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Wechsel an der Spitze der Feuerwehr

Gerätehäuser größte Herausforderung

Nottuln

Er ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Und dies seit 35 Jahren. Brandoberinspektor Udo Henke aus Appelhülsen. Nun hat er eine neue, große Aufgabe vor sich.

Ludger Warnke

Wechsel an der Spitze der Feuerwehr (v.l.): Beigeordnete Doris Block, der frühere Feuerwehrchef Johannes Greve, Bürgermeisterin Manuela Mahnke, Udo Henke, neuer Leiter der Feuerwehr, sein Stellvertreter Heinz Mentrup und Rechtsrat Stefan Kohaus. Foto: Ludger Warnke

Wachwechsel an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr. Mit Datum des ges­trigen Freitags hat Udo Henke (52) aus Appelhülsen die Nachfolge von Gemeindebrandinspektor Johannes Greve (62) aus Darup angetreten und ist neuer Leiter der Feuerwehr in der Gemeinde Nottuln. Bürgermeisterin Manuela Mahnke händigte dem Brandoberin­spekteur die Bestellungsurkunde aus, nachdem der Gemeinderat jüngst einstimmig den Personalvorschlag der Feuerwehr gebilligt hatte. Da der Appelhülsener noch einen notwendigen Lehrgang besuchen muss, ist er formalrechtlich zunächst zum „Kommissarischen Leiter der Feuerwehr“ für die Dauer von zwei Jahren bestellt worden. „Es ist mir bewusst, dass mit der neuen Aufgabe mehr Arbeit auf mich zukommt“, sagte Henke nach der Urkundenübergabe. Das aber schreckt ihn nicht ab: „Ich bin seit 35 Jahren mit Leib und Seele bei der Feuerwehr.“

Bürgermeisterin Manuela Mahnke sprach Johannes Greve einen großen Dank für die jahrelange Tätigkeit als Leiter der Feuerwehr aus. Der 62-Jährige, beruflich als Chemiker bei der Evonik Industries AG tätig, war von 2013 bis 2019 Leiter der Feuerwehr, nachdem er schon zuvor einige Jahre kommissarisch und als stellvertretender Leiter in die Führungsarbeit eingebunden war. Greve, der seit dem 1. September 1985 der Feuerwehr in Darup angehört, hat die Aufgabe gerne wahrgenommen. Der Umgang mit den Kameraden, die Zusammenarbeit im Leitungsteam und die herausfordernde Führungs- und Organisationsarbeit haben ihm große Freude bereitet. „Am Schlimmsten war der Papierkram“, schmunzelte er. Der 62-Jährige bleibt den Da­rupern als aktiver Feuerwehrmann erhalten. „Ich werde nun wieder hinten in den Wagen einsteigen.“ Ganz ohne zusätzliche Arbeit ist Greve aber nicht. Er wird sich weiterhin in verschiedenen Gremien auf Kreis- und Bezirksebene engagieren.

Für Udo Henke und seinen Stellvertreter Heinz Mentrup (Appelhülsen) beginnt eine spannende Zeit. „Von der technischen Ausstattung her sind wir gut ausgerüstet“, betonte Henke. Die größte Herausforderung sei: „Unsere Feuerwehrgerätehäuser sind in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr den aktuellen Vorschriften.“ Ersatz ist dringend notwendig. Ein weiteres großes Thema werde die Einsatzhygiene sein. Da geht es um den ganz konkreten Gesundheitsschutz für die Feuerwehrleute, zum Beispiel darum, dass Feuerwehrleute im Einsatz noch vor Ort ihre oft mit Schadstoffen belastete Einsatzkleidung gegen frische Kleidung wechseln können.

Bei diesen und anderen Themen kann sich Udo Henke eine überörtliche Zusammenarbeit der Feuerwehren und das Nutzen von Synergien gut vorstellen. Die Ausbildungskooperation der Feuerwehren Nottuln, Havixbeck, Billerbeck und Rosendahl etwa soll fortgesetzt werden. Die Baumberge-Feuerwehren teilen sich die Ausbildung. So wurden in den vergangenen zehn Jahren über 200 Feuerwehrleute am Standort Nottuln grundausgebildet, während die anderen Feuerwehren sich auf andere Ausbildungsinhalte spezialisiert haben.

Personell sei die Feuerwehr derzeit gut aufgestellt, da gebe es aktuell keine Probleme, ist Henke zufrieden. Das Thema „Tagesverfügbarkeit“ bleibe aber aktuell. „Es wird immer knapper und schwieriger“, sagte Henke. Er bat die Gemeinde, freie Stellen nach Möglichkeit mit Feuerwehrleuten zu besetzen.

Interkommunale Zusammenarbeit im Feuerwehrbereich begrüßt auch Bürgermeisterin Manuela Mahnke. Die Feuerwehr erfülle eine wichtige Aufgabe, betonte sie und versicherte, dass die Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Feuerwehr unterstützen werde. Dass diese Unterstützung angesichts der millionenschweren Investitionen in neue Feuerwehrgerätehäuser nicht einfach sein wird, ist auch der Beigeordneten Doris Block klar: „Wir müssen im Gespräch bleiben und einen guten, gemeinsamen Weg finden.“

Kommentar: Jede Unterstützung geben

Von Ludger Warnke  --

Die Feuerwehr erfüllt eine wichtige Aufgabe. Dieser Aussage der Nottulner Bürgermeisterin kann man nur zustimmen. 365 Tage, 24 Stunden rund um die Uhr stehen die Frauen und Männer der Feuerwehr bereit, um in jedem Ortsteil der Gemeinde Menschen zu retten und Hilfe in Notlagen zu leisten. Und das alles ehrenamtlich, eben freiwillig. Dabei birgt jeder Einsatz psychische und physische Belastungen.

Udo Henke, der neue Leiter der Feuerwehr, darf seine neue Aufgabe mit berechtigtem Stolz auf seine Kameraden antreten. Auch wenn die Motivation stimmt, leicht wird seine Aufgabe aber nicht. Der Zustand in den Feuerwehrgerätehäusern Appelhülsen und Nottuln geht gar nicht mehr. Schon simple Arbeitsschutzvorschriften sind nicht mehr einzuhalten. Zwar gibt es für Appelhülsen den Grundsatzbeschluss für ein neues Gerätehaus. Doch wie soll es am Standort Nottuln in Zukunft weitergehen?

In der politischen Diskussion über eine Prioritätenliste künftiger Maßnahmen darf die Feuerwehr nicht vergessen werden. Sie verdient alle Unterstützung, die wir ihr geben können.

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