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Bankette und Straßengräben

Grünschnitt soll die Sicherheit erhöhen helfen

Nottuln

Aus Gründen des Artenschutzes hat die Gemeinde Bankette und Straßengräben weitgehend unberührt gelassen. Jetzt aber ist die Verkehrssicherungspflicht in Gefahr. Deshalb muss wieder gemäht werden.

Die Idee war gut: Um Insekten und Pflanzen mehr und verbesserten Lebensraum zu geben, wurden die Bankette der Wirtschaftswege nur noch 50 Zentimeter und die angrenzenden Straßengräben in Nottuln und seinen Ortsteilen gar nicht mehr freigeschnitten. Ein runder Tisch, bestehend aus Vertretern der Jägerschaft, der Imkerinnen und Imker, des Naturschutzzen­trums Kreis Coesfeld, Mitgliedern der Landwirtschaftlichen Ortsvereine und der Gemeindewerke, fasste Ende 2019 den Entschluss, den Versuch zu wagen, bei der Pflege der Randstreifen und Gräben nur das Nötigste zu tun. Wildblumen, Gräser, Büsche und Bäume haben in dieser Zeit mächtig zugelegt: Eineinhalb Jahre hatte der Bauhof die rund 155 Straßenkilometer nicht mehr bearbeitet. Jetzt muss der Bewuchs doch wieder gekürzt werden.

„Wir kommen ums Mähen nicht herum“, macht Daniel Krüger, Leiter der Gemeindewerke, deutlich. Und zwar aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht. „Die Wirtschaftswege können von den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern nicht mehr richtig eingesehen werden.“ Der hohe Bewuchs störe die Sicht auf das, was da kommt – und das kann gefährlich werden, schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung.

„Wir kommen ums Mähen nicht herum“

Auch die Funktion der Straßengräben sei gestört, wenn sie so zugewuchert sind wie im Moment. „Das Regenwasser kann dadurch nicht mehr vernünftig abfließen“, sagt Krüger. „In der Folge könnte es dazu kommen, dass die Wirtschaftswege überschwemmt und damit nur schwer passierbar werden.“

In den nächsten Wochen werden Wege und Gräben sukzessive wieder freigeschnitten. Die Vegetationsperiode ist vorbei, Flora und Fauna stellen sich auf die kalte Jahreszeit ein, heißt es weiter. „Wir sind mit unseren Schnittarbeiten also in der richtigen Jahreszeit unterwegs, sodass Tiere und Pflanzen geschont werden“, betont Krüger.

Auch im kommenden Jahr werden die Gräben und die Grünstreifen entlang der Wirtschaftswege regelmäßig freigeschnitten. „Dabei werden wir einen Streifen von 50 bis 75 Zentimetern stehen lassen, um den Pflanzenwuchs zu fördern und so den Insekten Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten“, betont Daniel Krüger, wie wichtig der Erhalt der Biodiversität ist.

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