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Städtepartnerschaft mit vielen Zukunftsplänen-Plänen

Gemeinsame Zukunft

Nottuln/Danzig

Die Sitzung der Komitees aus den beiden Partnerstädten Nottuln und Chodziez fand ebenfalls in Danzig statt.

Peter Buddendick

Bürgermeisterin Manuela Mahnke überreichte Piotr Wittkowski und Beata Roguszka Nottuln-Bilder. Foto: Peter Buddendick

Dass es wichtig ist, sich auch an für Deutsche und Polen zentralen Orten ihrer jeweiligen Länder zu treffen, darauf wies die Vorsitzende des polnischen Partnerschaftskomitees, Beata Roguszka, auf der Sitzung der Komitees aus den beiden Partnerstädten im Hotel Amber in Danzig hin. Treffen dieser Art fanden in den vergangenen Jahren in Warschau, Krakau, Berlin und Dresden statt.

Beata Roguszka zeigte sich erfreut darüber, dass mit der Nottulner Bürgermeisterin Manuela Mahnke und dem stellvertretenden Bürgermeister aus Chodziez, Piotr Witkowski, auch die „städtischen Regierungen an dieser Begegnung teilnehmen und so deutlich machen, dass auch die Entscheider in den Rathäusern die Partnerschaftsarbeit unterstützen.“

Nottulns Komittevorsitzender Robert Hülsbusch wies darauf hin, dass der Termin wegen der besonderen geschichtlichen Bedeutung gewählt wurde. So erinnere man an das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren und den Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939. Man könne das unsägliche Leid, das Deutsche den Polen im 2. Weltkrieg zufügten, zwar nicht ungeschehen machen, „und wir haben auch keine persönliche Verantwortung dafür, aber wir tragen Verantwortung für das, was heute geschieht. Und wir werden alles dafür tun, dass Deutsche und Polen friedlich zusammenleben können“ - so Hülsbusch.

„Jeder Tag dieses Treffens erinnert an die leidvolle Geschichte, gibt aber auch den Blick frei in die gemeinsame Zukunft. Die bringt viele Begegnungen von Mitgliedern der Schulen und Vereine. Zuletzt waren Schützen der Antoni-Bruderschaft zum 25-jährigen Bestehen der Schützen in Chodziez. Dieser Austausch ist inzwischen ein Selbstläufer. Weitere Begegnungen sind für 2020 sicher.

Ein Stadtbummel in Danzig gehörte zum Rahmenprogramm. Foto: Peter Buddendick

Schwieriger gestaltet sich der Austausch der Pfadfinder. Zwar wird auf beiden Seiten der Wunsch nach Begegnungen geäußert, konkret wird es aber nicht. Beschlossen wurde, auch weiterhin Verantwortliche der Pfadfinderschaften zur Mitfahrt bei Komiteetreffen einzuladen. Ob zum Grün-Weiß-Jubiläum oder dem Stiftslauf – immer waren Mannschaften aus Chodziez dabei. Für den „Lauf um den See“ in Chodziez haben sich für 2020 schon Aktive aus Nottuln angemeldet.

Auch Begegnungen zwischen der DLRG Nottuln und den Partnern von der WOPR in Chodziez gehören zum alljährlichen Austauschprogramm. In diesen Tagen sind DLRG-Mitglieder in der polnischen Partnerstadt um an den Feiern zum 10-jährigen Bestehen der WOPR teilzunehmen. Offizielle Begegnungen zwischen den beiden Kolpingfamilien gibt es aktuell nicht, aber über Komiteemitglieder, die diesen Organisationen angehören, bleibt der Kontakt samt Meinungsaustausch erhalten.

Einige Schwierigkeiten bestehen auf dem Gebiet des Schüleraustausches. Auch weil sich durch eine Schulreform in Polen die Altersstrukturen in den Partnerschulen in Chodziez verschoben haben. Weder für das Nottulner Gymnasium noch für die Realschule gibt es konkrete Pläne. Dennoch: Es gibt den Schüleraustausch weiterhin. Junge Nottulner werden im April 2020 in Chodziez sein, der Gegenbesuch erfolgt im Mai.

Nach wie vor sehr gut sind die Kontakte zwischen den Berufsschulen aus Ahaus und Chodziez die jetzt durch eine Schule in der Ukraine trinational laufen werden.

Ein großes Lob vom Vorsitzenden des Nottulner Partnerschaftskomitees, Robert Hülsbusch (2.v.l.) gab es für die Organisatoren der Komiteefahrt nach Danzig, Beata Roguszka (li), Dorota Idczak-Brummerloh (3.v.l.) und Uwe Brummerloh (re). Foto: Peter Buddendick

Die Verbindung der Jägerschaften aus dem Raum Nottuln und Chodziez besteht nach wie vor, auch wenn in der Komiteesitzung keine konkreten Begegnungen benannt werden konnten. Das gilt auch für das Treffen der Landwirte. Die soll es weiterhin geben, allerdings eher in einem zweijährigen Rhythmus. Organisatorische Hilfe werden beide Komitees leisten, um den Reitern aus den Partnergemeinden Begegnungen zu ermöglichen.

Von dem einmal mehr gelungenen Jazz-Workshop in Chodziez berichtete Komiteemitglied Stefan Volpert. 18 Musiker aus Deutschland nahmen daran teil. Der Workshop 2020 steht unter besonderen Vorzeichen: Das Kulturhaus in Chodziez, Keimzelle des Jazz-Workshops, feiert sein 50-jähriges Bestehen. Der Kulturhauschef damals war Jan Margowski, der von der Gründung bis vor wenigen Jahren Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Chodziez war und dem Gremium weiter angehört.

Wieder aufgegriffen wurde die Idee, eine Rockband aus Chodziez zu einem Konzert nach Nottuln einzuladen. Nun soll versucht werden, dieses Projekt zum Nottulner Weinfest 2020 zu realisieren.

Gemeinsame Chorkonzerte soll es auch in Zukunft geben. Abgesprochen ist, dass immer dann, wenn in einer der beiden Gemeinden eine besondere Veranstaltung geplant wird, auch Chorsänger aus der Partnerstadt dazu eingeladen werden.

Jeweils ein noch zu benennendes Mitglied aus den beiden Komitees soll den Versuch unternehmen, eine schon seit Jahren geplante Ausstellung von Künstlern aus Chodziez in Nottuln zu realisieren.

Schließlich wies Josef Lütkecosmann darauf hin, dass für 2020 die Umsetzung des Projektes „Barrierefreie Städtepartnerschaft“ in Nottuln vorgesehen ist. Dazu sind Menschen mit Handicap aus Chodziez vom 11. bis zum 14. Juni nach Nottuln eingeladen. Barrierefreie Zimmer sind bereits in der Jugendherberge vorgebucht. Bis Weihnachten muss feststehen - so Lütkecosmann – ob die Veranstaltung durchgeführt werden kann.

Zum Thema

Ebenfalls vom 11. bis zum 14. Juni 2020 findet die nächste offizielle Sitzung der beiden Partnerschaftskomitees in Nottuln statt.     |  Treffen-mit-Walesa-Bericht folgt

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