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Kommunalpolitik

Grüne werben für Planungswettbewerb

Nottuln

Das Thema „Neubau der Nonnenbachbrücke im Ortskern“ erregt die politischen Gemüter. Die Grünen werben für einen neuen Beschluss.

wn

Die Brücke über den Nonnenbach im Nottulner Ortskern – hier ein Blick von der Brücke (zu erkennen an Brückengeländer am unteren Bildrand) auf den Ortskern vor der Ortskernsanierung – gibt es schon lange. Foto: Sammlung Bündnis 90/Die Grünen

Vor der endgültigen Entscheidung des Rates am heutigen Dienstag (8. Dezember) haben die Grünen ihre Gedanken zum Thema „Nonnenbachbrücke im Ortskern“ noch einmal zusammengetragen. Dass die nun 100 Jahre alte Brücke mehr als baufällig ist, sei seit Jahren bekannt, schreiben die Grünen. „Wir wollen hoffen, dass man sie noch eine Weile erhalten kann, da Planung und Ausführung selbst bei der einfachsten Lösung noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.“

Das von der Verwaltung beauftragte Städtebaubüro habe verschiedene Varianten durchgespielt. Die guten Ausarbeitungen anhand von Lageplänen hätten gezeigt, dass die meisten Varianten inakzeptabel sind, ein paar denkbar wären, aber letztlich nicht zufriedenstellten. Das Büro habe in allen Varianten den Nonnenbach in der Art eines holländischen Kanals dargestellt, der von Wänden eingefasst ist, erklären die Grünen. In allen Varianten werde nicht darauf eingegangen, dass der Bach zu renaturieren sei und oft wenig Wasser führe.

Das Büro habe sich weiterhin intensiv um die Schleppkurven von Lkw gekümmert. Schlussfolgerung der Grünen: „Es wurde also eine Straßenfläche geplant. Eine Fläche für den Aufenthalt von Menschen, in denen in Ausnahmefällen ein Lkw geduldet wird, ist nicht zu erkennen. Stattdessen wurden die Verkehrsarten sauber separiert. Die überbauten Flächen sind dementsprechend groß ausgefallen. Dabei ist allen bewusst, dass je kleiner das Bauwerk wird, es umso besser für das Gewässer und die Gestaltung ist.“

Der Rat hat seine Wünsche nun deutlich formuliert: Die Biergartenflächen, die Verkehrsbeziehungen und die Bäume müssen erhalten bleiben. Zurzeit erfüllt diese Anforderungen nur die längste Variante vier. Zufrieden stelle die Planung aber wohl niemanden, so die Grünen kritisch. Die Untere Wasserbehörde habe deutlich erklärt, dass die Brücke nicht länger als 15 Meter werden soll. Dieses Maß werde von der Variante 4 deutlich überschritten.

Die Verwaltung hält den Brunnen für kaum verrückbar. Hier wurden Kosten bis zu 90 000 Euro genannt. Doch wenn eine bessere Brücke gebaut werden kann, ist der Brunnen aus den 1980er-Jahren von Seiten der Politik gewiss verhandelbar, denken die Grünen. „Wir glauben, dass es nun an der Zeit ist, zu planerischen Varianten zu kommen, die die geäußerten Anforderungen möglichst erfüllen. Deutlich ist bereits geworden, Kompromisse müssen gemacht, jedoch muss um die beste Lösung gerungen werden.“

Mit dem jetzigen Diskussionsstand und der ausführlichen Vorarbeit könne man gut in einen Planungswettbewerb gehen. „Man kann formulieren, wo die Tücken des Verkehrs, des Gewässerschutzes, der Gastronomie liegen, dass wir uns für den barocken Ortskern eine besondere Gestaltung wünschen und nun Ideen aus unterschiedlichen Fachrichtungen benötigen.“ Denn bei dieser Planung seien die verkehrlichen Belange, die Stadtgestaltung und der Naturschutz zu berücksichtigen. „Man braucht jemanden, der Stadt-, Verkehrs-, Ingenieurs- und Landschaftsplanung integrativ denkt oder sich mit mehreren Fachrichtungen zusammentut“, so die Grünen, das sei eine anspruchsvolle Aufgabe. Mit unterschiedlichen Planungen aus verschiedenen Büros würde man nur noch über die beste Variante diskutieren und den Konflikt beenden können. Das Streiten, Verhindern oder Durchsetzenwollen der Variante vier würde sicherlich zu viel Zeit und Kosten in Anspruch nehmen und kaum zu einer guten Lösung führen, so die Grünen abschließend.

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