Gefahren der Tröpfcheninfektion schützen, bestehen aus einer transparenten Plexiglasscheibe, die „das dokuteam“ von einem Partner bezieht, und einer Halterung, mit der man die Sichtblende am Kopf befestigt und mit einem Gummiband sichert, sowie einem Rahmen, der die flexible Scheibe in Form hält. Diese letzten beiden Bestandteile werden in der sogenannten Filament-Technik in den 3D-Druckern in Nottuln hergestellt. „1000 Stück können wir pro Tag fertigen“, sagt Ralf Felmet.

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Einzelhandelsketten in ganz Deutschland werden damit beliefert. Erstaunt ist der Unternehmer, dass „nur sehr wenige Anfragen aus dem Münsterland kommen. Dabei wäre doch in dieser Situation der lokale Einkauf auch ein Akt der Solidarität.“

Die Türöffner sind aus Hartplastik und werden auf die Türklinken aufgeschraubt, sodass man diese leicht mit dem Ellbogen herunterdrücken kann. Hier sind nicht medizinische Einrichtungen der Hauptabnehmer, sondern Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Hier können die leistungsstarken Drucker in Nottuln mittels Lasertechnik 200 Stück pro Tag produzieren, erklärt Ralf Felmet, der sich freut, dass „das dokuteam“ einen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus leisten kann, der auch dem Unternehmen selbst in der Krise hilft.

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